Am Sonntagnachmittag, dem 2. August 2026, gingen gegen 15:15 Uhr mehrere Notrufe bei der Münchner Polizei ein. Anrufer meldeten eine Person, die im Bereich der Ittlingerstraße und Weitlstraße im Stadtteil Hasenbergl „laut schreiend auf der Fahrbahn“ unterwegs sei, wie das Polizeipräsidium München später mitteilte.
Als die ersten Streifen eintrafen, lief der 34-Jährige auf einen heranfahrenden Pkw zu, hielt sich an der Fahrzeugfront fest und brachte das Auto zum Stehen. Anschließend schlug er dem Beifahrer mit der Faust ins Gesicht und verletzte ihn. Der Fahrer gab nach Polizeiangaben im ersten Schreckmoment kurz Gas, kehrte dann aber zurück.
Massiver Widerstand gegen die Beamten
Die Polizisten versuchten, den Mann zu fesseln. Dabei leistete er jedoch erheblichen Widerstand, verletzte zwei Beamte und wehrte sich so heftig, dass umstehende Passanten den Polizisten zu Hilfe kamen, um die Festnahme zu ermöglichen.
Während des Einsatzes verlor der 34-Jährige plötzlich das Bewusstsein und wurde reanimationspflichtig. Die Beamten leiteten umgehend Wiederbelebungsmaßnahmen ein und setzten diese bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und Notarzt fort.
Der Einsatz in der Chronologie
- 2. August 2026, 15:15 UhrNotrufe
Mehrere Anrufer melden einen schreienden Mann auf der Fahrbahn im Hasenbergl.
- 2. August 2026, NachmittagAngriff auf Auto
Der 34-Jährige stoppt ein fahrendes Auto und schlägt dem Beifahrer ins Gesicht.
- 2. August 2026, NachmittagFestnahme unter Widerstand
Der Mann leistet erheblichen Widerstand, verletzt zwei Beamte. Passanten helfen.
- 2. August 2026, NachmittagBewusstlosigkeit und Reanimation
Der Mann verliert das Bewusstsein, Polizei und Notarzt reanimieren ihn und bringen ihn ins Krankenhaus.
- 3. August 2026, kurz vor MitternachtTod im Krankenhaus
Der 34-Jährige stirbt unter laufender Reanimation.
LKA übernimmt Ermittlungen
Nach Todesfällen im Zusammenhang mit Polizeieinsätzen übernimmt routinemäßig eine neutrale Dienststelle die Aufklärung. In diesem Fall ist es das Bayerische Landeskriminalamt, das unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft München I den Vorfall und das Verhalten der beteiligten Polizeivollzugsbeamten untersucht.
Im Krankenhaus wurde dem Verstorbenen, einem 34-jährigen bosnisch-herzegowinischen Staatsangehörigen mit Wohnsitz in München, noch eine Blutprobe entnommen. Sie soll klären, ob er unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder Medikamenten stand. Die Obduktion des Leichnams war für Montag, den 3. August, angesetzt, um die genaue Todesursache zu ermitteln.
Die beteiligten Polizeibeamten wurden nicht suspendiert. Sie hätten einen Schock erlitten und befänden sich in psychologischer Betreuung, berichtete die Abendzeitung unter Berufung auf eine Pressekonferenz der Münchner Polizei.
Polizeibekannter Mann mit psychischen Problemen
Der Verstorbene war den Behörden bereits bekannt. Wie die Süddeutsche Zeitung meldete, sei er mehrfach wegen Selbstgefährdung in psychiatrischen Kliniken untergebracht gewesen. Was der Mann auf der Straße rief, ist nach Polizeiangaben nicht bekannt.
Der Fall reiht sich ein in eine Serie von Polizeieinsätzen mit tödlichem Ausgang. Erst im Juli hatte ein bewaffneter Angreifer in Dresden auf Beamte gefeuert und war von der Polizei niedergeschossen worden. Das LKA wird nun klären, ob bei dem Einsatz im Hasenbergl alle Maßnahmen verhältnismäßig waren.
