Cathy Hummels entschuldigt sich nach Fleisch-Videos – doch Kritik reißt nicht ab
Nach ihren provokativen Ess-Videos zeigt sich Cathy Hummels reumütig – doch in ihrer Entschuldigung fehlt vielen das Eingeständnis, dass es um Tierleid geht.
Ein halbes Dutzend TikTok-Clips, in denen Cathy Hummels genüsslich Lachs und Rindfleisch verspeist, haben der Moderatorin einen beispiellosen Shitstorm eingebracht. Ihre ironische Antwort auf die Frage, ob sie vegan lebe: „Ist Lachs vegan?“ – gefolgt von einem breiten Grinsen. Jetzt rudert die 38-Jährige zurück und entschuldigt sich mit tränenerstickter Stimme. Doch die Wogen glätten sich nicht.
Die Videos: Provokation auf der Gabel
In den inzwischen gelöschten Clips, die Promiflash und andere Medien dokumentierten, ist die Münchnerin zu sehen, wie sie große Stücke Fleisch und Lachs isst. Aus dem Off wird sie gefragt: „Cathy, du bist doch vegan.“ Ihre Antwort: „Ist Lachs vegan?“ – in einem weiteren Clip: „Ist Rindfleisch vegan?“. Die Videos folgten alle demselben Muster: Sie blickt direkt in die Kamera, kaut betont genüsslich und stellt die Gegenfrage.
Für viele war das ein Affront, weil Hummels sich früher selbst vegan ernährt und sich öffentlich für Tierschutz engagiert hatte. Anfang 2023 hatte sie erklärt, dass sie aus gesundheitlichen Gründen wieder tierische Produkte esse. Ihre Blutwerte seien nicht mehr optimal gewesen und ihr Körper habe mehr Protein gebraucht. Dass sie nun mit provokativen Sprüchen Fleisch in die Kamera hielt, werteten zahlreiche User als Verhöhnung.
Der Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten. Prominente wie Jonas Ems und die Veganismus-Aktivistin Raffaela Raab („Die militante Veganerin“) äußerten sich empört, und die Kommentarspalten füllten sich mit Vorwürfen. Viele warfen Hummels vor, die Kritik bewusst in Kauf genommen zu haben, um Reichweite zu generieren – ein klassischer Fall von „Ragebait“.
Die Entschuldigung: Tränen und Reue
Angesichts der anhaltenden Kritik löschte Hummels die Videos und meldete sich mit einer ausführlichen Entschuldigung auf TikTok zu Wort. „Mir ist bewusst geworden, dass meine Essvideos bei euch den Eindruck erweckt haben, als würde ich mich über Veganer lustig machen. Das war definitiv niemals meine Absicht“, sagte sie mit belegter Stimme.
„Mir ist bewusst geworden, dass meine Essvideos, die ich bereits gelöscht habe, bei euch den Eindruck erweckt haben, als würde ich mich über Veganer lustig machen. Das war definitiv niemals meine Absicht.“
Cathy Hummels, Moderatorin und Influencerin
Sie erklärte, sie habe nur auf die immer wiederkehrenden Fragen zu ihrer Ernährung reagieren wollen – mit ihrem „Cathy-Humor“. Sie werde ständig gefragt, ob sie vegan sei, obwohl sie längst öffentlich erklärt habe, warum sie es nicht mehr sei. Durch die vielen Reaktionen habe sie jedoch erkannt, dass ihr Humor ganz anders angekommen sei.
„Dafür möchte ich mich von Herzen entschuldigen, und ich hoffe, dass ihr diese Entschuldigung annehmt. Wenn ich euch damit verletzt oder aufgebracht habe, dann tut mir das von Herzen leid“, fügte sie hinzu. Die emotionale Bitte um einen „Haken an die Sache“ wirkte bei vielen jedoch aufgesetzt.
Cathy Hummels’ veganer Weg
Anfang 2023
Ende der veganen Ernährung
Cathy Hummels gibt öffentlich bekannt, dass sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr vegan lebt.
Ende Juli 2026
Provokante Videos
Mehrere TikTok- und Instagram-Videos zeigen sie beim Verzehr tierischer Produkte mit ironischen Kommentaren.
August 2026
Shitstorm und Löschung
Nach massiver Kritik löscht Hummels die Clips und veröffentlicht eine Entschuldigung.
Neue Kritik: Tierleid bleibt unerwähnt
Die Entschuldigung hat den Sturm der Entrüstung nicht besänftigt, sondern im Gegenteil neue Angriffsfläche geboten. Der Hauptvorwurf: Hummels geht mit keinem Wort auf das Tierleid ein, das ihrer Provokation zugrunde liegt. Ein TikTok-Nutzer kommentierte: „Es geht nicht um uns Veganer, es geht um die Tiere, die dafür qualvoll sterben mussten. Aber darüber wird natürlich kein einziges Wort gesagt.“
Andere warfen ihr vor, den Shitstorm sehenden Auges in Kauf genommen zu haben. Nach dem ersten Video habe es sofort Kritik gegeben, trotzdem seien weitere Clips mit ähnlichem Inhalt gefolgt. „Ab Video Nr. 1 gab's Kritik und trotzdem wurde weitergemacht und Ragebait genossen“, schrieb ein User. Auch Jonas Ems und Raffaela Raab zeigten sich von der Entschuldigung unbeeindruckt.
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Karrierefolgen und Schweigen
Die Moderatorin, die erst kürzlich offen über die Sehnsucht ihres Sohnes Ludwig nach seinem Vater Mats Hummels sprach, dürfte das Thema Veganismus nun meiden. Schon 2023 hatte sie nach ihrer Ernährungsumstellung betont, dass sie nicht missionieren wolle – nun steht sie selbst als diejenige da, die andere verhöhnt.
Wie Focus Online berichtet, bleibt die Debatte emotional aufgeladen. Ob die Entschuldigung den gewünschten Schlussstrich bringt, ist fraglich. Für viele Vertreter der veganen Bewegung ist das Vertrauen in Hummels’ Glaubwürdigkeit nachhaltig beschädigt.