„Ozempic brachte meine Essstörung zurück“
Bild: KI-generiert
Gracie McGraw

„Ozempic brachte meine Essstörung zurück“

Schonungslose Abrechnung der Tochter von Tim McGraw und Faith Hill: Das Abnehm-Medikament half gegen ihr PCOS, doch der Preis war hoch – der alte Kampf gegen den eigenen Körper flammte neu auf.

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Es war ein emotionales Geständnis, das sie auf Instagram teilte: Gracie McGraw, die älteste Tochter von Country-Ikonen Tim McGraw und Faith Hill, hat drei Jahre lang Ozempic genommen – und bereut es zutiefst. „Ja, es hat verdammt nochmal funktioniert und meine PCOS-Symptome besser kontrollierbar gemacht, aber es hat auch meine Essstörung und negative Ansichten über meinen Körper zurückgebracht“, schrieb sie laut People in inzwischen gelöschten Stories.

Was als medizinische Notwendigkeit begann, wurde für die 29-Jährige zu einer persönlichen Krise. Denn während die Pfunde purzelten, kehrte ein alter Dämon zurück.

I've been called fat and ugly my entire life, whether that had been from magazines or the internet, constantly saying I must have different genes than my sisters and parents because I was the „fat“ one and didn't have the looks that my family has.
Gracie McGraw auf Instagram

Eine Diagnose, eine Spritze – und ein gefährlicher Erfolg

2022 wurde bei McGraw das polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom (PMOS) diagnostiziert – eine hormonelle Erkrankung, die zu Gewichtszunahme, Akne und einem erhöhten Diabetes-Risiko führen kann. Ihr Endokrinologe empfahl Ozempic, ein GLP-1-Medikament, das eigentlich für Diabetiker entwickelt wurde, aber auch beim Abnehmen hilft. McGraw begann mit der Spritze – und nahm binnen weniger Monate stark ab.

Was folgte, war eine bittere Lektion über unsere Gesellschaft. „Sobald ich ein paar Kilos verlor, merkte ich, wie die Leute mich auf der Straße anders ansahen, in meinem Freundeskreis und meiner Familie, und in meinem eigenen Job. Ich bekam mehr Chancen, als ich jemals in meinem Leben hatte“, zitiert Page Six aus ihren Stories. Die schlanke McGraw wurde plötzlich beruflich belohnt – während sie innerlich zerbrach.

„Ich war viel zu dünn – aber ich habe es nicht gemerkt“

Das Tragische: McGraw selbst registrierte ihre extreme Gewichtsabnahme nicht. Der Grund: die wiedererstarkte „Skinny Culture“. In den sozialen Medien feiert eine neue Generation Heroin-Chic und krankhafte Dünnheit – angefeuert durch unzählige Prominente, die mit GLP-1-Spritzen radikal abgenommen haben. „Plötzlich ist die Dünn-Kultur zurück und ich realisierte: Heilige Scheiße, ich habe die ganze Zeit unter dem Deckmantel dieser Wunderspritze meine Essstörung gefüttert“, schrieb McGraw.

I think it was probably one of the worst things I've ever done for myself, looking back.
Gracie McGraw auf Instagram

Vom Hoffnungsträger zur bitteren Lehre – eine Chronik

Drei Jahre im Kampf gegen den eigenen Körper

  1. 2022
    Diagnose PMOS

    Bei Gracie McGraw wird das polyendokrine metabolische Ovarialsyndrom (PCOS) diagnostiziert. Sie beginnt auf ärztlichen Rat mit der Einnahme von Ozempic.

  2. 2023
    Wechsel zu Mounjaro

    McGraw macht ihre Behandlung öffentlich und wechselt zeitweise auf eine niedrige Dosis des GLP-1-Medikaments Mounjaro.

  3. 2022 – 2025
    Starker Gewichtsverlust

    In drei Jahren nimmt McGraw so stark ab, dass sie „viel zu dünn“ wird, wie sie später sagt. Gleichzeitig erhält sie beruflich mehr Chancen und positive Aufmerksamkeit.

  4. 3. August 2026
    Das Instagram-Geständnis

    In einer Serie von Stories rechnet McGraw mit ihrer Ozempic-Zeit ab: Es habe ihre Essstörung und negative Körperbilder zurückgebracht und sei rückblickend „eine der schlimmsten Entscheidungen“ gewesen.

  5. August 2026
    Der Medienrummel

    Internationale Medien wie People, Page Six und InStyle greifen McGraws Geschichte auf. Sie wird zum prominenten Beispiel für die Risiken der Abnehmspritzen-Euphorie.

Ein Appell, der unter die Haut geht

McGraw nutzt ihre Reichweite nicht, um gegen Ozempic zu wettern, sondern um Verständnis und Empathie zu fordern. „Sorge um jemanden zu haben bedeutet nicht, dass man kein Mitgefühl für seine Situation haben kann. Aber den Leuten zu sagen, sie sollen nicht darüber sprechen, ist unglaublich falsch und schädlich. Es bewirbt künstliche Dünnheit als Ziel, nicht als Gefahr“, warnte sie. Sie rief dazu auf, offen über Essstörungen zu sprechen und Betroffene nicht zu beschämen.

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Trotz allem gehe es ihr heute „richtig gut“, betonte McGraw. Zwar habe sie immer wieder Rückschläge in ihrem Körperbild, doch sie habe Frieden mit ihrer Entscheidung geschlossen, das Medikament abzusetzen. Nun nehme sie wieder zu, während sie beobachte, wie alle um sie herum immer dünner würden.

McGraws Fall reiht sich ein in eine wachsende Zahl prominenter Warnungen vor den psychischen Folgen der Abnehmspritzen-Euphorie – wie auch Claudia Effenberg jüngst erlebte, die nach 23 Kilo Abnahme mit heftigen Reaktionen im Netz konfrontiert war.