CDU-Fraktionschef Frei verbietet AfD-Koalition in Sachsen-Anhalt
CDU-Fraktionschef Thorsten Frei hat dem Landesverband Sachsen-Anhalt in einem Interview eine klare Absage für eine Regierungsbeteiligung mit der AfD erteilt. Das Kooperationsverbot sei ein bundesweiter Grundsatzbeschluss, so Frei.
CDU-Fraktionschef Thorsten Frei hat dem Landesverband Sachsen-Anhalt eine Koalition mit der AfD nach der Landtagswahl am 6. September strikt untersagt. In einem Interview mit der Funke-Mediengruppe, wie die WELT berichtet, erklärte Frei am 8. August 2026, das Kooperationsverbot sei ein Grundsatzbeschluss der CDU und gelte bundesweit ohne Ausnahme.
Die AfD führt in Umfragen mit 41 Prozent klar vor der CDU, die bei 24 Prozent liegt, wie eine Erhebung von Infratest dimap zeigt. Der Druck auf den Landesverband wächst, denn eine eigene Mehrheit ist für die Christdemokraten nicht in Sicht.
Umfragehoch der AfD setzt CDU unter Druck
Die AfD in Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft. Dennoch erreicht sie in den aktuellen Erhebungen Rekordwerte. Die CDU stellte bisher mit Sven Schulze den Ministerpräsidenten in einer Koalition mit SPD und FDP. Doch nach der Wahl könnte es für eine Fortsetzung dieses Bündnisses nicht mehr reichen.
Die Chronologie
30. Juli 2026
Umfrage: AfD bei 41 %, CDU fällt auf 24 %
Infratest dimap veröffentlicht den Sachsen-AnhaltTREND. Die AfD legt zu, die CDU verliert. Der Landesverband gerät unter Druck.
8. August 2026
Thorsten Frei erteilt klare Absage
In einem Interview mit der Funke-Mediengruppe stellt der CDU/CSU-Fraktionschef klar, dass eine Koalition mit der AfD für die Bundespartei nicht infrage kommt.
6. September 2026
Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Die Bürger wählen einen neuen Landtag. Entscheidend wird, ob die AfD eine Regierung bilden kann, ohne die CDU.
Grundsatzbeschluss Kooperationsverbot
Frei betonte, das Kooperationsverbot mit der AfD sei ein Grundsatzbeschluss der CDU, der bundesweit und ohne Ausnahme gelte.
„Das Kooperationsverbot mit der AfD ist ein Grundsatzbeschluss in der CDU. Es kann nicht je nach Bundesland anders beantwortet werden.“
Thorsten Frei, CDU/CSU-Fraktionschef im Bundestag
Der Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt hatte die AfD dort als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft. Dennoch würde eine Koalition mit der CDU rechnerisch eine komfortable Mehrheit ergeben.
Bundes-CDU mischt sich in Landespolitik ein
Normalerweise hält sich die Bundespartei aus Regierungsbildungen in den Ländern heraus. Doch bei dieser grundsätzlichen Frage sei die ganze Partei betroffen, so Frei. Die CDU-Führung in Berlin würde ihren Landesverband daher nicht frei über eine etwaige Koalition mit der AfD entscheiden lassen.
„Die Bundespartei hält sich normalerweise aus der Regierungsbildung in den Ländern heraus. Bei dieser grundsätzlichen Frage ist aber die ganze Partei betroffen.“
Frei schloss einen Kanzlertausch nach den Landtagswahlen im September aus. Friedrich Merz sei der gewählte Bundeskanzler und werde für die gesamte Wahlperiode im Amt bleiben. Die Autorität des Kanzlers sei intakt.
Allerdings räumte Frei ein, dass die Wahlen Auswirkungen auf die Regierungsarbeit in Berlin haben werden. Für die anstehenden Reformen brauche man starke Regierungsparteien und starke Parteivorsitzende. Zudem gestand er, dass der kürzlich von Merz vorgenommene Personalwechsel in Kabinett und Partei „nicht so gelaufen“ sei, wie man es sich gewünscht hätte. Nach außen sei ein Bild entstanden, als würde die große Linie fehlen.
Entscheidung naht: Landtagswahl am 6. September
Am 6. September wählen die Bürger Sachsen-Anhalts einen neuen Landtag. Neben der AfD und der CDU müssen auch SPD und FDP um den Wiedereinzug bangen. Sollte die AfD ein Bündnis mit anderen Parteien nicht hinbekommen, droht eine Minderheitsregierung oder Neuwahlen.
Mit seiner Ansage hat Frei die Brandmauer zur AfD bekräftigt und dem Landesverband jede taktische Flexibilität genommen. Ob die CDU in Sachsen-Anhalt das mitträgt, wird sich am Wahltag zeigen.