Holm warnt CDU vor Linkspartei-Kooperation: „Würde den Laden zum Explodieren bringen“
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Holm warnt CDU vor Linkspartei-Kooperation: „Würde den Laden zum Explodieren bringen“

Leif-Erik Holm, Spitzenkandidat der AfD in Mecklenburg-Vorpommern, warnt die CDU eindringlich vor einer Zusammenarbeit mit der Linkspartei. Eine solche Koalition würde die Union zerreißen, sagte er im Interview mit der „Welt“.

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Leif-Erik Holm lässt keinen Zweifel: Eine Kooperation der CDU mit der Linkspartei in Mecklenburg-Vorpommern wäre für die Union verheerend. „Das würde den Laden zum Explodieren bringen“, sagte der AfD-Spitzenkandidat im Interview mit der Welt (Wochenendausgabe 8./9. August 2026). Sollte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach der Landtagswahl am 20. September auf eine rot-rot-grüne Mehrheit setzen, würde die Union damit „politischen Selbstmord“ begehen, so Holm.

Der 56-jährige Bundestagsabgeordnete und gelernte Volkswirt empfing den Reporter an einem Bootsverleih am Schweriner Ziegelsee – kurz vor dem offiziellen Wahlkampfstart. Dabei bekräftigte er gleichzeitig seine Bereitschaft, mit der CDU zusammenzuarbeiten: Es gebe „mit einzelnen CDU-Mitgliedern hier im Land sehr gute Kontakte“, sagte Holm, ohne Namen zu nennen. „Das sind Leute aus dem Landtag sowie von der Kreisebene, und die haben hohes Interesse an neuen Optionen.“

CDU erteilt Avancen eine klare Absage

Die CDU-Landesgeneralsekretärin Katy Hoffmeister verwies auf Anfrage auf den Unvereinbarkeitsbeschluss ihrer Partei, der „Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ sowohl mit der Linken als auch mit der AfD ausschließt. Holms Behauptung, die AfD sei „ganz sicher keine extreme Partei“, ließ sie unkommentiert.

Im Interview wich Holm der Frage nach fehlender Distanz zu Rechtsextremen in den eigenen Reihen aus und betonte lediglich: „Die AfD ist ganz sicher keine extreme Partei.“ Den Rücktritt von Jens Spahn als Unionsfraktionschef nannte er folgerichtig: „Ja, das war notwendig. Wer bestimmte Positionen vertritt…“

Alleinregierung als erklärtes Ziel

Zeitgleich zum Erscheinen des Interviews hielt die AfD am Samstag ihren offiziellen Wahlkampfauftakt in Stralsund ab. Vor rund 200 Anhängern gab Holm die Zielmarke aus: „Wir müssen die Alleinregierung erreichen, das ist die große Aufgabe. Wahrscheinlich werden wir sie erreichen bei etwa 43 Prozent. Da müssen wir wirklich noch etwas arbeiten, aber die Dinge sind dynamisch.“

Und wenn die das schaffen, was meint ihr, was dann los ist? Dann gibt es einen Endspurt, den es so noch nie gegeben hat.
Leif-Erik Holm, AfD-Spitzenkandidat Mecklenburg-Vorpommern

Holm bezog sich dabei auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September – zwei Wochen vor dem Urnengang in MV. Laut Umfragen liegt die AfD dort mit derzeit 36 Prozent ebenfalls in Schlagdistanz zur absoluten Mehrheit. „Und wenn die das schaffen, was meint ihr, was dann los ist? Dann gibt es einen Endspurt, den es so noch nie gegeben hat“, rief er den Anhängern zu.

Dario Seifert, Generalsekretär der AfD in MV, baute in Stralsund bereits für den Fall einer verpassten Alleinregierung vor: „Lass’ sie am Ende sich gerne zusammenfinden, wie sie es in Thüringen und anderswo gemacht haben, und irgendwelche AfD-Abwehrkoalitionen bilden. Eine derartige Koalition werde nicht lange halten. Und dann ist die Zeit gekommen, die Zeit der AfD.“

Deutschland ist bereits jetzt bis zur Unkenntlichkeit verändert. Niemand kann doch mehr das Haus verlassen, ohne angstvoll über die Schulter zu schauen.
Leif-Erik Holm beim „Tag der deutschen Jugend“ in Schwerin, 2. August 2026

Völkische Untertöne und die „Bevölkerungsaustausch“-These

Im Welt-Interview bekräftigte Holm die umstrittene Behauptung, die Regierung Schwesig arbeite daran, „die deutsch geprägte Gesellschaft“ zu ersetzen. Dieses Narrativ gehört zum Kernbestand rechtsextremer Ideologie und wird von Wissenschaftlern als Variante der „Bevölkerungsaustausch“-Verschwörung eingeordnet.

Bereits eine Woche zuvor, beim „Tag der deutschen Jugend“ der AfD-Jugendorganisation in Schwerin, hatte Holm erklärt: „Deutschland ist bereits jetzt bis zur Unkenntlichkeit verändert. Niemand kann doch mehr das Haus verlassen, ohne angstvoll über die Schulter zu schauen.“ Er rief die Jugend dazu auf, „aktiv zu Felde ziehen“.

Der Wahlkampf im Zeitraffer

  1. 6. Juli 2026
    NDR-Umfrage: AfD bei 36 Prozent

    Die jüngste Erhebung von Infratest dimap sieht die AfD klar vor der SPD (29 %). Rot-Rot-Grün käme auf 46 Prozent – eine hauchdünne rechnerische Mehrheit.

  2. 2. August 2026
    „Tag der deutschen Jugend“

    Holm spricht in Schwerin von einem „bis zur Unkenntlichkeit veränderten“ Deutschland und ruft die Jugend zum Kampf auf.

  3. 5. August 2026
    SPD-Wahlkampfstart

    Ministerpräsidentin Schwesig und SPD-Generalsekretär Barlen eröffnen den Wahlkampf mit personalisierter Kampagne ohne Parteilogo.

  4. 8. August 2026
    Welt-Interview und AfD-Auftakt

    Holm warnt die CDU im Welt-Interview vor Linkskoalition. Parallel Wahlkampfauftakt in Stralsund: 43-Prozent-Ziel ausgerufen.

  5. 6. September 2026
    Landtagswahl Sachsen-Anhalt

    Holm erhofft sich Rückenwind durch einen Erfolg der AfD in Sachsen-Anhalt.

  6. 20. September 2026
    Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern

    Die Wahl entscheidet über die künftigen Machtverhältnisse in Schwerin.

Mehrheiten auf Messers Schneide

Laut der NDR-Umfrage vom 6. Juli kommt eine rot-rot-grüne Koalition unter Schwesig auf 46 Prozent, während CDU (9 Prozent) und Grüne (5 Prozent) an der Fünfprozenthürde kratzen. Das BSW liegt bei 4 Prozent. Rechnerisch reicht es für Rot-Rot-Grün – doch die Schwankungsbreite von drei Prozentpunkten lässt alle Optionen offen.

Schwesig selbst bezeichnet die AfD wiederholt als „gefährliche und unsoziale Partei“ und spricht von einer Richtungs- und einer Zweikampf-Wahl. Sollte Holm im Wahlkreis Schwerin den direkten Einzug in den Landtag verpassen, bliebe ihm die Rückkehr in den Bundestag. Der AfD-Spitzenkandidat tritt nicht über die Landesliste an, sondern fordert die Ministerpräsidentin direkt heraus – und liegt mit 45 Prozent Ziel knapp über der jüngsten Umfrage.