Campino nennt AfD eine „Bande von Verbrechern“
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Campino nennt AfD eine „Bande von Verbrechern“

Der Sänger der Toten Hosen hat im Interview mit dem St. Galler Tagblatt die AfD scharf attackiert und ihr kriminelles Verhalten vorgeworfen. Gleichzeitig läutet die Band mit dem Album „Trink aus, wir müssen gehen“ ihren Abschied ein.

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Mit einer scharfen Attacke gegen die AfD und der Ankündigung des letzten Albums haben die Toten Hosen am 20. Mai 2026 ihren schleichenden Abschied eingeleitet. In einem Interview mit dem St. Galler Tagblatt bezeichnete Frontmann Campino die Partei als „Bande von Verbrechern“.

Der 63-Jährige ließ kein gutes Haar an der vermeintlichen Rebellenpartei. „Es ist mir scheißegal, wenn mich gewisse Leute als Spießbürger und Systemtrompete bezeichnen“, sagte er dem Journalisten Stefan Künzli. Die AfD führe sich als Systembrecher auf, „aber im Grunde ist sie eine Bande von Verbrechern“.

Die AfD führt sich als Rebellen-Partei auf, die das System aufbrechen will. Aber im Grunde ist sie eine Bande von Verbrechern.
Campino, Frontmann der Toten Hosen

Sorge vor absoluter AfD-Mehrheit

Campino begründete seine harten Worte mit tiefer Besorgnis über die politische Entwicklung. „Als Bürger dieses Landes, als überzeugte Europäer sind wir nach wie vor besorgt über das, was da gerade passiert“, erklärte er. Man müsse es ernst nehmen, wenn eine Partei wie die AfD in der Lage sei, eine absolute Mehrheit zu erlangen.

Er versprach, auch nach dem Band-Rückzug nicht stillzubleiben: „Ich verspreche Ihnen: Wir würden nicht zuhause stillsitzen, wir würden an Demonstrationen teilnehmen und ich würde auch zwei, drei Worte sagen, wenn das gefragt ist.“ Sollte eine politische Situation entstehen, die ihnen unter den Nägeln brenne, würden sie vielleicht sogar noch ein neues Lied schreiben.

Letztes Album und schleichender Rückzug

Zeitgleich mit der politischen Abrechnung kündigte Campino das Ende der regulären Studioalben an. Das Album „Trink aus, wir müssen gehen“ erschien am 29. Mai 2026 und stieg sofort auf Platz eins der deutschen Charts ein. Es sei „das letzte reguläre Album“, betonte er.

Der Rückzug der Toten Hosen

  1. 20. Mai 2026
    Interview und politische Abrechnung

    Im Gespräch mit CH-Media-Zeitungen nennt Campino die AfD eine „Bande von Verbrechern“ und kündigt das Ende neuer Studioalben an.

  2. 29. Mai 2026
    Album-Release

    „Trink aus, wir müssen gehen“ erscheint und erreicht auf Anhieb Platz 1 der deutschen Charts.

  3. Juni 2026
    Abschiedstournee beginnt

    Die Band startet ihre Tour, unter anderem mit einem Konzert im Zürcher Letzigrund.

  4. 29. Juni 2027
    Großes Finale auf Schalke

    Geplantes Konzert in der Veltins-Arena unter dem Motto „Zurück im Pott“ – der erste Auftritt im Ruhrgebiet seit neun Jahren.

Die Band werde jedoch nicht aufhören zu existieren – sie bleibe als Freundeskreis erhalten. „Wir sind eine Familie, eine Gang“, sagte Campino. Auf dem Düsseldorfer Südfriedhof hätten sie bereits eine gemeinsame Grabstätte, wo schon drei Mitglieder ihrer Gang lägen.

Viraler Shitstorm und gespaltene Reaktionen

Die „Bande von Verbrechern“-Aussage verbreitete sich rasant in den sozialen Netzwerken. Auf X (ehemals Twitter) griffen konservative Accounts die Äußerung auf und stellten Campino in eine Reihe mit Herbert Grönemeyer und Hape Kerkeling, die sich ebenfalls kritisch zur AfD geäußert hatten. Politische Musik sorgt immer wieder für Kontroversen – erst kürzlich strich das ZDF einen Antifa-Song aus der „Anstalt“.

Auf Facebook reagierten die Nutzer gespalten. Während einige die klaren Worte lobten („Alles ist besser als die AfD“), empörten sich andere über die Pauschalverurteilung: „Wie kommt dieser Typ eigentlich dazu, andere Leute als Verbrecher zu bezeichnen?“ Die AfD selbst reagierte zunächst nicht offiziell.

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Abschiedstournee und politisches Engagement

Trotz des Rückzugs aus dem regulären Albumgeschäft wollen die Toten Hosen live weitermachen – solange der Tank noch nicht leer ist. Im Juni 2026 traten sie im Zürcher Letzigrund auf, wo Campino erklärte: „Wir sind auf dem Rückzug. Die Nachspielzeit ist angebrochen. Ich glaube nicht, dass wir bis ins hohe Alter weiterspielen.“

Politisch will er sich auch ohne Band nicht zurückhalten. Er betonte, sie würden an Demonstrationen teilnehmen und das Wort ergreifen, wenn es nötig sei. Eine Reaktion der AfD steht noch aus – doch die Worte des Punks dürften die Partei noch länger beschäftigen.

Wir sind eine Familie, eine Gang. Wir haben zusammen dieses Grab am Düsseldorfer Südfriedhof, da liegen auch schon drei von uns drin. Das wäre jetzt echt schwach, wenn wir die hängen ließen.
Campino, Frontmann der Toten Hosen