Fast jeder zweite Deutsche traut Angela Merkel das höchste Staatsamt zu – und fast jeder zweite nicht. Das geht aus einer Forsa-Umfrage für RTL/ntv hervor, über die t-online berichtet.
47 Prozent der Befragten halten die frühere Bundeskanzlerin für geeignet, 48 Prozent für ungeeignet. Damit liegt Merkel als einzige der abgefragten Personen bei fast jedem Zweiten – bei allen anderen Namen fällt die Ablehnung noch drastischer aus.
Das Ranking: Merkel klar vorn – Kerkeling vor Söder
Mit deutlichem Abstand folgt die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) mit 26 Prozent. Dahinter rangieren TV-Moderator Günther Jauch (25) und Entertainer Hape Kerkeling (24), der mit einer Rede zum Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald aufgefallen war.
Abgeschlagen: Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (20), die frühere CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer (19) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (18). Für den hessischen Regierungschef Boris Rhein sprechen sich elf Prozent aus, für Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien nur sieben.
Eignung für das Bundespräsidentenamt (in Prozent)
Bekanntheit entscheidet – und Merkels Polarisierung
Die Umfrage zeigt auch, wie stark Bekanntheit das Urteil prägt. 36 Prozent der Befragten kennen Ilse Aigner nicht oder haben keine Meinung, bei Boris Rhein sind es 62 Prozent, bei Karin Prien 54. Merkel dagegen erreicht in fast allen Lagern hohe Werte – außer bei der AfD.
Unter CDU/CSU- und SPD-Anhängern halten je 55 Prozent Merkel für geeignet, bei den Grünen sind es 75 Prozent, bei der Linkspartei 70. Nur unter AfD-Anhängern fällt der Wert auf 23 Prozent. Innerhalb der Union liegen neben Merkel auch Julia Klöckner (50) und Ilse Aigner (47) vorn.
Merz setzt auf Rhein, Söder auf Aigner
Ein halbes Jahr vor der Wahl am 30. Januar 2027 ist die Nachfolge offen. In der Union tobt bereits ein offener Machtkampf – Merz will Rhein, Söder auf Aigner. Kanzler Merz hatte zuletzt betont, das Staatsoberhaupt müsse sich zu herausfordernden Zeiten äußern können.
CSU-Chef Markus Söder sprach sich für Ilse Aigner aus. In konservativen CDU-Kreisen fällt zudem der Name des hessischen Regierungschefs Boris Rhein.
Merkel selbst winkt ab
Angela Merkel hat Ambitionen auf das Amt bereits im Frühsommer beim WDR-Europaforum zurückgewiesen.
„Ich war 16 Jahre lang Bundeskanzlerin. Dieses Amt braucht jemand, der mehr Kraft hat.“
Bereits im Februar 2026 hatte ihr Büro Spekulationen mit den Worten „Das ist abwegig“ kommentiert. Steinmeiers zweite Amtszeit endet 2027; eine dritte ist nicht möglich.
