Trump will Straße von Hormus zum US-Territorium machen – Iran lehnt ab
Bild: KI-generiert
Nahost-Konflikt

Trump will Straße von Hormus zum US-Territorium machen – Iran lehnt ab

US-Präsident Donald Trump kündigt an, die strategisch wichtige Meerenge nach einem Sieg über den Iran zum US-Territorium zu machen. Teheran weist den Vorstoß als Illusion zurück und beansprucht die alleinige Kontrolle.

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US-Präsident Donald Trump hat am Freitag in New York angekündigt, die Straße von Hormus nach einem Sieg über den Iran zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären zu wollen. Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, sagte Trump bei einem Auftritt an der Polizeiakademie in Garden City, die USA hätten die Kontrolle über die Meerenge.

Sobald wir den Iran besiegt haben – der gerade eine vernichtende Niederlage erleidet –, werde ich die Hormus-Straße zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären.
Donald Trump, US-Präsident

Trump rief die Amerikaner zugleich auf, etwas höhere Benzinpreise in Kauf zu nehmen, um den Iran am Bau einer Atomwaffe zu hindern. Die von ihm verhängte Blockade nannte er einen „großen Dienst für die Welt“. Bereits am Dienstag hatte Trump behauptet, die USA hätten die Kontrolle über die Straße: „Wir haben die Kontrolle darüber. Niemand sonst. Nur wir.“

Teheran weist Trumps Anspruch zurück

Irans Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi antwortete am Samstag auf X: „Die Straße von Hormus war iranisch, ist iranisch und wird iranisch bleiben.“ Diese Meerenge werde nur unter Irans Befehl geschlossen und geöffnet. Wie The Hill berichtet, betonte Gharibabadi, die Straße lasse sich weder per Tweet noch mit einem Flugzeugträger einnehmen.

Die Straße von Hormus lässt sich weder per Tweet noch mit einem Flugzeugträger noch durch einen Befehl oder eine Wahlkampfrede einnehmen.
Kasem Gharibabadi, Vize-Außenminister des Iran

Schiffsverkehr bricht dramatisch ein

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und steht unter gemeinsamer Gerichtsbarkeit von Iran und Oman. Vor dem Krieg passierten etwa 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gaslieferungen die Wasserstraße. Seit Beginn der Kämpfe ist der Verkehr drastisch eingebrochen: Statt zuvor 130 bis 140 Schiffen pro Tag passierten nach Angaben des Schiffsverfolgungsunternehmens Kpler am letzten Wochenende nur noch sechs Schiffe.

Chronologie der Eskalation

  1. 28. Februar 2026
    Angriffe auf den Iran

    Die USA und Israel greifen den Iran an; Teheran antwortet mit einer Blockade der Straße von Hormus.

  2. Juni 2026
    Memorandum of Understanding

    USA und Iran unterzeichnen ein Abkommen über eine Einstellung der Militäroperationen und sichere Passage; beide Seiten werfen sich Verstöße vor.

  3. Ende Juni 2026
    Kämpfe wieder aufgenommen

    Die Waffenruhe bricht, die Kämpfe werden wieder aufgenommen.

  4. 12. August 2026
    Trump beansprucht Kontrolle

    Trump erklärt, die USA hätten die Kontrolle über die Straße.

  5. 14. August 2026
    Trump will US-Territorium

    Trump kündigt an, die Meerenge nach einem Sieg über den Iran zum US-Territorium zu machen; Teheran weist dies zurück.

Am Samstag meldete das United Kingdom Maritime Trade Operations Centre (UKMTO), dass ein Bulk Carrier in der Straße von einem unbekannten Projektil getroffen wurde. Der Iran rechtfertigt Angriffe auf Handelsschiffe damit, dass ein Teil der Straße in seinen Hoheitsgewässern liege und daher unter seiner Kontrolle stehe.

Forderungen für eine Wiedereröffnung

Der Iran verlangt für eine vollständige Wiedereröffnung der Straße unter anderem ein Ende sämtlicher US-Drohungen, die Aufhebung der Seeblockade iranischer Häfen, den Abzug der US-Streitkräfte aus der Region sowie eine vollständige Entschädigung für die Kriegsschäden. Oman bemüht sich um eine Vermittlung; es gibt Spekulationen über eine Verlängerung der Frist zur Wiedereröffnung um 30 bis 60 Tage, aber eine Einigung steht aus. Wie jux.news zuvor berichtete, hält Teheran die Blockade derzeit aufrecht und plant offenbar Mautgebühren.

Beobachter wiesen Trumps Anspruch auf die Kontrolle zurück. Der ehemalige US-Diplomat Richard Haass betonte, kein Land habe die Kontrolle über die Straße. Fox-News-Moderator Bret Baier sagte, der Verkehr sei trotz Trumps Behauptung auf ein Rinnsal zurückgegangen. Die Energiepreise liegen weiterhin über dem Vorkriegsniveau.

Ob Trump seinen Anspruch tatsächlich umsetzen kann, ist offen. Der Konflikt um die strategisch zentrale Meerenge bleibt damit unverändert hoch; eine diplomatische Lösung ist nicht in Sicht.