Hackerangriff legt zwei Berliner Senatsverwaltungen lahm
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IT-Sicherheit

Hackerangriff legt zwei Berliner Senatsverwaltungen lahm

Nach einem Hackerangriff auf das Berliner Landesnetz sind zwei Senatsverwaltungen seit Freitag ohne Internet und Mail. Laut rbb sind sensible Daten abgeflossen; der Senat spricht offiziell von einem IKT-Vorfall.

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Zwei Berliner Senatsverwaltungen sind seit Freitag offline – nach einem Hackerangriff auf das Landesnetz. Die Beschäftigten können weder E-Mails abrufen noch auf ihre normalen Arbeitssysteme zugreifen, ein Teil der Verwaltung ist faktisch lahmgelegt.

Das Presse- und Informationsamt des Landes bestätigte am Montagnachmittag, dass forensische Untersuchungen eine „Inkriminierung des Landesnetzes Berlin“ ergeben hätten. Senatssprecherin Christine Richter sagte: „Die forensischen Untersuchungen weisen darauf hin, dass es sich um einen Hacker-Angriff handelt.“

Betroffen sind die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen unter Senator Christian Gaebler (SPD) und die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz unter Senatorin Ute Bonde (CDU). Beide Häuser wurden bereits am Freitag, 14. August, vom Landesnetz isoliert.

Betroffen: Zwei Verwaltungen offline

Nach Informationen von rbb24 sind beide Verwaltungen seit Freitagabend komplett vom Internet abgeschnitten. Die Kommunikation läuft seither nur noch über Telefon; die Mitarbeitenden sind offline und können nicht auf ihre normalen Systeme zugreifen.

Der Tagesspiegel zitiert einen Beschäftigten mit den Worten: „Wir sind praktisch arbeitsunfähig, ohne Internet und Mailkommunikation nach außen.“ In der Verkehrsverwaltung wurde den Beschäftigten am Montagmorgen mitgeteilt, dass Arbeit im Homeoffice nicht möglich sei. „An einer Lösung bis morgen glaubt hier kaum einer“, heißt es aus dem Haus.

Sensible Daten abgeflossen

Nach Recherchen von rbb24 sind bei dem Angriff teils sehr sensible Daten abgeflossen. Welche Informationen genau erbeutet wurden, ist bislang unklar. Berlins Chief Digital Officer Florian Hauer geht von einem externen Angriff aus.

Die Angreifer nutzten offenbar eine Schwachstelle im IT-Betrieb der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Für die Lücke war nicht der landeseigene IT-Dienstleister ITDZ verantwortlich; die beiden Häuser betreiben ihren Teil des Landesnetzes in eigener Verantwortung.

Der Tagesspiegel berichtet zudem von einem Datenabfluss, wobei es sich nach Angaben einer mit den Vorgängen vertrauten Person um Daten handeln soll, die auch öffentlich verfügbar sind. Eine andere Person sprach von einem „schweren Cyberangriff“.

Krisenstab und Ermittlungen

Eingeschaltet sind das Landeskriminalamt, die Staatsanwaltschaft Berlin und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Am Montag wurde der IKT-Notfallkrisenstab unter Leitung des Landesbevollmächtigten für Informationssicherheit eingerichtet; ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet.

Chronologie

  1. 14. August 2026
    Isolierung vom Landesnetz

    Die beiden Senatsverwaltungen werden nach der Feststellung einer Inkriminierung vom Landesnetz getrennt und sind seither ohne Internet und Mail.

  2. 17. August 2026, Nachmittag
    Öffentliche Information und Krisenstab

    Das Presse- und Informationsamt informiert über den Hackerangriff; der IKT-Notfallkrisenstab nimmt die Arbeit auf, ein Ermittlungsverfahren wird eingeleitet.

  3. 17. August 2026, Abend
    Politische Kritik

    FDP-Generalsekretär Peter Langer fordert schnelle Aufklärung; die Grünen kündigen eine Befassung im Digitalausschuss an.

  4. 24. August 2026
    Digitalausschuss

    Der Digitalausschuss des Abgeordnetenhauses soll sich mit dem Sicherheitsvorfall befassen.

Kritik an dezentraler IT

Der Grünen-Abgeordnete Stefan Ziller kritisierte Versäumnisse bei der IT-Zentralisierung und will den Sicherheitsvorfall im Digitalausschuss des Abgeordnetenhauses besprechen – unter anderem, welche Sicherheitslücke es gab und welcher Schaden durch abgeflossene Daten droht.

Berlins FDP-Generalsekretär Peter Langer forderte am Montagabend, Ursachen und mögliche Schäden schnell und vollständig aufzuklären. Die FDP verlangt mehr Cybersicherheit: automatisierte Sicherheitssysteme, mehr hochqualifiziertes IT-Personal und wettbewerbsfähige Gehälter.

Cybersicherheit darf nicht erst im Krisenfall Priorität haben.
Peter Langer, FDP-Generalsekretär Berlin

Berlin organisiert seine IT dezentral. Hard- und Software aktuell zu halten, ist Aufgabe der jeweiligen Senats- oder Bezirksverwaltung; ein zentrales Controlling ist nicht vorgesehen. Die Migration zum BSI-zertifizierten ITDZ läuft noch.

Bereits im Juli 2025 fiel die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz einer gezielten Attacke auf einen einzelnen Rechner zum Opfer, bei der personenbezogene Daten entwendet wurden. Das Haus blieb damals arbeitsfähig.

Wann die beiden Häuser zurück ins Landesnetz gehen, welche Systeme kompromittiert wurden und wer hinter dem Angriff steckt, ist bislang offen. Über eine mögliche Lösegeldforderung ist nichts bekannt. Unklar blieb zudem, warum zwischen der Abschaltung am Freitag und der öffentlichen Information ein ganzes Wochenende lag.