AfD-Spitzenkandidat unterstellt Pflegeheimen Briefwahl-Manipulation – ohne Belege
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Landtagswahl

AfD-Spitzenkandidat unterstellt Pflegeheimen Briefwahl-Manipulation – ohne Belege

Drei Wochen vor der Landtagswahl stellt AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund die Briefwahl in Pflegeeinrichtungen unter Manipulationsverdacht – ohne einen Beleg zu liefern. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe spricht von einem „verantwortungslosen“ Generalverdacht.

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Drei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt greift AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund die Briefwahl in Pflegeheimen an – ohne einen Beleg zu liefern. In einem am Sonntag veröffentlichten Video ruft er Pflegekräfte und Angehörige auf, „genau hinzuschauen“, wie fr.de berichtet.

Der Vorwurf des Politikers: In vielen Einrichtungen werde bei der Briefwahl nicht immer alles dem Zufall überlassen. Damit unterstellt er Beschäftigten, pflegebedürftige Bewohner politisch zu beeinflussen – und räumt zugleich ein, dass er dafür keine Belege hat.

X · @UlrichSiegmund

Er sagt zudem: „Aber wir alle wissen doch, wie es läuft, und das möchten wir nicht.“ Mit solchen Andeutungen unterstellt er Heimleitungen und Beschäftigten eine politische Steuerung der Briefwahl – ohne Namen, Fälle oder Beweise zu nennen.

Wir alle wissen es, in vielen Einrichtungen wurde – je nach Trägerschaft – bei der Briefwahl nicht immer alles dem Zufall überlassen.
Ulrich Siegmund, AfD-Spitzenkandidat Sachsen-Anhalt

Unbelegte Vorwürfe

Siegmund appelliert direkt an seine Anhängerschaft in den Heimen: „Du kannst einen Beitrag dazu leisten, dass wir es demokratisch machen“ und „Bitte leiste einen Beitrag dazu, dass die Bewohner selbstständig entscheiden können“.

Zugleich warnt er davor, dass Bewohnern „nicht etwas aus einer gewissen linken oder grünen Ecke vorgegeben wird“. Mit der Zuschreibung an ein politisches Lager verbindet er die Briefwahl mit seiner Kampagne – erneut ohne konkreten Beleg.

Chronologie der Briefwahl-Vorwürfe

  1. 16. August 2026
    Siegmund veröffentlicht Video

    AfD-Spitzenkandidat ruft auf X und Instagram dazu auf, bei der Briefwahl in Pflegeheimen genau hinzuschauen.

  2. 17. August 2026
    DBfK weist Vorwürfe zurück

    Der Pflegeberufsverband spricht von verantwortungslosem Generalverdacht gegen eine ganze Berufsgruppe.

  3. 4. September 2026
    Frist für Briefwahl endet

    Bis Freitag vor der Wahl kann per Briefwahl abgestimmt werden, der Wahlschein muss beantragt werden.

  4. 6. September 2026
    Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

    An diesem Sonntag wird ein neuer Landtag gewählt.

Pflegeverband kontert

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) reagierte am Montag mit scharfer Kritik. Wie der Verband mitteilte, säe, wer ohne Belege öffentlich behaupte, bei der Briefwahl werde nicht immer alles dem Zufall überlassen, gezielt Misstrauen gegen Pflegekräfte. Das sei verantwortungslos.

Der DBfK verweist zudem auf den internationalen ICN-Ethikkodex: Pflegefachpersonen verpflichteten sich, die Würde und Wahlfreiheit jedes Menschen zu achten – unabhängig von politischer Überzeugung. Wer konkrete Hinweise auf Unregelmäßigkeiten habe, müsse sie den zuständigen Stellen vorlegen. Wer keine habe, solle nicht eine gesamte Berufsgruppe unter Generalverdacht stellen.

Umfrage
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Wahlumfragen: AfD führt

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am 6. September 2026 statt. In einer von der Organisation Campact beauftragten Umfrage unter 2.604 Wahlberechtigten liegt die AfD bei 43 Prozent, deutlich vor der CDU mit 23 Prozent. Dahinter folgen Linke (13), SPD (7) und Grüne (5).

Siegmund, der als Ziel „45 Prozent plus X“ ausgibt, will mit der Briefwahl-Kampagne offenbar mobilisieren. Der Pflegeverband hält dagegen: Solange keine Belege vorgelegt werden, bleibt der Verdacht ein politischer Angriff auf Beschäftigte in der Langzeitpflege.

Umfrage zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt (Campact, August 2026)

Anteil der Befragten in Prozent

Quelle: Campact, August 2026

Offen bleibt, ob Siegmund konkrete Hinweise vorlegt – oder ob die AfD den unbelegten Vorwurf bis zum Wahltag als Kampagnenmittel nutzt.