Mareile Höppner: Frauen werden im Alter reglementiert
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Mareile Höppner: Frauen werden im Alter reglementiert

Mareile Höppner erlebt, wie Frauen ab 50 gesellschaftlich eingeschränkt werden: Kleidung, Auftreten, Freiheiten – die Moderatorin hält dagegen und fordert mehr Selbstbestimmung.

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Mareile Höppner (49) fühlt sich von außen viel stärker ans Älterwerden erinnert als von sich selbst. Im Gespräch mit t-online, geführt am Rande der Remus Lifestyle Night, kritisiert die TV-Moderatorin die gesellschaftliche Reglementierung von Frauen – vor allem beim Thema Kleidung.

Die Moderatorin, die von 2008 bis 2022 das ARD-Boulevardmagazin „Brisant“ leitete und heute bei RTL arbeitet, feiert im kommenden Jahr ihren 50. Geburtstag. Auf die Zahl angesprochen, sagte sie laut BUNTE: „Wenn es so weit ist, beschäftigt die Zahl mich bestimmt. Allerdings werde ich von außen viel stärker daran erinnert, dass ich älter werde, als von mir selbst.“

Besonders empört sie der Umgang mit älteren Frauen. Höppner beobachtet, dass Frauen mit zunehmendem Alter zunehmend eingeschränkt werden – etwa durch ungefragte Ratschläge, was sie nicht mehr anziehen dürften.

Man hat immer den Eindruck, Frauen werden geradezu reglementiert, wenn es ums Alter geht.
Mareile Höppner, TV-Moderatorin („Brisant“, RTL)

Für sie ist die Botschaft klar: Wenn sich eine Frau in ihrer Kleidung wohlfühlt, gehe das niemanden etwas an. „Plötzlich kommen Menschen und meinen, dass man bestimmte Dinge nicht mehr anziehen darf“, sagt sie. Auch der aus Hollywood importierte Schönheitswahn untergrabe die Freiheit von Frauen – dabei hätten frühere Generationen diese Freiheit hart erkämpft.

Deutschland besonders streng

Den Umgang mit Frauen in Deutschland sieht Höppner im internationalen Vergleich kritisch. Im Gespräch mit t-online wird sie deutlich.

In Deutschland sind wir wirklich streng mit Frauen. Wir haben ein Riesenproblem damit, entspannt und emanzipiert mit ihnen umzugehen.
Mareile Höppner, TV-Moderatorin („Brisant“, RTL)

Auf Nachfrage nennt Höppner laut TV Spielfilm Italien und Spanien als positive Gegenbeispiele. Dort herrsche „ein ganz anderes Selbstbewusstsein und eine gewisse Grandezza“.

Freiheit statt Verbote

Trotz des Schönheitswahns, unter dem besonders Schauspielerinnen ab 50 mit ausbleibenden Jobangeboten zu kämpfen hätten, dürfe es für Frauen keine Einschränkungen geben. Diese Errungenschaft früherer Generationen lasse sie sich nicht wegnehmen, „schon gar nicht von Menschen, die damit nicht zurechtkommen“.

Ähnlich argumentierte zuletzt Schauspielerin Jella Haase, die die Doppelmoral beim Altern als patriarchales Problem beschrieb. Höppner betont: Interesse an Schönheit und gesellschaftspolitisches Engagement schlössen sich nicht aus.

Jede Frau müsse für sich selbst entscheiden, wie sie älter werden wolle. Wichtig sei ihr, dass ihre Kinder Mut und Selbstständigkeit entwickeln sowie die Fähigkeit, eine eigene Haltung und innere Stärke zu entfalten.

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Was Höppner für sich selbst tut

Für ihr eigenes Älterwerden setzt die 49-Jährige auf regelmäßigen Sport – „nicht fanatisch“ – und bezeichnet sich als „großen Fan guter Kosmetik“. Am Ende gilt für sie: „Ich finde, alles sollte Frauen erlaubt sein, was ihnen guttut.“

Ihre zentrale Forderung lautet: „Wir Frauen sollten uns viel mehr Freiheiten zugestehen. Das Altern können wir ohnehin nicht aufhalten.“ Entscheidend sei die eigene Einstellung: „Aber mit Genuss und innerer Haltung kann man gut älter werden.“