Moskau warnt USA und Türkei vor Waffenlieferung an Kiew
Bild: KI-generiert
Rüstungsdeal

Moskau warnt USA und Türkei vor Waffenlieferung an Kiew

Russland hat die USA und die Türkei offiziell vor der geplanten Lieferung von 70 ATACMS-Raketen und weiteren US-Waffen an die Ukraine gewarnt. Moskau spricht von „großem Schaden“ für die bilateralen Beziehungen – Ankara hatte zuvor versichert, keine tödlichen Waffen an Kiew zu liefern.

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Russland droht den USA und der Türkei mit „großem Schaden“ für die bilateralen Beziehungen. Anlass ist ein geplantes Waffenpaket: 70 ATACMS-Raketen, 12 M270-Mehrfachraketenwerfer und rund 47.000 Artilleriegranaten sollen über Ankara an die Ukraine gehen.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte am Samstag, dem 15. August 2026, Moskau habe Vertreter in Washington und Ankara bereits kontaktiert und eine Klarstellung zu dem angekündigten Transfer verlangt. Wie FOCUS online unter Berufung auf den Kyiv Independent berichtet, fordert Moskau von beiden Regierungen Antworten.

Das Paket im Detail

Nach Angaben der Nachrichtenagentur EFE und des New Voice of Ukraine war die geplante Lieferung bereits am 8. August durch Unterlagen des US-Kongresses bekannt geworden. Demnach will die Türkei ältere Bestände abgeben, während sie ihr eigenes Arsenal modernisiert.

Konkret gehören zu dem Paket: 70 ATACMS-Raketen vom Typ M39, 12 M270-Mehrfachraketenwerfer, mehr als 2000 Streumunitionen und rund 47.000 Artilleriegranaten. EFE spricht von rund 50.000 Schuss Munition.

Da die Waffen in den USA hergestellt sind, sich aber im Besitz der Türkei befinden, ist für die Weitergabe an ein Drittland die Genehmigung Washingtons erforderlich. Das New Voice of Ukraine berichtet, die Lieferung solle nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens im Kongress über türkische, bulgarische und US-amerikanische Rüstungs- und Logistikunternehmen abgewickelt werden.

Chronologie der Eskalation

  1. 8. August 2026
    Geplante Waffenweitergabe wird bekannt

    US-Kongressunterlagen machen das Paket über die Türkei an die Ukraine öffentlich.

  2. 15. August 2026
    Russland warnt und fordert Klarstellung

    Sacharowa kontaktiert Washington und Ankara; Moskau spricht von großem Schaden für die Beziehungen.

  3. 18. August 2026
    FOCUS online berichtet

    Details des Waffenpakets und die russische Warnung werden veröffentlicht.

Moskau droht mit schweren Folgen

Sacharowa drohte mit schwerwiegenden Folgen für die bilateralen Beziehungen. Das russische Außenministerium wirft den USA und der Türkei vor, mit dem Waffentransfer ihre Rolle als mögliche Vermittler im Krieg zwischen Kiew und Moskau selbst zu beschädigen.

Die Lieferung solcher Waffen wird unseren bilateralen Beziehungen zu Washington und Ankara großen Schaden zufügen.
Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums

Dem Bericht zufolge sagte Sacharowa weiter: „Versuche, mit Friedensrhetorik aufzutreten und gleichzeitig Waffen an die Ukraine zu liefern, zerstören zwangsläufig das gegenseitige Vertrauen.“ Dabei griff sie die Türkei direkt an: Ankara habe mehrfach versichert, keine „tödlichen Waffen“ an Kiew zu liefern – mit dem nun bekannt gewordenen Paket stehe diese Linie in Frage.

Ankara zwischen Moskau und Kiew

Die Türkei versucht seit Beginn des Krieges, ihre Beziehungen zu beiden Seiten zu halten. Das NATO-Land pflegt enge wirtschaftliche Beziehungen zu Russland und deckt einen großen Teil seines Gas- und Ölbedarfs direkt aus Russland; zeitgleich unterstützt es die Ukraine militärisch.

2022 vermittelte Ankara das Abkommen über sichere Getreide- und Düngemittelexporte aus ukrainischen Schwarzmeerhäfen und richtete trilaterale Gespräche zwischen den USA, der Ukraine und Russland aus – ein Waffenstillstand oder eine politische Einigung kam dabei nicht zustande.

Nach Angaben des Vietnam.vn und der Zeitung Izvestia bezeichnete Sacharowa die Umstände des Transfers als „widersprüchlich“; unklar sei, welche Seite den Re-Export initiiert habe und wie und wann die Waffen nach Kiew gelangen sollten. Sie fügte hinzu: „Es ist noch Zeit, die Lage nüchtern zu bewerten.“

Was jetzt auf dem Spiel steht

Die Ukraine erhält seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump deutlich weniger direkte Militärhilfe aus Washington. Trump hatte zum Start seiner zweiten Amtszeit ein Kriegsende versprochen, später aber große Teile der US-Unterstützung zurückgefahren. Die Vorgängerregierung hatte der Ukraine laut EFE erstmals in der zweiten Jahreshälfte 2023 ATACMS-Raketen geliefert.

Erst am Freitag vor Sacharowas Äußerung hatte Russlands Außenminister Sergej Lawrow Washington um Aufklärung über eine mögliche Weitergabe von Geheimdienstinformationen an Kiew für Angriffe auf Ziele in Russland gebeten und verschärfte Methoden gegen westliche Ukraine-Hilfen angekündigt.

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Moskau fordert Washington und Ankara zu einer Klarstellung auf und will wissen, wer den Re-Export initiiert habe. Sacharowa betonte, es sei noch Zeit, die Lage nüchtern zu bewerten – die nächsten Schritte der beiden Regierungen dürften über die weitere Eskalation entscheiden.