Lawrow kündigt „verschärfte Methoden“ gegen westliche Ukraine-Hilfen an
Russlands Außenminister Sergej Lawrow kündigt im staatlichen Fernsehen eine deutliche Verschärfung russischer Angriffe auf Ziele an, die der westlichen Unterstützung der Ukraine dienen. Eine Waffenruhe schließt er aus.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow droht dem Westen mit einer neuen Eskalationsstufe. Im Interview mit dem staatlichen Fernsehsender VGTRK kündigte er am Freitag an, Russland werde seine Angriffe auf alles, was die ukrainische Kriegsführung aus dem Westen speist, massiv verstärken. Konkrete neue Ziele nannte er nicht, wie die WELT berichtet.
„Wir werden unsere Methoden deutlich verschärfen, um all das zu zerstören, was Kiews Kriegsmaschinerie aus dem Westen speist. Und wir tun dies bereits.“
Sergej Lawrow, russischer Außenminister
Laut der Nachrichtenagentur AP ergänzte Lawrow: „Wir tun dies bereits, und sie fangen schon an zu jammern.“ Der Westen beschwere sich zunehmend über die Wirkung russischer Angriffe in der Ukraine und bei deren Unterstützern.
Keine Waffenruhe: Lawrow lehnt Stopp entlang der Front ab
Einen sofortigen Stopp der Kämpfe oder ein Einfrieren der Frontlinie schloss Lawrow aus. „Wir werden erst dann aufhören, wenn eine langfristige, zuverlässige und nachhaltige Einigung vorliegt“, sagte er laut Tagesspiegel. Ein Halten entlang der aktuellen Kontaktlinie sei für Russland „inakzeptabel“.
Zur Begründung bemühte Lawrow die Geschichte: „Würden wir jetzt plötzlich an der Kontaktlinie innehalten, würden wir im Grunde den Heldenmut unserer Großväter und Urgroßväter, die den Nationalsozialismus besiegt haben, auslöschen.“ Damit setzt Moskau seine harte Linie fort; einen sofortigen Waffenstillstand, wie ihn der ukrainische Präsident Selenskyj zuletzt gefordert hatte, lehnt der Kreml ab.
Lawrow attackiert EU-Vorgehen gegen russische Öltanker
Brüssel schlage einen „sehr gefährlichen Weg“ ein, kritisierte Lawrow. Die EU maße sich an, Schiffe als Teil einer „Schattenflotte“ zu bezeichnen und festzusetzen. Hintergrund sind Festsetzungen russischer Öltanker durch mehrere westliche Staaten – darunter Großbritannien, Frankreich und Schweden – wegen des Verdachts der Sanktionsumgehung. Zuvor hatte Russlands Präsident Wladimir Putin bereits mit der Beschlagnahmung europäischer Schiffe gedroht.
Eskalation in der Schifffahrt
Vor dem 14. August 2026
Westliche Staaten setzen russische Öltanker fest
14. August 2026
Lawrow kündigt „verschärfte Methoden“ im VGTRK-Interview an
14. August 2026
Sacharowa lehnt Waffenruhe im Schwarzen Meer ab
Lawrow warf den EU-Staaten vor, ihre Entscheidungen über das Völkerrecht zu stellen. Moskau bezeichnet die Festsetzungen seit langem als „Piraterie“ und hat wiederholt gedroht, Kriegsschiffe zum Schutz eigener Handelsschiffe einzusetzen.
Sacharowa lehnt Feuerpause im Schwarzen Meer ab
Auch eine Waffenruhe im Schwarzen Meer wies Moskau am selben Tag zurück. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa erklärte, es gebe keine Grundlage für „Halbheiten“, die der Gegenseite nur eine Atempause verschaffen würden. Zuvor hatte Reuters unter Berufung auf einen Insider berichtet, die Ukraine habe Russland über Dritte angeboten, die Angriffe auf zivile Ziele im Schwarzen Meer beidseitig einzustellen. Dies ließ sich nicht unabhängig verifizieren.
Umfrage
Lädt
Russland führt seit fast viereinhalb Jahren Krieg in der Ukraine. Derzeit stehen die Zeichen auf Eskalation, Verhandlungen sind nicht in Sicht – beide Seiten haben ihren Luft- und Seekrieg intensiviert. Moskaus Ankündigung markiert eine weitere Verschärfung entlang der westlichen Nachschubwege.