Tom Gerhardt nennt Gottschalk-Kritikerinnen „Kreuzritterinnen der Moral“
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Sexismus-Debatte

Tom Gerhardt nennt Gottschalk-Kritikerinnen „Kreuzritterinnen der Moral“

Komiker Tom Gerhardt poltert gegen die Frauen, die Thomas Gottschalk in der Doku „Was haben wir gelacht“ Sexismus vorwerfen. Er spricht von „Kreuzritterinnen der Moral“ und zieht Vergleiche zu Afghanistan und Iran.

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Tom Gerhardt legt im Streit um Thomas Gottschalks Verhalten bei „Wetten, dass..?“ deutlich nach. In einem Interview mit der Abendzeitung München bezeichnet der 68-Jährige die Kritikerinnen als „Kreuzritterinnen der Moral“ und spricht von „riesiger Heuchelei“.

Der Komiker, bekannt als „Hausmeister Krause“, zielt auf den Dokumentarfilm „Was haben wir gelacht“, in dem prominente Frauen über sexistische Kommentare und unangemessene Berührungen im TV der 90er- und 2000er-Jahre berichten. Zu ihnen gehören Hella von Sinnen, Esther Schweins, Maren Kroymann, Bettina Böttinger und Gaby Köster.

Der Auslöser: Doku „Was haben wir gelacht“

In dem 2026 erschienenen Film schildern die Frauen ihre Erlebnisse, Esther Schweins spricht unter anderem über ihre Erfahrungen bei „Wetten, dass..?“. Thomas Gottschalks Moderationsstil gerät dabei besonders in die Kritik. Hella von Sinnen, die zuletzt Dieter Nuhrs ARD-Job infrage stellte, gehört zu den lautesten Stimmen.

Gerhardt hält dagegen: „Man arbeitet sich am bald 80-jährigen 'Sunnyboy' Gottschalk ab, bei dem man ja aufgrund ernster Krankheit nicht viel Gegenwehr befürchten muss. Ach, wie mutig auch. Und natürlich schlagzeilenträchtig.“ Das sagte er der Abendzeitung. Thomas Gottschalk, der seine TV-Karriere beendet hat, hatte nach seinem Krebsjahr angekündigt, nicht mehr in die Öffentlichkeit zu wollen.

Chronologie der Eskalation

  1. 2026
    Doku erscheint

    Der Film „Was haben wir gelacht“ kommt ins Kino; Frauen berichten über Sexismus im TV der 90er und 2000er.

  2. 18. August 2026
    Kritik an Gerhardt

    t-online wirft ihm Verharmlosung der Sexismus-Debatte vor.

  3. 19./20. August 2026
    Podcast „Hafenbar“

    Gerhardt poltert gegen die Gottschalk-Kritik und zeigt der Moderatorin laut Berichten den Mittelfinger.

  4. 20. August 2026
    Abendzeitung-Interview

    Gerhardt legt nach und spricht von „Kreuzritterinnen der Moral“.

  5. 21. August 2026
    Medienecho

    Wunderweib, TV Movie und BUNTE greifen die Aussagen auf.

Podcast-Eklat mit Mittelfinger

Ausgelöst wurden Gerhardts Äußerungen im Video-Podcast „Hafenbar“ von Journalistin Nicoletta Knust. Auf die Frage, ob sein Auftritt bei „Wetten, dass..?“ 1994 ihn bekannter gemacht habe, schwenkte er auf die aktuellen Gottschalk-Vorwürfe um.

Dass sie sich jetzt entblöden, den armen Thomas Gottschalk in den Dreck zu ziehen, nur weil er mal einer Frau an die Schulter gefasst hat, ist so lächerlich.
Tom Gerhardt im Podcast „Hafenbar“

Auf kritische Nachfragen der Moderatorin reagierte er gereizt und zeigte ihr nach übereinstimmenden Berichten sogar den Mittelfinger.

Gegenwind: Kritik an Gerhardt

Die Rezeption fällt überwiegend kritisch aus. Eine Kolumne von Janna Halbroth bei t-online wirft Gerhardt vor, die Sexismus-Debatte zu verharmlosen und die damaligen Machtverhältnisse auszublenden.

In den 90er-Jahren sei die Unterhaltungsbranche fast ausschließlich männlich dominiert gewesen, Frauen hätten kaum eine Plattform gehabt, um Unbehagen zu äußern, heißt es in der Kolumne. Der späte Zeitpunkt der Vorwürfe sei Ausdruck dieser Strukturen, nicht von Heuchelei.

Auch Wunderweib und TV Movie weisen darauf hin, dass der Afghanistan-/Iran-Vergleich die Erfahrungen deutscher Frauen nicht entwerte. Gerhardt selbst hatte im Podcast betont, in Afghanistan würden Frauen „über die Straße gepeitscht“, im Iran drohten beim Singen „120 Peitschenhiebe“.

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Persönliche Worte an Hella und Esther

Gerhardt räumt den Frauen zumindest das Recht auf ihre Gefühle ein. In der Abendzeitung sagt er: „Es ist natürlich ihr Recht, sich so gefühlt zu haben, wie sie sich denn gefühlt haben. Trotz Bussi-Bussi mit Tommy vor und nach der Show.“

Hella und Esther, tut mir leid: Ich mag euch trotzdem. Ihr mich nicht mehr. Euer Tom.
Tom Gerhardt in der Abendzeitung

Zudem kündigte Gerhardt an, sich von „moralinsauren Heuchlern“ nichts vorschreiben zu lassen und seine teils Jahrzehnte alten Figuren und Gags nicht zu überarbeiten – eine Haltung, die Kritiker als fehlende Selbstreflexion deuten.

Ob Hella von Sinnen und Esther Schweins auf die direkte Ansprache reagieren, ist offen. Bislang haben sich beide nicht öffentlich zu Gerhardts neuerlichen Angriffen geäußert.