Siegmund weist ZDF-Reporter Köster ab – der kontert mit Schlaganfall-Frage
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Wahlkampf

Siegmund weist ZDF-Reporter Köster ab – der kontert mit Schlaganfall-Frage

Am AfD-Wahlkampfstand in Oranienbaum lieferten sich Ulrich Siegmund und ZDF-Moderator Fabian Köster einen dreiminütigen Schlagabtausch. Köster provozierte mit Fragen zu Hitlerjugend-Liedern und Fachkräften, Siegmund sprach von „unterster Schublade“.

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„Was machst du, wenn die GEZ weg ist? Normal arbeiten gehen, könnt ihr das?“ Mit dieser Frage stieg der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund am Donnerstag am Wahlkampfstand in Oranienbaum in einen Schlagabtausch mit ZDF-Moderator Fabian Köster. Der rund dreiminütige Wortwechsel wurde von mehreren Kameras aufgezeichnet und am Freitag von WELT und anderen Medien dokumentiert.

Köster, der mit Deutschland-Cap am Stand erschien, stellte sich als „neuer Reporter“ des „Grundfunks“ vor – eine Anspielung auf eine frühere Heute-Show-Folge, in der der öffentlich-rechtliche Rundfunk so bezeichnet wurde. Siegmund animierte ihn: „Gib mal alles jetzt!“

Hitlerjugend-Vorwurf und DDR-Hymne

Köster fragte nach Siegmunds Lieblingslied und verwies auf AfD-Landtagskandidat Simon Lansmann, an dessen Grundstück im Juni laut Spiegel-Recherchen eine völkische Sommersonnenwendefeier mit einem Kampflied der Hitlerjugend stattgefunden haben soll. Zugleich hielt er Siegmund vor, die DDR-Hymne zu singen.

Ich kenne mich langsam nicht mehr aus. Müssen Sie sich langsam nicht mal entscheiden, von welcher Diktatur Sie Fan sind?
Fabian Köster, ZDF-Moderator und Kabarettist

Siegmund wies das zurück: „Das war jetzt ein bisschen schwach, ehrlich gesagt. Ich dachte, Sie sind kreativ.“ Als Köster auf eine Antwort drängte, blockte er ab: „Ne, das ist unkreativ. Sie sind beim ZDF, das merkt man.“ Köster legte nach, dass Siegmunds Pressesprecher bei der Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) gewesen sei.

Rundfunkbeitrag und Fachkräftemangel

Beim Thema Rundfunk fragte Siegmund, was Köster mache, wenn der Rundfunkvertrag weg sei. Köster verwies auf hohe Hürden des Bundesverfassungsgerichts für einen neuen Rundfunk. Siegmund antwortete: „Ja, von 1988 ist die Rechtsgrundlage. Das werden wir anfassen. Wir machen das schon.“

Zum Fachkräftemangel hielt Köster der AfD vor, laut Wahlprogramm auf ausländische Fachkräfte verzichten zu wollen. Siegmund entgegnete, ausländische Fachkräfte seien „herzlich willkommen“, aber keine Lösung des Problems. Daraufhin fragte Köster: „Das heißt, wenn Sie jetzt einen Schlaganfall kriegen, sollen wir warten, bis ein blonder, blauäugiger Arzt da ist?“

Siegmund antwortete nicht auf die Frage, sondern kommentierte: „Also, ich dachte, es wird witzig, aber das ist ja wirklich unterste Schublade.“ Köster hakte zur Geburtenwende nach: „Sie wollen das Ganze ja durch eine Geburtenwende lösen. Sind Sie aufgeklärt worden? Wissen Sie, wie lange das dauert, von der Zeugung bis zur Fachkraft?“

Siegmund bricht ab und geht

Siegmund fragte zurück, ob Köster Kinder habe. Der 31-Jährige antwortete: „Nee, bin ja selbst noch ein Kind.“ Siegmund kommentierte: „Wunderbar, selbstentlarvend. Also, ich hab wirklich gedacht, das wird witzig. Offenbar gibt es beim ZDF schon die ersten Sparmaßnahmen. Wir merken es ja heute.“

Er klopfte Köster kumpelhaft auf die Schulter und verabschiedete sich mit den Worten: „Wir holen uns unser Land zurück, liebe Freunde, jetzt muss ich weiter.“ Sein letzter Satz vor dem Abgang: „Herzlich willkommen in Sachsen-Anhalt. Hier zerschellt der öffentlich-rechtliche Rundfunk an der Realität.“

Nach Angaben von merkur.de begrüßte Siegmund Köster zunächst versehentlich mit „Florian“ – eine Verwechslung, die sich im Verlauf wiederholte. Zudem warf Köster ihm vor, das AfD-Programm sei nicht gegenfinanziert – 2,2 Milliarden Euro fehlten pro Jahr – und fragte ironisch, ob er sich dafür „ein Darlehen von Putin holen“ wolle.

Die Begegnung fällt in die heiße Phase des Wahlkampfs: In Sachsen-Anhalt liegt die AfD laut einer Umfrage der Agentur pollytix bei 43 Prozent, die CDU bei 23 Prozent. Bereits im August hatte Siegmund ein Spiegel-Cover, das ihn im Fahndungsplakat-Stil zeigte, als „Ritterschlag“ gefeiert.

AfD liegt in Sachsen-Anhalt vorn

Quelle: pollytix, August 2026

In gut zwei Wochen wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag.