Putin droht Kiew mit zerstörerischer Vergeltung
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Ukraine-Krieg

Putin droht Kiew mit zerstörerischer Vergeltung

Nach den massiven ukrainischen Drohnenangriffen auf russische Raffinerien und Logistikzentren droht Kremlchef Wladimir Putin mit einer harten militärischen Antwort. Die Ukraine habe die „Büchse der Pandora“ geöffnet, sagt er im Staatsfernsehen.

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Kremlchef Wladimir Putin hat der Ukraine mit einer harten militärischen Antwort gedroht. In einem Interview mit dem Moskauer Staatsfernsehen, das Handelsblatt zitiert, warf er Kiew vor, mit den Drohnenangriffen auf russische Ölraffinerien und Logistikzentren die „Büchse der Pandora“ geöffnet zu haben.

Es war Putins erste öffentliche Äußerung seit Beginn der massiven ukrainischen Angriffe. Die Ukraine hatte bereits im Juni eine 40-tägige SBU-Operation genehmigt, um Russland zum Frieden zu zwingen. Putin sagte, die Ukraine habe die Reaktion selbst provoziert.

Putin kündigte an, dass Russland nicht lange warten werde und die Ukraine die Gegenmaßnahmen bekommen werde. Die Handlungen der russischen Armee würden noch deutlich spürbarer und zerstörerischer ausfallen.

Drohung an Kiew

Seine Ankündigung war unmissverständlich: Russland werde militärisch antworten.

Die Gegenmaßnahmen werden nicht lange auf sich warten lassen. Die bekommt ihr.
Wladimir Putin, Präsident Russlands

Zudem kündigte er an: „Dabei werden die Handlungen der russischen Armee noch deutlich spürbarer und zerstörerischer ausfallen.“

Ultranationalistische Kreise in Russland hatten Putin zuletzt zu einem härteren Vorgehen gedrängt.

Schäden eingeräumt

Erstmals räumte Putin ein, dass die ukrainischen Angriffe Russland tatsächlich treffen: „Die ukrainischen Angriffe fügen unserem Land wirtschaftlichen Schaden zu. Sie führen zu Verlusten.“

Für die Lage auf dem Schlachtfeld habe das Kiew allerdings nichts gebracht. Den angeblichen, vom Westen unterstützten 40-Tage-Plan der Ukraine zur Vernichtung der russischen Wirtschaft nannte Putin gescheitert. Auch die Einheit der russischen Bevölkerung sei nicht zerstört worden.

Die Angriffe haben bereits zu erheblichen Einschränkungen geführt: Nur noch zwei von zehn Raffinerien sind unversehrt, und Russland meldete in einer Nacht die Abwehr von 457 ukrainischen Drohnen.

Angriff auf Kiews Wirtschaft

Als Konsequenz kündigte Putin an, Russland werde nun selbst die empfindlichsten Bereiche der ukrainischen Wirtschaft ins Visier nehmen – „die ohnehin bereits am Abgrund“ stünden.

Besonders hob er die Abhängigkeit Kiews vom Export von Agrarprodukten hervor. Die Ukraine ist einer der weltweit bedeutendsten Getreideexporteure. Putin erklärte, Russland habe nach guter Ernte ein großes Exportpotenzial und werde den Weltmarkt bedienen – eine kaum verhüllte Drohung, Kiew auf den Agrarmärkten zu verdrängen.

Zugleich verteidigte Putin die jüngsten russischen Angriffe mit ballistischen Raketen als „passend und effektiv“. Sie hätten den Soldaten an der Front geholfen. Diese Schläge hatten zuletzt viele zivile Opfer gefordert, darunter 17 Tote bei einem Angriff auf Kiews Warenlager.

Friedenssignale zurückgewiesen

Auf die Frage nach Verhandlungen äußerte sich Putin ablehnend. Die Ukraine habe zuletzt über Vermittler „exotische Vorschläge“ für eine Friedenslösung überbracht, die er ohne Details zurückwies.

Nach Putins Darstellung werde damit versucht, eine für die Ukraine „katastrophale Entwicklung“ abzuwenden. Ein Dialog sei nur auf Grundlage der tatsächlichen Lage an der Front möglich.