AfD überholt SPD in Rheinland-Pfalz – in Bremen steht sie sofort bei 17 Prozent
Bild: KI-generiert
Wahlumfragen

AfD überholt SPD in Rheinland-Pfalz – in Bremen steht sie sofort bei 17 Prozent

Zwei neue Umfragen zeigen: Die AfD legt in Bremen und Rheinland-Pfalz deutlich zu. In Rheinland-Pfalz überholt sie erstmals die SPD, in Bremen stünde sie aus dem Stand auf Platz drei – die Sozialdemokraten stürzen in beiden Ländern ab.

Veröffentlicht
JUX auf Google folgen

Die AfD überholt in Rheinland-Pfalz erstmals die SPD – und wäre in Bremen aus dem Stand drittstärkste Kraft. Zwei Umfragen innerhalb von 24 Stunden zeigen, wie tief die etablierten Parteien in beiden Ländern fallen. Das geht aus dem neuen Rheinland-Pfalz-Trend von Infratest dimap im Auftrag des SWR und einer INSA-Erhebung für Bremen hervor.

In Rheinland-Pfalz klettert die AfD auf 24 Prozent (plus 4,5 Punkte im Vergleich zur Landtagswahl im März 2026), während die SPD auf 19 Prozent abstürzt – ihr schlechtester je gemessener Wert. In Bremen erreicht die AfD 17 Prozent und liegt damit vor Grünen (15) und Linkspartei (14).

Bremen: AfD aus dem Stand auf Platz drei

Bei der Bürgerschaftswahl 2023 stand die AfD gar nicht auf dem Stimmzettel – jetzt käme sie auf 17 Prozent. Das ergibt die INSA-Umfrage, die der Weser-Kurier veröffentlicht hat. Befragt wurden vom 28. Juli bis 4. August 1.000 Wahlberechtigte online; die Fehlertoleranz liegt bei 3,1 Prozent.

Die SPD von Bürgermeister Andreas Bovenschulte stürzt um 9,8 Punkte auf 20 Prozent – laut INSA verliert sie jeden dritten Wähler gegenüber 2023. Die CDU bleibt mit 21 Prozent knapp vorn, büßt aber 5,2 Punkte ein.

Zwischen CDU und SPD zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab.
Hermann Binkert, INSA-Geschäftsführer

Die derzeitige rot-rot-grüne Koalition käme laut INSA auf zusammen 49 Prozent und hätte damit eine deutliche Mehrheit. Eine Große Koalition aus CDU und SPD brächte nur 41 Prozent – zu wenig für die nötigen 44 Sitze.

Rheinland-Pfalz: AfD überholt erstmals die SPD

Im ersten Rheinland-Pfalz-Trend seit der Landtagswahl vom 22. März 2026 schiebt sich die AfD mit 24 Prozent auf Platz zwei – vor der SPD, die auf 19 Prozent fällt. Die CDU bleibt mit 28 Prozent stärkste Kraft, verliert aber 3 Punkte. Das meldet der SWR.

Rheinland-Pfalz: Sonntagsfrage August 2026

Angaben in Prozent

Quelle: Infratest dimap/SWR, veröffentlicht 20.08.2026

Die Grünen verbessern sich auf 11 Prozent, die Linkspartei schafft mit 5 Prozent knapp den Einzug in den Landtag. Freie Wähler und FDP bleiben bei 3 Prozent und wären nicht vertreten.

100-Tage-Bilanz: Schwarz-Rot verliert an Rückhalt

Die neue Landesregierung unter Gordon Schnieder (CDU) hat Mitte Mai ihre Arbeit aufgenommen. Nach 100 Tagen sind 54 Prozent der Befragten unzufrieden, nur ein Drittel zufrieden. Die WELT berichtet zudem, dass 55 Prozent keine ersten Schritte für eine andere Politik erkennen und 49 Prozent an klaren Konzepten zweifeln.

Auch gemeinsam kommen CDU und SPD nur noch auf 47 Prozent – rund 10 Punkte weniger als die 56,9 Prozent bei der Wahl im März. Als wichtigste Themen nennen die Befragten Bildung, Mobilität/Verkehr und Zuwanderung; Umwelt- und Klimaschutz gewinnt angesichts von Hitze und Trockenheit an Bedeutung.

Einordnung: Ein Trend mit klarem Muster

Beide Umfragen zeigen: Die AfD profitiert von der Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien. Besonders die SPD verliert massiv – in Bremen fast zehn Punkte, in Rheinland-Pfalz fast sieben. Die CDU kann aus ihrer Rolle als stärkste Kraft in beiden Ländern keinen Vorteil ziehen. Ähnliche Verluste für Regierungsparteien zeigten sich zuletzt auch in Brandenburg, wo die AfD auf 37 Prozent kam, und in Sachsen-Anhalt mit 41 Prozent für die AfD.

Offen bleibt, ob die Landesregierungen die Trendwende noch schaffen. In Bremen findet die nächste Bürgerschaftswahl erst am 30. Mai 2027 statt – Zeit für eine Erholung, aber auch für eine weitere Zuspitzung.