Diddy-Anwalt wollte Tupac-Doku von Apple TV löschen lassen
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Filmstreit

Diddy-Anwalt wollte Tupac-Doku von Apple TV löschen lassen

Am fünften Prozesstag im Mordprozess um Tupac Shakur hat der Produzent Mike Dorsey ausgesagt, ein Anwalt von Sean „Diddy“ Combs habe nach Erscheinen seiner Doku „Murder Rap“ deren Entfernung von Apple TV gefordert. Dorsey weigerte sich – eine Klage kam nie.

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Der Streit um die True-Crime-Doku „Murder Rap“ erreicht den Gerichtssaal: Am fünften Prozesstag im Mordprozess um den 1996 erschossenen Rapper Tupac Shakur in Las Vegas hat der Filmproduzent Mike Dorsey ausgesagt, ein Anwalt von Sean „Diddy“ Combs habe nach Erscheinen seiner Doku deren Entfernung von Apple TV verlangt. Wie BILD berichtet, sollte der Film binnen fünf Werktagen gelöscht werden.

Angeklagt ist Duane „Keffe D“ Davis (63), früherer Anführer der Compton Crips aus Los Angeles. Ihm wird vorgeworfen, den tödlichen Drive-by-Anschlag auf Tupac Shakur (†25) am 7. September 1996 am Las Vegas Strip organisiert zu haben. Die Staatsanwaltschaft sieht in Davis’ früheren Aussagen belastende Geständnisse: Er soll das Auto gemietet haben, das neben dem BMW von Death-Row-Chef Suge Knight (61) hielt, während sein Neffe Orlando „Baby Lane“ Anderson die tödlichen Schüsse abgab.

Dorsey schilderte im Zeugenstand, die Veröffentlichung sei für ihn mit erheblichem Risiko verbunden gewesen – persönlich und finanziell. „Ich hatte Angst um meine eigene Sicherheit, weil wir ein Mitglied einer gewalttätigen Straßengang des Mordes beschuldigten“, sagte er. „Wir legten uns mit jemandem an, der damals auf dem Weg war, Milliardär zu werden.“

Wir sagten: Nein, wir lassen den Film online.
Mike Dorsey, True-Crime-Produzent von „Murder Rap“

Dorsey weigerte sich also. Das juristische Risiko habe bei ihm als Produzent gelegen – „Ich bin derjenige, der verklagt wird, nicht Apple.“ Eine Klage von Diddy kam jedoch nie: „Das war das Letzte, was wir davon gehört haben.“ Auf die explizite Frage, ob Diddy ihn letztlich verklagt habe, antwortete Dorsey mit „Nein“.

Die Doku und das angebliche Millionen-Kopfgeld

Die Doku „Murder Rap“ (2015) basiert auf dem gleichnamigen Buch des ehemaligen LAPD-Ermittlers Greg Kading und beschäftigt sich mit den Morden an Tupac Shakur und Christopher „Notorious B.I.G.“ Wallace. Im Zentrum stehen schwere Anschuldigungen, die der Angeklagte Duane „Keffe D“ Davis 2008 in einem geheimen Polizeiverhör gegen Diddy erhoben hatte: Combs habe eine Million Dollar für die Tötung zweier prominenter Death-Row-Mitglieder geboten.

Bereits am Donnerstag, dem vierten Prozesstag, hatte der pensionierte LAPD-Ermittler Daryn Dupree von diesem Vorwurf berichtet. The Hollywood Reporter zitiert Dupree mit der Aussage, Davis habe ihm 1997 erzählt, Combs habe eine Million Dollar für die Tötung von Shakur und Suge Knight geboten. Das Geld sollte über Eric „Von Zip“ Martin fließen – angekommen sei es jedoch nie.

Chronologie des Falls

  1. 7. September 1996
    Tupac Shakur wird angeschossen

    Drive-by-Shooting in Las Vegas; Shakur stirbt Tage später, Suge Knight wird verletzt.

  2. 2008
    Keffe D belastet Diddy

    In einem geheimen Polizeiverhör spricht Davis von einem angeblichen Millionen-Kopfgeld.

  3. 2011
    Buch „Murder Rap“ erscheint

    Ex-LAPD-Ermittler Greg Kading veröffentlicht seine Ermittlungen.

  4. 2015
    Doku „Murder Rap“ erscheint

    Ein Diddy-Anwalt fordert vergeblich die Löschung von Apple TV.

  5. 2023
    Verhaftung von Davis

    Fast drei Jahrzehnte nach dem Mord wird Duane „Keffe D“ Davis in Las Vegas festgenommen und angeklagt.

  6. 12. August 2026
    Prozessbeginn

    Der Mordprozess gegen Davis beginnt in Las Vegas.

  7. 21. August 2026
    Dorsey sagt aus

    Am fünften Prozesstag berichtet der Produzent von der Löschforderung.

Keine Beweise, aber eine hartnäckige Theorie

Wichtig ist: Die Ermittlungen lieferten keine Beweise für eine Beteiligung von Sean „Diddy“ Combs an einem Mordkomplott gegen Tupac oder Suge Knight. Combs wurde nie im Zusammenhang mit Shakurs Tod angeklagt und hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen – die von Greg Kading verbreitete Theorie nannte er „lächerlich“. Dennoch hält sie sich seit Jahrzehnten.

Combs sitzt derzeit im US-Bundesstaat New Jersey in Haft; er wurde wegen Sexualstraftaten verurteilt. Seine Haftentlassung wurde zuletzt verschoben, wie auf jux.news berichtet wurde.

Wie es im Prozess weitergeht

Der Prozess gegen Duane „Keffe D“ Davis (63) wird fortgesetzt. Der frühere Anführer der Compton Crips plädiert auf nicht schuldig; seine Verteidigung argumentiert, Davis habe seine Geschichten für Geld und Aufmerksamkeit erfunden oder ausgeschmückt. Der Prozess hatte am 12. August begonnen.

Am Montag, dem 24. August 2026, ging der Prozess weiter. Ob Sean „Diddy“ Combs selbst in den Zeugenstand gerufen wird, ist bislang offen – ebenso, ob die neuen Aussagen zur Löschforderung Konsequenzen für ihn haben.