CIA-Chef Ratcliffe fliegt unangekündigt nach Moskau – Kreml bestreitet Gespräche
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Geheimdiplomatie

CIA-Chef Ratcliffe fliegt unangekündigt nach Moskau – Kreml bestreitet Gespräche

Ein unangekündigter Flug, ein schweigender Geheimdienst und ein Dementi aus dem Kreml: Was CIA-Direktor John Ratcliffe in Moskau wollte, bleibt offen.

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Am Dienstagmorgen um 10:04 Uhr Moskauer Zeit setzte eine Boeing C-17A Globemaster III der US Air Force auf dem Flughafen Wnukowo auf, wie T-Online aus Flugdaten rekonstruierte. Gut eine Stunde zuvor war die Maschine in Riga gestartet. An Bord soll CIA-Direktor John Ratcliffe gewesen sein.

Eine offizielle Begründung für den Flug gab es zunächst nicht. Wie NBC News berichtete, hätten zuerst CBS News und Axios über die Reise berichtet – unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person. Demnach sollte Ratcliffe in Moskau Gespräche führen, ohne dass klar war, mit wem und worüber.

CIA-Direktor erstmals in Moskau

Die CIA selbst lehnte eine Stellungnahme ab. Für Ratcliffe wäre es die erste bekannte Moskau-Reise seit seinem Amtsantritt im Januar 2025. Zuvor war er im Januar 2026 nach Venezuela und im Mai 2026 nach Kuba gereist – beides ebenfalls ohne großes Aufsehen.

Der letzte CIA-Chef in Russland war 2021 William Burns. Er hatte damals vor einer Invasion der Ukraine gewarnt. CIA-Direktoren werden immer wieder als diskrete Gesandte des Präsidenten eingesetzt, wenn es um heikle Gespräche mit Gegnern geht.

Kreml: Keine Informationen über das Flugzeug

Kremlsprecher Dmitri Peskow reagierte ausweichend. Er habe keine Informationen über das Flugzeug, sagte er laut Kyiv Post. In dieser Woche seien zudem keine Treffen mit Vertretern der US-Regierung geplant.

We have no information about this.
Dmitri Peskow, Kremlsprecher

Auch das US-Verteidigungsministerium und das Weiße Haus äußerten sich zunächst nicht. Das lettische Verteidigungsministerium bestätigte laut T-Online lediglich, dass der Flug ordnungsgemäß koordiniert und für den lettischen Luftraum genehmigt worden sei. Weitere Angaben machte es nicht.

Die Route führte über Andrews und Riga

Die Flugdaten zeigen eine ungewöhnliche Reiseroute. Am 22. August startete die Maschine an der Joint Base McGuire-Dix-Lakehurst in New Jersey, flog über Charleston in South Carolina und die Joint Base Andrews bei Washington – den Heimatflughafen von Air Force One – nach Riga. Dort blieb sie zwei Tage, bevor sie am Dienstagmorgen nach Moskau abhob.

Chronologie des Fluges

  1. 22. August 2026
    Start in New Jersey

    Die C-17 startet an der Joint Base McGuire-Dix-Lakehurst und fliegt nach Charleston in South Carolina.

  2. 23. August 2026
    Über Andrews nach Riga

    Weiterflug zur Joint Base Andrews bei Washington, anschließend Ankunft in Riga, Lettland.

  3. 25. August 2026, 8:50 Uhr
    Abflug Richtung Moskau

    Die Maschine verlässt Riga und steuert den Flughafen Wnukowo an.

  4. 25. August 2026, 10:04 Uhr
    Landung in Moskau

    Die C-17 setzt auf dem Flughafen Wnukowo auf – erst jetzt wird der Flug öffentlich bekannt.

  5. 25. August 2026, Nachmittag
    Rückflug nach Riga

    Die Maschine hebt wieder ab und fliegt zurück Richtung Lettland.

Spekulationen um Hegseth und Gefangenenaustausch

Der Zweck bleibt offen. Ein angeblicher Unterstützungscode des US-Verteidigungsministers ließ Beobachter über Pentagon-Chef Pete Hegseth spekulieren. Doch Hegseth war am Montag nachweislich in Nebraska und Wisconsin – ein direkter Zusammenhang ist laut Times of India unwahrscheinlich. Hinzu kommt, dass US-Geheimdienste derzeit prüfen, ob Russland Iran bei Angriffen auf CIA-Standorte half, wie ein laufender Bericht zeigt.

Auch ein Gefangenenaustausch wurde als möglicher Grund genannt, ebenso wie heikle Ukraine-Gespräche. Nach der Landung kursierten Videos einer Autokolonne mit US-Diplomatenkennzeichen in der Moskauer Innenstadt, die jedoch nicht unabhängig bestätigt sind.

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Am frühen Abend hob die Maschine schließlich wieder ab und flog zurück Richtung Riga. Direkte US-Militärflüge nach Russland sind seit 2022 selten; zuletzt reisten im Januar die US-Sonderbeauftragten Steve Witkoff und Jared Kushner zu Friedensgesprächen an. Warum Ratcliffe ausgerechnet jetzt kam, bleibt offen – die CIA schweigt, der Kreml dementiert.