57 Prozent der ausländischen Ärzte scheitern in Sachsen an Fachsprachenprüfung
Im ersten Halbjahr 2026 scheiterten in Sachsen 57 Prozent der ausländischen Ärzte an der ersten Fachsprachenprüfung. Die AfD fordert strengere Regeln, das Gesundheitsministerium bestätigt die Zahlen.
Mehr als die Hälfte der ausländischen Ärzte scheitert in Sachsen an der deutschen Sprache. Im ersten Halbjahr 2026 fielen bei den Erstprüfungen der Fachsprachenprüfung 57 Prozent der Kandidaten durch, wie aus einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine AfD-Anfrage hervorgeht, über die die Junge Freiheit berichtet.
Konkret wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 416 Fachsprachenprüfungen für Ärzte durchgeführt. 232 davon waren Erstprüfungen – von denen lediglich 100 bestanden wurden. Das geht aus der Antwort von Sozialministerin Petra Köpping (SPD) auf die Anfragen der AfD-Landtagsabgeordneten Katja Dietz hervor.
Die Durchfallquote bei den Erstprüfungen lag damit bei rund 57 Prozent. Wer die Prüfung besteht, darf in Deutschland als Arzt arbeiten – Voraussetzung sind Deutschkenntnisse auf B2-Niveau sowie Fachsprachenkenntnisse, die sich am Niveau C1 orientieren.
416 Prüfungen, 57 Prozent Durchfallquote
Die Fachsprachenprüfung ist praxisnah als Einzelprüfung gestaltet: Simuliert werden Gespräche zwischen Arzt und Patient sowie zwischen zwei Ärzten; zusätzlich muss ein schriftlicher Arztbericht verfasst werden. Geprüft werden mündliche und schriftliche Kommunikation im ärztlichen Kontext.
Ergebnisse der Fachsprachenprüfungen (1. Halbjahr 2026)
Erstprüfungen in Sachsen
Quelle: Sächsisches Gesundheitsministerium
Aus einer weiteren Antwort auf eine AfD-Anfrage geht hervor, dass von Januar 2025 bis Ende Juni 2026 insgesamt 891 Approbationsanträge im Bereich der Ärzte und 1.101 im Bereich der Gesundheitsfachberufe gestellt wurden. Die häufigsten Herkunftsländer der ärztlichen Antragsteller waren Syrien, Ukraine, Russische Föderation, Indien und Ägypten.
AfD fordert strengere Prüfungen
Die AfD sieht sich durch die Zahlen bestätigt.
„Die hohe Durchfallquote der ausländischen Ärzte bei der Sprachprüfung ist ein Indiz dafür, dass sie bei weitem nicht so hochqualifiziert sind, wie von der Regierung behauptet.“
Katja Dietz, AfD-Landtagsabgeordnete Sachsen
Dietz fordert außerdem, dass Ärzte aus Drittstaaten künftig das zweite und dritte Staatsexamen in Deutschland ablegen müssen. Bisher reiche eine 60- bis 90-minütige Kenntnisprüfung aus. „Den Ärztemangel allein über Zuwanderung beheben zu wollen, ist falsch“, sagte sie.
In Sachsen-Anhalt ist der Streit über Fachkräfte aus dem Ausland ebenfalls entbrannt: Ministerpräsident Sven Schulze nannte den AfD-Fachkräfteplan dort „Quatsch“.
Fachkräftemangel: Kontroverse um Zuwanderung
Die Zahlen ordnen sich in eine hitzige Debatte ein. Im April 2026 hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) angekündigt, ein Großteil der in Deutschland lebenden Syrer solle zurückkehren. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnte daraufhin vor Versorgungslücken.
Anders sehen die Ergebnisse bei den fachlichen Kenntnisprüfungen aus: Im ersten Halbjahr 2026 wurden 69 Erstversuche durchgeführt, nur fünf Teilnehmer fielen durch – eine Durchfallquote von rund 7 Prozent. Diese Prüfungen sind für Angehörige der Gesundheitsfachberufe vorgesehen und beinhalten unter anderem einen Patientenbericht, eine Fallabnahme und eine mündliche Prüfung.