Zwei Deutsche sterben bei Absturz in den Attersee – Wrack liegt in 160 Metern Tiefe
Bild: KI-generiert
Kleinflugzeug

Zwei Deutsche sterben bei Absturz in den Attersee – Wrack liegt in 160 Metern Tiefe

Ein Schulungsflug endet am Mittwoch im Attersee: Eine Tecnam P2002-JF Sierra stürzt bei Steinbach am Attersee ins Wasser und sinkt in 160 Metern Tiefe. Die Polizei geht nicht von Überlebenden aus, die Bergung ist für Samstag geplant.

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Zwei Deutsche sind bei einem Flugzeugabsturz in den Attersee ums Leben gekommen. Das Kleinflugzeug vom Typ Tecnam P2002-JF Sierra stürzte am Mittwoch (26. August 2026) gegen 11:25 Uhr bei Steinbach am Attersee ins Wasser und sank in rund 160 Metern Tiefe – eine der tiefsten Stellen des Sees. Die Polizei geht nicht von Überlebenden aus.

Die Maschine startete um 11:04 Uhr in Salzburg. Gegen 11:25 Uhr brach der Kontakt ab. Nach Angaben der Oberösterreichischen Nachrichten war die Tecnam auf einem Schulungsflug einer Flugakademie im Großraum Salzburg unterwegs; an Bord sollen ein Fluglehrer (25) und eine Flugschülerin (20), beide deutsche Staatsbürger, gewesen sein.

Mehrere Augenzeugen beobachteten den Absturz. Ein Anrainer hörte das Motorengeräusch immer lauter werden, rannte zum Fenster und sah nur noch einen großen Fleck im Wasser. Der US-Urlauber Tristan Andlinger beschrieb dem ORF, ein weißes Flugzeug sei spiralförmig nach unten gegangen und sofort unter Wasser verschwunden. Der Landwirt Johann R. (44) sah das Flugzeug trudelnd und nahezu senkrecht herunterkommen und alarmierte die Feuerwehr.

Großeinsatz am Attersee

Nach dem Absturz lief ein Großaufgebot an Einsatzkräften an. Feuerwehren aus mehreren Gemeinden, Wasserrettung, Polizei, Rettungshubschrauber und Rotes Kreuz suchten die Absturzstelle ab. Ein Sonargerät, zwei Tauchroboter – einer der Wasserrettung Salzburg, einer der Feuerwehr Vöcklabruck – und Tauchboote kamen zum Einsatz. Die Feuerwehr errichtete Ölsperren, um austretenden Treibstoff zu binden.

Am Nachmittag orteten die Einsatzkräfte in 160 Metern Tiefe Wrackteile, rund 300 Meter vom Ufer entfernt. Der Kommandant der Feuerwehr Unterach, Walter Höllermann, sprach von einer der tiefsten Stellen des Sees. Nach Einbruch der Dunkelheit zogen die Helfer ab – eine Bergung war an diesem Tag nicht mehr möglich.

Am Donnerstag entdeckten Einsatzkräfte im Cockpit des Wracks zwei Todesopfer. Offizielle Angaben zu den Identitäten machte die Polizei zunächst nicht. Die beiden Insassen galten am Mittwochabend als vermisst.

Bergung wird zur Herausforderung

Das Wrack gilt als großteils zerstört. Thomas Manahl, Leiter des Feuerwehrtauchstützpunktes 4, kündigte an, das Flugzeug zunächst mit einem Seil am Rumpf zu befestigen, mit einer Seilwinde hochzuziehen und anschließend mit Hebeballons an die Oberfläche zu bringen.

Als Termin ist Samstag, der 29. August, vorgesehen. Der Freitag fällt wegen angekündigter Gewitter aus. Bezirksfeuerwehrkommandant Wolfgang Hufnagl warnte, dass bei einem zerstörten Wrack möglicherweise Stück für Stück geborgen werden müsse. Ein Tauchroboter soll zuerst den genauen Zustand klären.

Die Bürgermeisterin von Steinbach, Nicole Eder, schrieb: „Was für ein trauriger Tag für uns in Steinbach.“ Ihr Seewalchener Kollege Gerald Egger reagierte: „Unsere Gedanken sind bei den Vermissten, ihren Angehörigen und allen Helferinnen und Helfern.“

Absturzursache unklar

Die Absturzursache ist nach wie vor unklar. Sie soll nach der Bergung des Wracks von einem Sachverständigen geklärt werden. Der Fall erinnert an ein anderes schweres Flugzeugunglück: Erst im Juli zerbarst eine Fracht-Boeing beim Sturzflug ins Arabische Meer, fünf Seeleute starben.