Russland überzieht Ukraine mit Raketen und Drohnen: Tote und zerstörtes Kraftwerk in Cherson
Bild: KI-generiert
Luftangriffe

Russland überzieht Ukraine mit Raketen und Drohnen: Tote und zerstörtes Kraftwerk in Cherson

In der Nacht zum 27. August 2026 überzog Russland die Ukraine mit Raketen und Drohnen. In Kiew fielen Trümmer auf Schulen und Kindergärten, in Cherson wurde das Wärmekraftwerk zerstört – mindestens drei Menschen starben.

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In der Nacht zum 27. August 2026 hat Russland die Ukraine mit einem massiven kombinierten Angriff aus Raketen und Drohnen überzogen. In Kiew waren gegen 3 Uhr Ortszeit mindestens sechs Explosionen kurz hintereinander zu hören, wie der Kyiv Independent aus der Stadt berichtete.

Das russische Verteidigungsministerium sprach von einem „massiven“ Schlag gegen Ziele in neun ukrainischen Städten – darunter Stahlwerke in Saporischschja und Krywyj Rih, Logistikzentren bei Kiew, eine Ölraffinerie in Krementschuk sowie die Häfen von Odessa, Tschornomorsk und Reni. Für den Großteil des Landes galt Luftalarm.

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Kiew: Trümmer treffen Schulen und Kindergärten

In Kiew wurden mehrere Bezirke getroffen. Trümmer abgefangener Flugkörper fielen in den Hof eines Wohnhauses im Bezirk Podil sowie auf das Gelände einer Bildungseinrichtung im Bezirk Schewtschenko. Eine Schule wurde so stark beschädigt, dass sie zum Schulbeginn am 1. September nicht wieder öffnen kann; die Schüler sollen auf benachbarte Einrichtungen verteilt werden.

Auch ein Kindergarten im Bezirk Podil wurde von Trümmern getroffen, in einer kommunalen medizinischen Einrichtung zerbarsten durch die Druckwelle zahlreiche Scheiben. Im Bezirk Holossijiw stürzte eine Drohne auf eine Straße und verletzte einen Lastwagenfahrer. Bürgermeister Vitali Klitschko meldete am Nachmittag vier Verletzte in der Hauptstadt, zwei davon kamen ins Krankenhaus.

Tote in Saporischschja, Charkiw und Sumy

Der Angriff forderte auch Todesopfer. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP tötete der Beschuss eine 78-jährige Frau in der Region Saporischschja, einen weiteren Menschen in der Region Charkiw und einen Menschen in Sumy. In Saporischschja meldete Gouverneur Iwan Fedorow zudem mindestens sieben Verletzte, darunter drei Kinder. Erst Mitte August hatte Russland bei einem Drohnen-Doppelangriff auf ein Einkaufszentrum in Krywyj Rih 16 Menschen getötet.

In Odessa dauerte ein Großangriff mehr als sieben Stunden; beschädigt wurden ein 16-stöckiges Wohnhaus, zwei Bildungseinrichtungen und ein Getreidesilo. In der Region Poltawa fiel nach Angriffen auf Industrie- und Energieanlagen in sieben Orten der Strom aus. In Charkiw traf eine Drohne ein Einkaufszentrum, mindestens ein Mensch wurde getötet. In Krywyj Rih wurden zwei Menschen bei einem Angriff auf eine Industrieanlage verletzt.

Wärmekraftwerk Cherson zerstört – Evakuierung

Ebenfalls in der Nacht wurde das Wärmekraftwerk Cherson mit vier Gleitbomben getroffen. Dabei wurde laut dem staatlichen Energiekonzern Naftogaz sämtliche Wärme- und Stromerzeugungsanlage zerstört.

Dieser Angriff hat keinen militärischen Zweck. Sein einziges Ziel ist es, Zivilisten zu terrorisieren und Zehntausenden Einwohnern Chersons vor der Heizperiode eine Wärmequelle zu nehmen.
Sergii Fedorenko, kommissarischer CEO von Naftogaz

Der Gouverneur der Region Cherson, Oleksandr Prokudin, rief die Einwohner der Stadt zur Evakuierung auf und warnte, Cherson könne nicht nur für einige Stunden oder Tage, sondern für einen langen Zeitraum ohne Strom und Heizung dastehen.

Luftabwehr: 222 Drohnen und sieben ballistische Raketen abgefangen

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland landesweit 258 Drohnen verschiedener Bauarten, zwei Oniks-Raketen sowie eine nicht genannte Zahl ballistischer Raketen vom Typ Iskander-M oder KN-23 ein. Abgefangen oder elektronisch unterdrückt wurden demnach sieben ballistische Raketen, eine Oniks-Rakete, drei Flugkörper vom Typ S8000 Banderol sowie 222 Drohnen, wie die Kyiv Post berichtet.

Durch die Angriffe kam es zu massiven Verspätungen im Bahnverkehr, teils mehr als 17 Stunden. Getroffen wurden auch zivile Logistikeinrichtungen: Lager der Supermarktketten Fora und Kolos, Verteilzentren von Toy House und Comfy sowie ein Lager der Multimarkt-Kette Avrora. Ein Tagesangriff zerstörte zudem ein Lager des Süßwarenherstellers Roshen nahe Boryspil.

Selenskyj fordert mehr Gegenmaßnahmen

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte: „Russland investiert weiter in Raketen und in die Ausweitung seines Krieges, und das bedeutet, dass mehr Gegenmaßnahmen nötig sind.“ Er verwies auf Zusagen europäischer Länder für zusätzliche Luftabwehrhilfe und forderte ergänzende Pakete zur Abwehr ballistischer Raketen.

Die Zerstörung des Kraftwerks in Cherson zeigt, worauf die Angriffe zielen: der Zivilbevölkerung vor der Heizperiode die Wärmeversorgung zu nehmen. Der Evakuierungsaufruf des Gouverneurs macht deutlich, dass die Behörden mit einer längeren Unterbrechung rechnen.