Habeck kämpft in Magdeburg um jede Stimme – AfD liegt bei 40 Prozent
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Sachsen-Anhalt

Habeck kämpft in Magdeburg um jede Stimme – AfD liegt bei 40 Prozent

Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kämpfen die Grünen um den Wiedereinzug in den Landtag. Robert Habeck soll in Magdeburg die Wende bringen – die AfD liegt in Umfragen bei rund 40 Prozent.

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Sechs Prozent in den Umfragen – knapp über der Fünf-Prozent-Hürde, aber ohne Sicherheitspuffer. Eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September kämpfen die Grünen um den Wiedereinzug in den Landtag. Am Freitagabend holte sich die Partei dafür prominente Unterstützung: Der frühere Vizekanzler Robert Habeck trat im Biergarten Schweizer Milchkuranstalt in Magdeburg auf.

Wie der Tagesspiegel berichtet, drängten sich dort Menschen an rund 200 Biertischen, zahlreiche Kamerateams umringten den Ex-Grünen-Vorsitzenden. Der Standard beschreibt Autogrammwünsche und Rufe wie „Robert, bitte ein Autogramm!“ – eine Szenerie, die an vergangene Zeiten erinnerte. Habeck eröffnete mit den Worten:

Ich bin Robert Habeck und ich stehe nicht zur Wahl.
Robert Habeck, Ex-Vizekanzler (Bündnis 90/Die Grünen)

Kampf um die Fünf-Prozent-Hürde

„In der Tat, wichtiger kann eine Landtagswahl nicht sein“, sagte Habeck. Mit Blick auf die Ausgangslage seiner Partei ergänzte er: „Es ist schwieriger, von 3 auf 6 zu kommen, als von 20 auf 23“ – eine ganz andere Kraftanstrengung sei nötig, „um in dieser Todeszone der Politik dieses Momentum zu machen“.

Die Zahlen untermauern die prekäre Lage: Die Forschungsgruppe Wahlen sieht die Grünen bei sechs Prozent, Infratest dimap ebenfalls. Anfang August hatten einzelne Umfragen die Partei noch bei vier oder fünf Prozent gesehen. Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz sagte, die sechs Prozent fühlten sich derzeit stark an und gäben „wahnsinnigen Enthusiasmus für den Endspurt“.

Umfrage zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt (in Prozent)

Quelle: Forschungsgruppe Wahlen / Infratest dimap, August 2026

Angebot von Stabilität

Gemeinsam mit Habeck trat die grüne Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz auf. Sie machte das Angebot, nach der Wahl „verlässlicher Teil der Landesregierung“ zu sein. Mit Blick auf CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze sagte sie: „Wir machen das Angebot natürlich, auch Sven Schulze vor uns herzutreiben bei bestimmten Themen. Aber wir haben ein gutes Verhältnis, der Herr Schulze und ich, wir duzen uns. Inzwischen hat er auch gelernt, dass es Suse heißt und nicht Susi.“

Wir machen das Angebot von Stabilität, wir machen das Angebot von sachlicher, konstruktiver Arbeit in der Mitte der Gesellschaft.
Susan Sziborra-Seidlitz, Spitzenkandidatin Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt

Sziborra-Seidlitz verwies darauf, dass die Grünen von 2016 bis 2021 gemeinsam mit CDU und SPD die sogenannte Kenia-Koalition getragen hatten. „Wir waren der Anker dieser Landesregierung, das hat sich manchmal in der Öffentlichkeit und in den Zeitungen nicht so gelesen und hat nicht so ausgesehen, aber wir waren verlässlich in dieser Landesregierung und das ist das Angebot, das wir machen“, sagte sie. Auch betonte sie: „Wir sehen, dass es erreichbar ist, diese rechtsextreme Regierung in Sachsen-Anhalt zu verhindern.“

Taktisches Wählen und Habecks Comeback-Test

Die Fünf-Prozent-Hürde ist entscheidend, weil die AfD in Sachsen-Anhalt laut Umfragen bei rund 40 Prozent liegt – deutlich vor der CDU von Ministerpräsident Sven Schulze mit 23 Prozent. Der Landesverband der AfD wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft. Verschiedene Initiativen werben deshalb für taktisches Wählen, etwa Campact investiert nach eigenen Angaben 620.000 Euro in Plakate und Anzeigen, um gezielt SPD oder Grüne zu stärken, wie t-online berichtet.

Für die Grünen ist Habecks Besuch vor allem ein Mobilisierungstermin. Der frühere Vizekanzler hatte Ende August 2025 sein Bundestagsmandat niedergelegt und sich weitgehend zurückgezogen; seit August 2026 berät er eine dänische Immobiliengesellschaft. Ob sein Auftritt reicht, um die Wähler zu überzeugen, ist offen: In einer Forsa-Umfrage hatten sich zuletzt nur 35 Prozent der Deutschen für ein Habeck-Comeback ausgesprochen.

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