22 Prozent würden Deutschland bei AfD-Regierung verlassen
Eine Insa-Umfrage zeigt: 22 Prozent der Befragten würden Deutschland verlassen, sollte die AfD an die Macht kommen. 47 Prozent halten eine AfD-Regierung für schädlich.
Mehr als jeder Fünfte in Deutschland würde das Land verlassen, sollte die AfD auf Bundesebene an die Macht kommen. Das geht aus einer aktuellen Insa-Umfrage im Auftrag der „Bild am Sonntag“ hervor, die am 30. August 2026 veröffentlicht wurde.
22 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu: „Sollte die AfD auf Bundesebene an die Macht kommen, würde ich Deutschland verlassen.“ 60 Prozent widersprachen, 18 Prozent waren unentschieden oder machten keine Angabe, wie t-online berichtet.
Umfrage
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Auch bei der Schadensfrage gehen die Einschätzungen auseinander: 47 Prozent stimmten der Aussage zu, Deutschland würde durch eine AfD-Bundesregierung Schaden nehmen. 36 Prozent widersprachen ausdrücklich, 17 Prozent waren unentschieden oder machten keine Angabe, meldet WELT.
Sachsen-Anhalt im Fokus
Mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 fragte Insa auch nach möglichen Regierungsbildungen. 43 Prozent sind der Ansicht, eine Koalition aller anderen Parteien gegen die AfD würde diese zusätzlich stärken; 32 Prozent widersprachen.
Eine absolute Mehrheit der AfD würden 33 Prozent einer Koalition aller anderen Parteien vorziehen; 52 Prozent lehnten diese Aussage ab. 44 Prozent sind der Ansicht, die AfD solle die Chance bekommen, ihre Regierungsfähigkeit unter Beweis zu stellen – 42 Prozent sind dagegen.
In Sachsen-Anhalt führt die AfD seit Monaten die Umfragen an; Spitzenkandidat ist Ulrich Siegmund. Wie eine frühere Umfrage zeigte, lag die Partei zuletzt bei 41 Prozent.
Sonntagsfrage und Methodik
Bei der Bundestagswahl-Sonntagsfrage bleibt die AfD mit 29 Prozent stärkste Kraft. CDU/CSU kommen gemeinsam auf 20 Prozent (minus 1), die Grünen unverändert auf 13 Prozent, die SPD auf 12 Prozent, die Linke auf 10 Prozent (minus 1).
Unter der Fünf-Prozent-Hürde blieben das BSW mit 4 Prozent (plus 1) und die FDP mit 4 Prozent (minus 1). Für die Erhebung befragte Insa am 27. und 28. August 2026 insgesamt 1001 Menschen. Die maximale Fehlertoleranz liegt bei ±3,1 Prozentpunkten, wie Focus meldet.
Sonntagsfrage: AfD weiter vorn
Insa für Bild am Sonntag, 30.08.2026
Quelle: Insa
Merkel meldet sich zu Wort
Kurz vor der Sachsen-Anhalt-Wahl hat sich auch die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Wort gemeldet. Bei einer Veranstaltung im Haus der Berliner Festspiele rief sie dazu auf, sich wieder stärker für die Demokratie einzusetzen.
„Ich glaube, wir müssen jetzt mal wieder, was wir viele Jahrzehnte nicht mussten, richtig für diese Demokratie kämpfen und uns einfach einsetzen und auch ein bisschen mutig sein und unser Wort stehen und sagen, das ist eine tolle Art zu leben.“
Angela Merkel, Altkanzlerin (CDU)
Die AfD sei „ein gesamtdeutsches Phänomen geworden“, sagte Merkel laut Berliner Kurier. Ihr Erfolg beschränke sich längst nicht mehr auf Ostdeutschland, wie Stimmenzuwächse bei Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zeigten.
Was jetzt offen ist
Mehrere Landesverbände der AfD werden von den Behörden als gesichert rechtsextremistisch eingestuft; gegen die Einstufung der Bundespartei als gesichert rechtsextremistische Bestrebung klagt die AfD. Eine Entscheidung im Hauptsacheverfahren steht noch aus, berichten watson und t-online.
Keine der übrigen im Bundestag vertretenen Parteien bietet der AfD derzeit ein Regierungsbündnis an. Die nächste Bundestagswahl steht planmäßig im Frühjahr 2029 an. Offen bleibt, wie sich die Debatte bis dahin auf die politische Stimmung auswirkt.