Bäume fallen für Windparks, während CDU-Länder 500 Millionen gegen Hitze fordern
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Klimakonflikt

Bäume fallen für Windparks, während CDU-Länder 500 Millionen gegen Hitze fordern

Michael Höfling prangert im WELT-Kommentar an, dass Bäume trotz Hitzesommer für Windparks gefällt werden. Fünf CDU-geführte Länder fordern unterdessen 500 Millionen Euro für Verschattung und kühle Flächen – ohne Grundgesetzänderung.

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Bäume fallen, während die Hitze Tausende tötet: Michael Höfling prangert in einem WELT-Kommentar an, dass Bäume beim Hitzeschutz eine Schlüsselrolle spielen, für Windparkpläne aber weiterhin als Störfaktor gelten. Der Vorwurf: Die Windkraft-Lobby sei so mächtig, dass sie den Schutz von Bäumen überwiege.

Der Juni 2026 war laut Deutschem Wetterdienst die längste Hitzeperiode seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das RKI meldete tausende hitzebedingte Todesfälle; die Allianz beziffert in einer Studie die wirtschaftlichen Verluste bis 2030 auf rund 120 Milliarden Euro.

Deshalb lenkt die Idee der SPD von der eigentlichen Aufgabenstellung ab. Mit einer Grundgesetzänderung geht viel Zeit verloren.
Ina Scharrenbach, NRW-Bauministerin (CDU)

500 Millionen für Bäume und Verschattung – aber ohne Grundgesetz

Fünf CDU-geführte Bundesländer – Bayern, NRW, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein – fordern vom Bund ein Sonder-Stadtentwicklungsprogramm „Cooles Land“ mit 500 Millionen Euro. Bis Sommer 2027 sollen Verschattungen, mehr Bäume und Wasserflächen in den Städten entstehen.

Die Initiative richtet sich gegen die SPD-Forderung, Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz zu verankern. Die SPD hatte das nach dem Hitzesommer mit tausenden Toten vorgeschlagen – nachdem Kommunen bereits 13.100 Hitzetote und Verfassungsrang für Hitzeschutz gefordert hatten. Die Union lehnt ab, auch weil dafür Stimmen der Linken nötig wären.

Bayerns Bauminister Christian Bernreiter (CSU) sagt: „Reden erhitzt die Gemüter, konkrete Maßnahmen schaffen Abkühlung. Ich lehne eine Grundgesetzänderung klar ab.“ Scharrenbach wirft Bundesbauministerin Verena Hubertz zudem „dröhnendes Schweigen“ vor.

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Bäume als Störfaktor der Windkraft – Höflings Kernkritik

WELT-Autor Michael Höfling spitzt in seinem Kommentar zu: Während Bäume bei der Hitze-Bekämpfung mit natürlicher Verschattung eine Schlüsselrolle spielen sollen, werden sie für Windparkpläne weiterhin gefällt. Sein Titel unterstellt, die Windkraft-Lobby sei so mächtig, dass wirtschaftliche Interessen den Schutz von Bäumen überwiegen.

Die Bundesregierung hat bei der Kabinettsklausur in Neuhardenberg am 25. August keine neuen Hitzeschutz-Maßnahmen angekündigt. Kanzler Friedrich Merz verwies auf bestehende Programme: „Es mangelt nicht an Programmen und Geld für Hitzeschutz.“

SPD-Fraktionsvize Esra Limbacher hält dagegen: „Dieser Sommer kann nicht in ein ‚weiter so‘ für den Umgang mit den Folgen des Klimawandels münden.“

Chronologie des Hitzesommers 2026

  1. Juni 2026
    Längste Hitzeperiode seit Aufzeichnungsbeginn

    Der Deutsche Wetterdienst meldet die längste Hitzewelle im Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

  2. 18. August 2026
    Fünf CDU-Länder fordern 500 Millionen Euro

    Bayern, NRW, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein legen das Programm „Cooles Land“ vor.

  3. 25. August 2026
    Kabinettsklausur ohne neue Maßnahmen

    Kanzler Merz kündigt in Neuhardenberg keine konkreten neuen Hitzeschutz-Hilfen an.

  4. 30. August 2026
    WELT-Kommentar erscheint

    Michael Höfling kritisiert die Macht der Windkraft-Lobby und die Fällung von Bäumen.

  5. September 2026
    Bauministerkonferenz in Berlin

    Das Programm „Cooles Land“ steht auf der Tagesordnung; die Haltung der SPD-Länder ist offen.

Bauministerkonferenz im September – Entscheidung offen

Die fünf Landesminister wollen das Programm „Cooles Land“ auf der Bauministerkonferenz im September in Berlin als Tagesordnungspunkt platzieren. Ob die SPD-geführten Länder zustimmen, ist offen – ebenso, ob der Bund die 500 Millionen Euro allein trägt.

Höflings Kommentar verschärft den Konflikt: Er stellt nicht nur die Frage, wie schnell Hitzeschutz umgesetzt wird, sondern auch, ob der Ausbau der Windenergie mit dem Schutz von Bäumen vereinbar ist. Die Antwort wird im September auf der Bauministerkonferenz auf die Probe gestellt.