Russland testet nach CIA-Besuch atomwaffenfähige Interkontinentalrakete
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Militär

Russland testet nach CIA-Besuch atomwaffenfähige Interkontinentalrakete

Drei Tage nach dem überraschenden Moskau-Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe hat Russland eine atomwaffenfähige Interkontinentalrakete getestet. Die Übungssprengköpfe erreichten das Testgelände Kura auf Kamtschatka – die Rakete kann Ziele in den USA treffen.

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Russland hat am 28. August 2026 eine atomwaffenfähige Interkontinentalrakete (ICBM) vom Weltraumbahnhof Plessezk in der Region Archangelsk gestartet. Die Übungssprengköpfe erreichten ihre Ziele auf dem Testgelände Kura auf der Halbinsel Kamtschatka – nur drei Tage nach dem überraschenden Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe in Moskau.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte laut RBC, wie Focus berichtet, der Start habe die technischen und Flugeigenschaften des Systems bestätigt. „Alle zugewiesenen Aufgaben wurden vollständig erfüllt“, hieß es. Für den Test wurde eine mobile, feststoffbetriebene Startbatterie in ein abgelegenes Gebiet verlegt, um den Start vorzubereiten und durchzuführen.

Die Luftraumwarnungen (NOTAMs) über Gebieten nahe Plessezk und Kamtschatka wurden am Donnerstag zurückgezogen, was laut ArcticToday darauf hindeutet, dass der Test möglicherweise bereits am 27. August stattfand. Offiziell gemeldet wurde der Start für den 28. August.

Chronologie

  1. 25. August 2026
    CIA-Direktor in Moskau

    John Ratcliffe reist überraschend nach Moskau und trifft FSB-Chef Alexander Bortnikow.

  2. 28. August 2026
    Raketentest in Plessezk

    Russland startet eine Interkontinentalrakete; die Übungssprengköpfe erreichen Kamtschatka.

  3. 29. August 2026
    Offizielle Bestätigung

    Das Verteidigungsministerium meldet den erfolgreichen Test.

Reichweite bis in die USA

Das Verteidigungsministerium nannte den genauen Raketentyp nicht. Zahlreiche Quellen vermuten eine Jars-Rakete. Nach Angaben von UNITED24 Media gehört die getestete Waffe zur Klasse der Topol- und Jars-Systeme, die eine Reichweite von bis zu 10.500 Kilometern haben und damit Ziele in den Vereinigten Staaten erreichen können.

Bestand mobiler Interkontinentalraketen laut SIPRI

Quelle: SIPRI

Die Topol-Varianten tragen einen einzelnen 800-Kilotonnen-Sprengkopf, die Jars-Varianten sind mit vier Sprengköpfen zu je 250 Kilotonnen ausgestattet. Nach Zahlen des Friedensforschungsinstituts SIPRI verfügt Russland über 271 Raketen dieser beiden Typen – 78 Topol und 193 Jars. Insgesamt besitzt Russland demnach 321 Interkontinentalraketen, was 56 Prozent seiner strategischen Trägersysteme entspricht.

Drei Tage nach CIA-Besuch

Der Test fällt in eine diplomatisch heikle Phase. Am 25. August war CIA-Direktor John Ratcliffe überraschend und ohne öffentliche Ankündigung nach Moskau gereist und hatte FSB-Chef Alexander Bortnikow getroffen. Wie das Wall Street Journal laut Kyiv Post berichtete, übermittelte Ratcliffe eine ernste Einschätzung zur wirtschaftlichen und militärischen Lage Russlands und warnte den Kreml vor möglichen Provokationen gegen Nato-Staaten.

Die US-Regierung wählte dafür bewusst keinen üblichen diplomatischen Weg; die Botschaft sollte die russische Führung direkt erreichen. Hintergrund sind Sorgen vor einer weiteren Eskalation mit der Nato und möglichen Schritten gegen die baltischen Staaten. Laut Bloomberg hält der Kreml trotz wirtschaftlicher Belastungen und ukrainischer Angriffe tief im russischen Hinterland an seiner harten Linie fest.

Aus dem Umfeld der russischen Führung heißt es laut Bloomberg, auch der Einsatz taktischer Atomwaffen werde inzwischen als mögliche Option gesehen. Aktuell gibt es laut Focus jedoch keine Anhaltspunkte für eine physische Vorbereitung eines nuklearen Angriffs. SIPRI beziffert den russischen Bestand an taktischen Sprengköpfen auf 1.816 – das größte Arsenal dieser Art weltweit.

Abschreckungssignal an den Westen

Wie Military Watch Magazine und EADaily schreiben, werten Beobachter den Start als Demonstration der Abschreckungsfähigkeit. Russlands strategisches Arsenal, dessen Rückgrat Systeme wie die Jars bilden, halte westliche Staaten von einer Eskalation ab. Der Test folgte auf einen Test der größeren, silobasierten Sarmat-Rakete im Mai 2026.

Der Kommandeur der Strategischen Raketentruppen, General Sergej Karakajew, kündigte an, das erste mit der Sarmat ausgerüstete Regiment solle bis Ende 2026 in den Kampfdienst treten. Damit baut Russland seine landgestützte Nuklearstreitmacht weiter aus – und signalisiert inmitten der Spannungen mit dem Westen militärische Handlungsfähigkeit. Ob der Start als direkte Antwort auf den CIA-Besuch geplant war, ließ das Verteidigungsministerium offen.