Der einzige Überlebende von Dianas Horrorunfall spricht 29 Jahre später
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Der einzige Überlebende von Dianas Horrorunfall spricht 29 Jahre später

29 Jahre nach dem Tod von Prinzessin Diana erinnern sich viele an den Unfall im Pariser Tunnel. Trevor Rees-Jones überlebte als Einziger – und wurde von Mohamed Al-Fayed der Lüge bezichtigt. So lebt der ehemalige Bodyguard heute.

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36 Jahre alt war Prinzessin Diana, als sie am 31. August 1997 in Paris starb. Trevor Rees-Jones saß mit im Wagen – und überlebte als Einziger. 29 Jahre später erinnern sich viele an den Unfall und an den Mann, der seither mit den Folgen lebt.

In der Nacht zum 31. August 1997 verließ ein Mercedes gegen 0.17 Uhr das Pariser Hotel Ritz. Rund 15 Minuten später prallte das Fahrzeug im Pont-de-l'Alma-Tunnel gegen einen Betonpfeiler. Dodi Al-Fayed und Fahrer Henri Paul starben noch an der Unfallstelle, Prinzessin Diana erlag Stunden später ihren Verletzungen. Wie BUNTE.de berichtet, hatte Henri Paul einen Blutalkoholwert, der dreimal über dem französischen Grenzwert lag.

Rees-Jones erlitt schwerste Kopf- und Gesichtsverletzungen. Sein Gesicht war bei dem Aufprall derart zertrümmert, dass Chirurgen es in einer elfstündigen Operation rekonstruieren mussten – als Vorlage dienten Familien- und Hochzeitsfotos. Rund 150 Titanstücke setzten die Ärzte ein. Zehn Tage lag er im künstlichen Koma, erst Anfang Oktober 1997 durfte er nach Großbritannien zurückkehren.

Geboren wurde Trevor Rees-Jones 1968 in Rinteln als Sohn eines britischen Armee-Arztes und einer Krankenschwester. Nach einem Einsatz in Nordirland begann er Mitte der 1990er Jahre als Leibwächter für die Familie Al-Fayed. Prinzessin Diana lernte er erst im Juli 1997 auf der Jacht „Jonikal“ kennen.

Mohamed Al-Fayed beschuldigt den Überlebenden

Doch statt Ruhe zu finden, geriet Rees-Jones ins Visier von Dodis Vater Mohamed Al-Fayed. Der Milliardär warf dem Leibwächter vor, seinen Gedächtnisverlust nur vorzutäuschen, und verbreitete Verschwörungstheorien. Dianas Geheimakte bleibt bis 2082 unter Verschluss – offiziell meldete die Polizei sie 2007 sogar als „verschollen“.

Zur Verteidigung veröffentlichte Rees-Jones im Jahr 2000 seine Autobiografie „The Bodyguard's Story“. Darin widersprach er den Anschuldigungen und schilderte seine Sicht der Unfallnacht. Mit dem Buch soll er umgerechnet mehr als eine Million Euro eingenommen haben – das meiste floss jedoch in Anwaltskosten für Verfahren mit der Al-Fayed-Familie.

Ich betrachte es einfach als einen vermeidbaren Unfall. Dass Henri Paul einen Fehler begangen hat, als er sich ans Steuer setzte, obwohl er wusste, dass er getrunken hatte. Dass er weder uns noch Dodi mitgeteilt hat, dass er nicht fahrtüchtig war. Das war der Fehler. Ich habe das Ergebnis akzeptiert. Es war ein Unfall unter Alkoholeinfluss, verursacht durch überhöhte Geschwindigkeit. Und genau das war es.
Trevor Rees-Jones, ehemaliger Leibwächter und Autor

Chronologie der Katastrophe

Die wichtigsten Stationen

  1. 31. August 1997
    Der Unfall

    Im Pont-de-l'Alma-Tunnel in Paris sterben Prinzessin Diana, Dodi Al-Fayed und Henri Paul; Trevor Rees-Jones überlebt schwer verletzt.

  2. 3. Oktober 1997
    Rückkehr nach Großbritannien

    Rees-Jones verlässt die Pariser Klinik. Er kann zunächst nur flüstern und schreiben.

  3. 2000
    Autobiografie

    „The Bodyguard's Story“ erscheint als Antwort auf die Verschwörungstheorien Mohamed Al-Fayeds.

  4. 2004
    Operation Paget

    Die offiziellen Ermittlungen sprechen Rees-Jones von jeder Mitschuld frei und werten den Unfall als tragischen Unfall.

  5. 2021
    Sicherheitschef

    Die Daily Mail berichtet, dass Rees-Jones bei einem großen Pharmaunternehmen als Sicherheitschef arbeitet.

Ein Leben nach dem Unfall

Nach dem Unfall quittierte Rees-Jones im Mai 1998 seinen Job als Bodyguard. Er zog nach Shropshire, arbeitete zeitweise in einem Sportbekleidungsgeschäft und heiratete 2003 in zweiter Ehe die Lehrerin Ann Scott. Heute ist er laut Kölner Stadt-Anzeiger Sicherheitschef bei AstraZeneca.

Auch heute noch belastet ihn der Unfall. Gegenüber der Irish Times sagte er:

Ich bin nicht verbittert gegenüber Herrn Al-Fayed. […] Aber ich würde mich schämen, wenn ich nicht eine Art moralische Verantwortung empfinden würde – man wäre kein Mensch, wenn man das nicht täte. […] Ich wurde dafür bezahlt, auf Dodi und seinen Gast aufzupassen, und sie starben während meiner Schicht. Das wird mich für den Rest meines Lebens begleiten.
Trevor Rees-Jones, ehemaliger Leibwächter und Autor

Heute lebt Rees-Jones mit seiner Frau und zwei Kindern zurückgezogen in England. Zuletzt wurde er im August 2022 bei Alltagsbesorgungen auf einem Supermarkt-Parkplatz in Shropshire fotografiert.

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