55 Prozent der Deutschen wollen die Zuckersteuer – Klingbeil stoppt Besteuerung von Zero-Getränken
Bild: KI-generiert
Gesundheitspolitik

55 Prozent der Deutschen wollen die Zuckersteuer – Klingbeil stoppt Besteuerung von Zero-Getränken

Eine Mehrheit der Deutschen befürwortet die geplante Zuckersteuer auf zuckerhaltige Getränke. Finanzminister Lars Klingbeil muss sich gegen Pläne aus dem eigenen Haus durchsetzen, auch Zero-Getränke zu besteuern.

Veröffentlicht
JUX auf Google folgen

55 Prozent der Deutschen wollen die Zuckersteuer – und Finanzminister Lars Klingbeil muss sich gegen Pläne aus dem eigenen Haus durchsetzen. Das zeigt eine neue Forsa-Umfrage im Auftrag von Stern und RTL, über die n-tv berichtet.

Forsa befragte am 27. und 28. August 2026 insgesamt 1002 Menschen. Die Fehlerquote liegt bei rund drei Prozentpunkten. 55 Prozent der Befragten sprachen sich für die Einführung einer Sonderabgabe auf zuckerhaltige Getränke aus, 44 Prozent lehnten sie ab, ein Prozent machte keine Angabe.

Das Bild ist jedoch nicht eindeutig: In einer YouGov-Umfrage vom 26. August mit 4280 Befragten sprachen sich 43 Prozent für eine Zuckersteuer aus, 44 Prozent dagegen. Das zeigt, wie gespalten die Deutschen in der Frage sind.

Die konkrete Frage lautete: „Finden Sie die Einführung einer Sonderabgabe auf zuckerhaltige Getränke richtig?“ Hintergrund ist ein Beschluss der schwarz-roten Koalition: Im Rahmen des Sparpakets für die gesetzlichen Krankenversicherungen einigte sich die Koalition auf eine Zuckersteuer ab 2027.

So denken die Anhänger

Besonders groß ist die Zustimmung unter Anhängern der Grünen mit 87 Prozent. Von den Anhängern von CDU/CSU und SPD befürworteten 76 beziehungsweise 77 Prozent die Steuer. Vergleichsweise häufig abgelehnt wird sie dagegen in Ostdeutschland sowie von AfD-Anhängern.

Zustimmung zur Zuckersteuer nach Partei

Prozent der Anhänger, die die Steuer befürworten

Quelle: Forsa, August 2026

Klingbeil pfeift sein Ministerium zurück

Wie bereits bekannt wurde, plant das Bundesfinanzministerium, die Zuckersteuer auch auf zuckerfreie Getränke wie Cola Zero, Fruchtsäfte, Milchmischgetränke und alkoholfreies Bier auszuweiten. Auslöser war ein internes Papier aus dem Haus von Lars Klingbeil.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) stellte anschließend klar, dass zuckerfreie Getränke nicht besteuert werden sollen. Damit pfiff der Finanzminister seine eigenen Beamten zurück, die solche Pläne ausgearbeitet hatten, auch um Finanzlöcher im Haushalt zu stopfen.

Was keinen Sinn ergibt, ist eine Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke. Das mache ich nicht. Das wird nicht kommen.
Lars Klingbeil, Bundesfinanzminister (SPD)

Die Vorgeschichte: Von der Koalitionseinigung zur Umfrage

Die Zuckersteuer ist Teil des Sparpakets für die gesetzlichen Krankenversicherungen, auf das sich Union und SPD geeinigt haben. Ab 2027 sollen Hersteller für zuckerhaltige Getränke zahlen, die Höhe richtet sich nach dem Zuckergehalt. In der Koalitionseinigung waren Einnahmen von 650 Millionen Euro vorgesehen, Branchenverbände rechnen mit knapp vier Milliarden Euro.

Eine Expertenkommission empfahl eine Übergangszeit von etwa zwölf Monaten, damit Hersteller Rezepturen verändern können. In den ersten Jahren könnten geschätzt 450 Millionen Euro jährlich hereinkommen, die der gesetzlichen Krankenversicherung zugutekommen sollten. Positive Gesundheitseffekte werden besonders bei Kindern, Jugendlichen und sozial benachteiligten Gruppen erwartet.

Zeitleiste zur Zuckersteuer

  1. 26. August 2026
    YouGov-Umfrage zeigt gespaltene Meinung

    43 Prozent für, 44 Prozent gegen eine Zuckersteuer (4280 Befragte).

  2. 26. August 2026
    Klingbeil schließt Zero-Besteuerung aus

    Finanzminister stellt klar, zuckerfreie Getränke nicht zu besteuern.

  3. 27.–28. August 2026
    Forsa befragt 1002 Menschen

    Repräsentative Umfrage für Stern und RTL.

  4. 1. September 2026
    Forsa-Ergebnisse veröffentlicht

    55 Prozent befürworten die Zuckersteuer, 87 Prozent bei Grünen-Anhängern.

Was auf Verbraucher und Hersteller zukommt

Die Abgabe soll sich nach dem Zuckergehalt richten. International gibt es bereits Vorbilder: In Irland werden auf den Liter Cola bis zu 30 Cent extra aufgeschlagen, den weltweiten Rekord hält Bermuda mit Steuern in Höhe von 75 Prozent auf importierten Zucker. Das berichtet die Bild.

Umfrage
Lädt