Marius Borg Høiby trägt Sarg von König Harald – trotz Hausarrest
Bild: KI-generiert
Norwegen

Marius Borg Høiby trägt Sarg von König Harald – trotz Hausarrest

Der verurteilte Sohn von Königin Mette-Marit trug am Montag den Sarg seines Großvaters mit – obwohl er zu vier Jahren Haft verurteilt ist und unter elektronischer Fußfessel steht. Für den neuen König Haakon VIII. wird die Rolle seines Stiefsohns zur Belastungsprobe.

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Ein verurteilter Stiefsohn hat am Montag den Sarg des norwegischen Königs getragen. Bei der Prozession durch das Königliche Schloss Oslo trug Marius Borg Høiby (29) am 31. August 2026 den Sarg seines Großvaters König Harald V. – obwohl er wegen Vergewaltigung zu vier Jahren Haft verurteilt wurde und aktuell Hausarrest mit elektronischer Fußfessel hat.

Neben ihm trugen König Haakon VIII., Prinzessin Märtha Louise, Kronprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus den Sarg. Die neue Königin Mette-Marit (53) lief Hand in Hand mit Haralds Witwe Königin Sonja hinter dem Sarg. In der Schlosskapelle wurde der Sarg auf einem Katafalk aufgebahrt.

Dass der Verurteilte den Sarg überhaupt tragen durfte, ermöglichte eine kurzfristige Ausgangserlaubnis der Staatsanwaltschaft. Die norwegische Polizei bestätigte die von der Berliner Zeitung dokumentierte Genehmigung der Staatsanwaltschaft – im norwegischen Recht „Permisjon“ genannt.

Bereits am Abend des 28. August saß Høiby bei der Überführung des Leichnams vom Rikshospital zum Schloss in einem Begleitfahrzeug der königlichen Kolonne. Zuvor durfte er Harald V. kurz vor dessen Tod im Krankenhaus besuchen. Auch am Staatsbegräbnis am 9. September 2026 darf er teilnehmen – das hat die norwegische Polizei bestätigt.

Vom Gefängnis zum Sargträger

Høiby wurde am 15. Juni 2026 vom Osloer Bezirksgericht in 34 von 40 Anklagepunkten schuldig gesprochen – darunter zwei Vergewaltigungen. Das Strafmaß beträgt vier Jahre Haft. Gegen das noch nicht rechtskräftige Urteil hat er Berufung eingelegt; die Staatsanwaltschaft fordert sogar eine härtere Strafe.

Seit Mitte Juli 2026 verbüßt Høiby die Untersuchungshaft als Hausarrest mit Fußfessel auf Schloss Skaugum. Seine Mutter Mette-Marit soll sich dafür eingesetzt haben – während sie selbst nach einer Lungentransplantation genesen musste. Die bizarren Hausarrest-Regeln auf Skaugum erlauben ihm Partys und Lieferservice.

Chronologie des Verfahrens

  1. 2. Februar 2026
    Untersuchungshaft

    Høiby kommt wegen Verstoßes gegen ein Kontaktverbot in U-Haft.

  2. 15. Juni 2026
    Urteil

    Schuldig in 34 von 40 Anklagepunkten, vier Jahre Haft; Berufung eingelegt.

  3. Mitte Juli 2026
    Hausarrest

    Høiby darf die U-Haft mit Fußfessel auf Schloss Skaugum verbringen.

  4. 28. August 2026
    Tod des Königs

    Harald V. stirbt; Høiby sitzt abends im Begleitfahrzeug der Kolonne.

  5. 31. August 2026
    Sargprozession

    Høiby trägt den Sarg durch das Königliche Schloss Oslo.

Haakons Zwickmühle

Seit Haralds Tod steht Haakon VIII. an der Spitze des Königshauses – und muss die familiäre Bindung zu seinem Stiefsohn mit der öffentlichen Rolle der Monarchie in Einklang bringen. In seiner ersten Rede als König gab er den Familienmenschen; auf einem Foto seines Arbeitsplatzes ist Marius zu sehen. Einen Tag nach dem Tod des Vaters musste er die ersten Trauergäste empfangen.

Wenn man heiratet, dann gilt das in guten und in schlechten Zeiten.
König Haakon VIII. von Norwegen

Dieser Satz stammt aus Haakons Silberhochzeit und zeigt das Dilemma: Würde er Marius von einschneidenden Familienanlässen fernhalten, wäre das mit seinem Familienbild kaum vereinbar. Gleichzeitig hat der Auftritt einen bitteren Beigeschmack. Man sei Høiby zuletzt wiederholt entgegengekommen: Fußfessel statt Gefängnis, ein milderes Urteil als von der Staatsanwaltschaft gefordert, nun zwei offizielle Termine in der Trauerwoche.

Mette-Marit hält trotz aller Skandale weiter zu ihrem Sohn; Haakon schirmt seine Frau gegen öffentliche Kritik ab. Die zwei Ausnahmen während der Trauer seien argumentativ vertretbar, heißt es in Medien – sollten sich solche Ausnahmen aber abseits des Todesfalls wiederholen, dürfte Haakon in Erklärungsnot geraten.

Stimmung in Norwegen

Der Rückhalt für die Monarchie in Norwegen ist seit Haralds Tod gestiegen. Laut einer Umfrage des Instituts Norstat im Auftrag von NRK befürworten inzwischen 72 Prozent der Norweger die Monarchie – acht Punkte mehr als im Mai. Am beliebtesten bleibt Königin Sonja; Mette-Marit verzeichnet trotz der Kontroversen um ihren Sohn leichte Zugewinne.

Rückhalt für die Monarchie in Norwegen

Anteil der Befragten, die die Monarchie befürworten

72%Zustimmung
Quelle: Norstat/NRK, August 2026

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