Israel will Palästinenser aus Gaza umsiedeln, falls USA zustimmen
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Nahost-Konflikt

Israel will Palästinenser aus Gaza umsiedeln, falls USA zustimmen

Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat auf einer Konferenz bekräftigt, dass es ohne Umsiedlung der Palästinenser aus Gaza keine Lösung gebe. Israel sei vorbereitet, die Menschen „auf jedem erdenklichen Weg“ herauszuholen – sobald die USA grünes Licht geben.

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Israel ist nach den Worten von Verteidigungsminister Israel Katz bereit, die palästinensische Bevölkerung aus dem Gazastreifen umzusiedeln – sobald die USA grünes Licht geben. Auf der Konferenz „Decision Time: Democracy and Society“ von Ynet und Yedioth Ahronoth sagte Katz am Mittwoch, es gebe ohne diese Migration keine wirkliche Lösung für Gaza.

Die Regierung sei 'organisiert und vorbereitet', die Menschen 'auf dem Seeweg, auf dem Luftweg, auf jedem erdenklichen Weg' herauszuholen, sagte Katz laut der Times-of-Israel-Berichterstattung zu Katz‘ Aussagen. Zuständig sei eine eigens eingerichtete Migrationsdirektion im Verteidigungsministerium.

Trumps Plan: „eingefroren“ statt aufgehoben

Katz widersprach der Darstellung, US-Präsident Donald Trump habe den Umsiedlungsvorstoß aufgegeben. Der Plan sei 'nicht abgesagt, sondern eingefroren', sagte er. Auslöser sei der Druck arabischer Staaten gewesen: Sie hätten Trump Investitionen und eine Entwaffnung der Hamas angeboten, im Gegenzug für das Einfrieren. Geld für Gaza ist ohnehin ein Streitthema – wie die Geberkonferenz in Brüssel zeigte.

Ohne diese Migration gibt es letztendlich keine wirkliche Lösung für Gaza.
Israel Katz, israelischer Verteidigungsminister

Damit bestätigte Katz offen, was Menschenrechtsorganisationen seit Langem als Versuch der ethnischen Säuberung bezeichnen. Die Zwangsumsiedlung von Zivilisten in besetzten Gebieten gilt nach den Genfer Konventionen als Kriegsverbrechen.

80-Prozent-Behauptung ohne Beleg

Ohne Quellenangabe behauptete Katz, 80 Prozent der Menschen in Gaza wollten auswandern. „Wir prüfen das ständig in Umfragen“, sagte er, nannte aber keine konkreten Erhebungen. Die Hamas erlaube den Menschen nicht zu gehen, und kein Land der Welt sei bereit, sie aufzunehmen.

Als zentrales Hindernis nannte Katz, dass Ägypten – das einzige Land, das neben Israel an den Gazastreifen grenzt – eine Umsiedlung über sein Territorium ablehne. Jedes aufnahmewillige Land verlange zudem „amerikanische Rückendeckung“. „Dafür brauchen wir die Vereinigten Staaten“, sagte Katz.

Netanyahu: „Wir ziehen uns nicht zurück“

Zeitgleich besuchte Ministerpräsident Benjamin Netanyahu einen IDF-Posten im Gazastreifen nahe der 'Gelben Linie', die das von Israel kontrollierte Gebiet vom Hamas-Gebiet trennt. Es war sein erster Besuch im Küstenstreifen seit der Waffenruhe im Oktober 2025, berichtet der Ynetnews-Bericht über Netanyahus Besuch. Netanyahu sagte, Israel kontrolliere 60 Prozent des Gebiets und werde sich nicht zurückziehen.

Wir kontrollieren das Gebiet hier. Wir ziehen uns nicht zurück. Wir bleiben auf dieser Linie. Wir kontrollieren 60 Prozent des Gebiets.
Benjamin Netanyahu, israelischer Ministerpräsident

Netanyahu bekräftigte das Ziel, die Hamas zu entwaffnen und Gaza zu demilitarisieren. Ob Israel die Linie auch bei einer Waffenabgabe der Hamas halten würde, ließ er offen.

Van Hollen: „Wir müssen unsere Mitschuld beenden“

Am Folgetag verurteilte der demokratische US-Senator Chris Van Hollen Katz‘ Äußerungen scharf. Er und sein Kollege Jeff Merkley hatten bereits nach einem Besuch an der Grenze zwischen Gaza und Ägypten vor einem israelischen Plan zur ethnischen Säuberung gewarnt.

Jetzt hat der israelische Verteidigungsminister bestätigt, dass das das Ziel ist. Wir müssen unsere Mitschuld beenden.
Chris Van Hollen, US-Senator (Demokraten)

Die US-Botschaft verwies auf Anfragen nach einer Stellungnahme an das Außenministerium in Washington. Der Internationale Strafgerichtshof hat Haftbefehle gegen Ministerpräsident Netanyahu und Katz‘ Vorgänger Yoav Gallant erlassen, die Israel und die USA zurückweisen.

Chronologie der Umsiedlungsdebatte

  1. Februar 2025
    Trump fordert Umsiedlung

    US-Präsident Trump verlangt die Umsiedlung aller Palästinenser aus Gaza; Israel richtet eine Direktion für „freiwillige Auswanderung“ ein.

  2. Oktober 2025
    Friedensplan ohne Zwangsumsiedlung

    Trump verkündet einen Gaza-Friedensplan mit Waffenruhe, der ausdrücklich keine Zwangsumsiedlung vorsieht.

  3. Juni 2026
    Plan wird wiederbelebt

    Medienberichten zufolge versuchen israelische Sicherheitsbeamte, den Umsiedlungsplan wiederzubeleben und neu zu verpacken.

  4. 2. September 2026
    Katz bekräftigt Umsiedlung

    Verteidigungsminister Katz sagt, Israel sei vorbereitet; Trump habe den Plan nur eingefroren.

  5. 3. September 2026
    US-Senator verurteilt

    Chris Van Hollen wirft Israel ethnische Säuberung vor und fordert ein Ende der Mitschuld.