AfD erreicht 43 Prozent in Sachsen-Anhalt und liegt klar vorn
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Wahlumfrage

AfD erreicht 43 Prozent in Sachsen-Anhalt und liegt klar vorn

Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt legt die AfD weiter zu. Laut Insa-Umfrage für „Nius“ kommt sie auf 43 Prozent – und könnte wegen verfallener Stimmen bereits mit diesem Wert die absolute Mehrheit erringen.

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Vier Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt legt die AfD noch einmal zu: In der neuen Insa-Umfrage im Auftrag des Portals „Nius“ erreicht die Partei 43 Prozent – ein Prozentpunkt mehr als im Juli und der höchste je in Sachsen-Anhalt gemessene Wert. Das geht aus der neuen Insa-Umfrage für Nius hervor.

Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze fällt auf 22 Prozent (−1), die Linke auf 12, die SPD auf 7, die Grünen auf 5, das BSW auf 4 und die FDP auf 3 Prozent. Der Abstand zwischen AfD und CDU beträgt damit 21 Prozentpunkte. Insa befragte vom 26. August bis zum 1. September 1000 Wahlberechtigte online; die Fehlertoleranz liegt bei 3,1 Prozentpunkten.

Absolute Mehrheit hängt an den kleinen Parteien

Für eine absolute Mehrheit der Sitze braucht die AfD nicht zwingend mehr als 50 Prozent der Stimmen. Parteien, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, werden bei der Sitzverteilung nicht berücksichtigt – ihre Stimmen verfallen. Je mehr Stimmen auf solche Parteien entfallen, desto stärker profitieren die im Landtag vertretenen Parteien. Wie der interaktive Rechner zur absoluten Mehrheit zeigt, entfallen nach den aktuellen Zahlen 11 Prozent der Stimmen auf Parteien unter fünf Prozent.

Insa-Umfrage Sachsen-Anhalt vom 2. September 2026

Stimmenanteile in Prozent

Quelle: Insa/Nius, 26.08.–01.09.2026, 1000 Befragte

Direktwahl: Siegmund klar vor Schulze

Bei der hypothetischen Direktwahl des Ministerpräsidenten liegt AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund mit 39 Prozent klar vor Amtsinhaber Sven Schulze, der auf 28 Prozent kommt. Der 35-jährige Siegmund setzt im Wahlkampf auf einen nationalistischen Ton: „Ich will mein schönes, altes, sicheres Deutschland zurück“, zitiert ihn die Nachrichtenagentur Reuters. Der 47-jährige Schulze, seit Ende Januar 2026 Ministerpräsident, spricht von „einer Entscheidung, die den Kurs für Deutschland setzt“.

Beim TV-Duell der beiden Spitzenkandidaten forderte Siegmund zuletzt eine AfD-Alleinregierung, Schulze konterte mit einem klaren Nein zu einer Zusammenarbeit mit der AfD.

Wenn die Grünen scheitern, reicht der AfD dieser Wert

Sollten die Grünen mit 5 Prozent den Wiedereinzug in den Landtag verpassen, stiege der Anteil der verfallenen Stimmen auf rund 16 Prozent. Die Schwelle für eine absolute Mehrheit sänke dann auf etwa 42 Prozent – die AfD hätte mit ihren 43 Prozent bereits rechnerisch genug Sitze. Das rechnete auch ZDFheute anhand des Politbarometers vor: Bei 15 Prozent verfallener Stimmen liegt die Schwelle bei über 42,5 Prozent.

AfD in Sachsen-Anhalt: Der Umfrage-Trend

  1. Anfang Juli 2026
    Insa-Umfrage: AfD 42 Prozent

    Die AfD erreicht im Juli 42 Prozent, die CDU 23 Prozent.

  2. 25.–27. August 2026
    ZDF-Politbarometer: AfD 40 Prozent

    Die Forschungsgruppe Wahlen sieht die AfD bei 40, die CDU bei 23 Prozent.

  3. 26. August – 1. September 2026
    Insa-Umfrage: AfD 43 Prozent

    Die neue Insa-Erhebung im Auftrag von Nius zeigt die AfD bei 43 Prozent – Rekordwert.

  4. 2. September 2026
    Veröffentlichung

    Insa veröffentlicht die Umfrage; Siegmund liegt bei der Direktwahl-Frage mit 39 zu 28 vor Schulze.

  5. 6. September 2026
    Landtagswahl

    In Sachsen-Anhalt wird ein neuer Landtag gewählt.

Koalition ohne AfD nur mit der Linken

Schließt die CDU eine Zusammenarbeit mit der AfD weiterhin aus, wäre sie nach allen aktuellen Umfragen auf die Linkspartei angewiesen, um eine Mehrheit im Landtag zu bilden. Eine Werbeaktion des Vereins Campact ruft deshalb dazu auf, SPD und Grüne zu wählen, um eine absolute Mehrheit der AfD zu verhindern. Gelingt beiden Parteien der Wiedereinzug in den Landtag, wird eine AfD-Alleinregierung unwahrscheinlicher.

Am 6. September entscheidet sich, ob die AfD in Sachsen-Anhalt einen historischen Durchbruch schafft. Andere Parteien schließen eine Zusammenarbeit mit der AfD aus – erreicht sie die absolute Mehrheit, lässt sich eine Regierung unter Ulrich Siegmund kaum verhindern.