USA zerstören zwei iranische Raketenwerfer auf Larak
Erstmals seit Ende Juli greifen US-Streitkräfte iranisches Territorium an: Auf der Insel Larak zerstören sie zwei Raketenwerfer der Revolutionsgarden, die Seeminen in die Straße von Hormus abfeuern wollten. Teheran beantwortet den Schlag noch in der Nacht mit ballistischen Raketen auf zwei US-Stützpunkte in Jordanien.
Erstmals seit Ende Juli haben US-Streitkräfte iranisches Territorium angegriffen. Am späten Sonntag zerstörten sie auf der Insel Larak in der Straße von Hormus zwei Raketenwerfer der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC), die nach US-Angaben gerade Seeminen in die Wasserstraße abfeuern wollten. Es war der erste bekannte US-Angriff auf iranisches Territorium seit Ende Juli, als die USA noch mehr als 140 Ziele im Iran bombardierten.
Das US Central Command (CENTCOM) bestätigte den Angriff. Ein US-Regierungsvertreter sagte, man habe beobachtet, wie IRGC-Kräfte Raketen mit Seeminen vorbereiteten, um sie in die Straße von Hormus zu schießen. Captain Tim Hawkins, Sprecher von CENTCOM, erklärte, die US-Streitkräfte hätten die Bedrohung beseitigt, um zivile Seeleute und den freien Handel zu schützen, wie Newsweeks Bericht über den Militärschlag zeigt.
Fajr-5: Raketen mit Seeminen als Waffe
Bei den Zielen handelte es sich offenbar um Fajr-5-Mehrfachraketenwerfer vom Kaliber 333 mm. Das System wird seit den 1990er-Jahren eingesetzt und ist auch bei der libanesischen Hisbollah verbreitet. Iran hatte die Fähigkeit, mit Fajr-5-Raketen einzelne Seeminen zu verlegen, bereits im Januar 2025 bei der Übung „Great Prophet-19“ demonstriert.
Jedes Startfahrzeug besitzt vier Rohre. Bei zwei angegriffenen Werfern hätten also bis zu acht Minen in die Wasserstraße gelangen können. Das Fachmedium The Maritime Executive bezeichnet die Verlegung per Rakete als komplex und ineffizient – und wertet den Einsatz als Zeichen dafür, dass die Revolutionsgarden unter Druck stehen, weil Minenlegen mit Schnellbooten schwieriger wird, wie The Maritime Executive zu den raketengestützten Seeminen berichtet.
Eskalation nach Trumps Null-Toleranz-Drohung
Der Angriff folgt auf eine Phase relativer Ruhe. Seit März hatte der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus massiv gestört und von Tankern Gebühren verlangt. US-Kräfte hatten die von Iran gelegten Minen in den internationalen Verkehrswegen nach eigenen Angaben bis zum 27. August geräumt.
US-Präsident Donald Trump hatte daraufhin eine Null-Toleranz-Politik verkündet. Jedes Schiff oder Boot, das neue Minen lege, werde sofort und systematisch zerstört, erklärte er.
„Iran wurde mitgeteilt, dass jedes Schiff oder Boot, das neue Minen legt, sofort und systematisch zerstört wird. Es gilt eine Null-Toleranz-Politik bei der Minenverlegung.“
Donald Trump, US-Präsident
Mit dem erneuten Versuch, Minen zu legen, wollte das iranische Regime laut dem Institute for the Study of War die Kontrolle über die Meerenge zurückgewinnen und die Bedrohung für die Schifffahrt wieder ins öffentliche Bewusstsein rücken.
Iranische Vergeltung: Raketen auf Jordanien und VAE
Die IRGC kündigte unmittelbar Vergeltung an. In der Nacht zum Montag feuerte sie ballistische Raketen auf die Luftwaffenstützpunkte King Hussein und al-Azraq in Jordanien ab. Jordanische Streitkräfte fingen nach eigenen Angaben acht Raketen ab; ein US-Vertreter sagte, alle auf US-Kräfte ankommenden Raketen seien abgefangen worden.
Iranische Staatsmedien behaupteten dagegen, die Raketen hätten technische Infrastruktur und Kampfflugzeug-Positionen getroffen und schwere Schäden verursacht. Zudem meldete das Staatsfernsehen, Drohnen hätten den Luftwaffenstützpunkt Al-Minhad in den Vereinigten Arabischen Emiraten angegriffen. Das Verteidigungsministerium der VAE bestritt dies als unbegründet.
Tasnim meldete nach dem US-Angriff mindestens zwei Tote und zwei Verletzte auf Larak. Irans Präsident Massud Peseschkian sagte laut Staatsfernsehen: Wir streben keinen Krieg an, werden aber eine entschlossene Antwort auf die Aggressoren geben.
Märkte reagieren, USA kündigen neue Sanktionen an
Die Eskalation trieb die Ölpreise am Montag um fast drei Prozent nach oben, während US-Aktien nachgaben. Finanzminister Scott Bessent kündigte an, die USA würden voraussichtlich wöchentlich neue sekundäre Sanktionen verhängen, zunächst mit Schwerpunkt auf Banken.
Trump drohte auf Truth Social ohne Belege, die iranische Energieinsel Kharg werde in Stücke gesprengt. Das beigefügte Video hält Reuters für wahrscheinlich künstlich erzeugt. Kharg wickelte vor dem Krieg rund 90 Prozent der iranischen Ölexporte ab.