Nach den Raketenangriffen der iranischen Revolutionsgarden auf zwei US-Kriegsschiffe hat das US-Militär am Samstag drei iranische Öltanker vor der Küste Irans angegriffen und außer Gefecht gesetzt. Wie aus dem Lagebericht der Tagesschau zu den Tankerangriffen hervorgeht, bestätigte das Regionalkommando CENTCOM offiziell und veröffentlichte eigene Aufnahmen, auf denen die Schiffe in Flammen aufgehen.
Getroffen wurden die M/T Downy vor der Insel Kharg im Persischen Golf und die M/T Stark 1 nahe der Küstenstadt Jask; beide wurden nach CENTCOM-Angaben dauerhaft außer Gefecht gesetzt. Ein dritter, leerer Tanker, die M/T Kylo (auch Noxen), wurde im Golf von Oman an mehreren kritischen Stellen getroffen und vollständig zerstört.
„Die Botschaft an die IRGC muss unmissverständlich sein: Wenn ihr auf zwei unserer Schiffe schießt, werden wir euch noch höhere wirtschaftliche Kosten aufbürden, indem wir drei eurer Schiffe ausschalten.“
Cooper fügte hinzu: „Wir werden nicht zögern, amerikanische Streitkräfte zu verteidigen, und wenn nötig Irans begrenzte und ungeschützte Ölflotte zerstören.“ US-Verteidigungsminister Pete Hegseth drohte Berichten zufolge damit, iranische Öltanker „zu zerstören und zu versenken“, falls Teheran weiter US-Kriegsschiffe angreife.
Angriff nahe der Insel Kharg
Iranische Medien hatten zuvor von Explosionen nahe der Insel Charg/Kharg im Persischen Golf berichtet. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Tasnim über den Raketentreffer trafen vier US-Raketen einen iranischen Öltanker rund elf Kilometer vor der Küste; demnach gab es keine Opfer, die Besatzung wurde evakuiert.
Kharg Island ist Irans wichtigster Umschlagplatz für Rohöl: Vor dem Krieg liefen rund 90 Prozent der iranischen Rohölexporte über die Insel. Der Angriff auf den Tanker markierte eine Eskalation, weil die US-Angriffe damit bis unmittelbar an Irans Ölherzstück heranrückten – die USA hatten die Insel zuvor zwar mehrfach militärisch getroffen, ihre Ölanlagen dabei aber weitgehend verschont.
Warnungen per Funk an die „Stark 1“
Nahe Jask zeichnete ein exklusives Video von Iran International die Warnungen auf, die das US-Militär per UKW-Funk an die Stark 1 richtete, kurz bevor das Schiff getroffen wurde. In drei Durchsagen erklärte eine US-Stimme: „Motor Tanker STARK 1, hier spricht ein US-Militärflugzeug. Ich bereite mich darauf vor, auf Ihr Heck zu feuern. Sie haben 3 Minuten, um die Besatzung vom Heck Ihres Schiffes zu holen.“
Eine zweite Durchsage verkürzte die Frist auf eine Minute; die letzte lautete: „Dies war Ihre letzte Warnung … gehen Sie in die Rettungsboote und verlassen Sie das Schiff sofort.“ Dazwischen ist auf Persisch und Urdu zu hören, wie die Besatzung darüber diskutiert, dass der Kapitän noch schlafe.
Die Angriffe auf die Tanker folgen auf eine Serie von Schiffsangriffen im Persischen Golf. Erst zwei Tanker in der Straße von Hormus explodierten; die Revolutionsgarden hatten daraufhin Reedereien gedroht.
Teheran verurteilt Angriffe als „Kriegsverbrechen“
Das iranische Außenministerium verurteilte die US-Angriffe auf iranische Öltanker im Persischen Golf und im Golf von Oman als illegal und als „Kriegsverbrechen“. Es warnte, Washington und seine Verbündeten trügen die Verantwortung für die Folgen weiterer Angriffe.
Die IRGC-Marinesoldaten drohten ihrerseits mit verschärften Schlägen gegen US-Kriegsschiffe: „Lasst euch nicht vom terroristischen US-Militär täuschen und unterlasst jede verdächtige Bewegung, die darauf abzielt, nicht autorisierte Wasserstraßen zu passieren – andernfalls werdet ihr zum Ziel.“
Laut iranischem Staatsfernsehen griff der Iran als Reaktion seinerseits drei Öltanker und drei US-nahe Schiffe an; dies konnte zunächst nicht unabhängig bestätigt werden.
Eskalation und Ölpreise
Die Schlagabtäusche folgten auf eine rund einwöchige erneute Eskalation: Nach etwa einem Monat relativer Ruhe hatten die USA und der Iran ihre gegenseitigen Angriffe wieder aufgenommen – in einem seit Februar andauernden, von Unterbrechungen geprägten Krieg, der mit US- und israelischen Angriffen auf den Iran begann.
US-Präsident Donald Trump hatte am 31. August einen Einzeiler mit einem KI-generierten Video veröffentlicht, das die Zerstörung der Insel Kharg zeigte; iranische Behörden hatten für den Fall eines Angriffs auf Kharg eine harte Reaktion angekündigt. Bereits am 11. Juni hatte Trump erklärt, die Insel übernehmen zu wollen, bevor er eine Militäroperation dort wieder vom Tisch nahm.
Ökonomisch traf die Lage die Energiemärkte: Brent-Rohöl schloss am Freitag bei 96,28 US-Dollar je Barrel – dem höchsten Stand seit dem 24. Juli –, während die Spannungen im Nahen Osten die globalen Versorgungssorgen antrieben.
Chronologie des 5. September 2026
- 5. September 2026, vormittagsIRGC feuert Raketen auf US-Schiffe
Laut CENTCOM greifen die Revolutionsgarden einen US-Flugzeugträger und einen Zerstörer an; beide weichen aus, es gibt keine Verletzten.
- 5. September 2026CENTCOM setzt drei Tanker außer Gefecht
M/T Downy vor Kharg und M/T Stark 1 bei Jask werden dauerhaft außer Gefecht gesetzt; M/T Kylo im Golf von Oman wird vollständig zerstört.
- 5. September 2026Vier US-Raketen treffen Tanker nahe Kharg
Tasnim meldet den Einschlag elf Kilometer vor der Küste; keine Opfer, Besatzung evakuiert.
- 5. September 2026Teheran spricht von „Kriegsverbrechen“
Das iranische Außenministerium verurteilt die Angriffe und warnt vor den Folgen.
- 6. September 2026Iran meldet Vergeltungsschläge
Staatsfernsehen berichtet von Angriffen auf drei Öltanker und drei US-nahe Schiffe; unabhängig nicht bestätigt.
