Ökonomen warnen vor AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt: Fachkräfte blieben fern
Bild: KI-generiert
Wirtschaft

Ökonomen warnen vor AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt: Fachkräfte blieben fern

Monika Schnitzer, Chefin der Wirtschaftsweisen, warnt vor den Folgen einer AfD-Regierung für den Standort Sachsen-Anhalt. Auch Siemens-Energy-Chef Bruch und das IWH sehen Fachkräfte und Investitionen in Gefahr.

Veröffentlicht
JUX auf Google folgen

Die Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, warnt laut einem Bericht über die drohenden Standortnachteile vor den wirtschaftlichen Folgen eines AfD-Wahlsiegs in Sachsen-Anhalt. Sollte die Partei bei der Landtagswahl am 6. September an die Regierung kommen, könnte das Bundesland für Fachkräfte und Unternehmen unattraktiv werden.

Bei der Wahl sind rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen. Die jüngste ZDF-Umfrage sieht die AfD bei 41 Prozent, die CDU bei 23 Prozent.

Angesichts des Wahlprogramms ist zu erwarten, dass bei einer Regierungsübernahme der AfD das Bundesland als Standort für Fachkräfte und Unternehmen deutlich an Attraktivität verlieren würde.
Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats

Fachkräfte und Investitionen drohen auszubleiben

Schnitzer wies darauf hin, dass in Sachsen-Anhalt in den nächsten Jahren viele Arbeitskräfte in Rente gehen. „Ohne Zuzug von außen werden deshalb bald viele Fachkräfte fehlen. Und ohne ausreichend Fachkräfte bleiben dringend benötigte Investitionen aus“, sagte die Ökonomin.

Bereits am 1. September hatte Kanzler Merz in Quedlinburg vor einem Experimentierfeld gewarnt, falls die AfD regiert. Auch weitere Top-Manager schlossen sich den Warnungen an.

Siemens-Energy-Chef: AfD-Wirtschaftspolitik „absolut kritisch“

Der Vorstandsvorsitzende von Siemens Energy, Christian Bruch, hält die Wirtschaftspolitik der AfD für „absolut kritisch“. Deutsche Unternehmen und Arbeitsplätze seien davon abhängig, dass sie exportieren und internationale Fachkräfte nach Deutschland holen könnten.

Das Programm der Partei, die unter anderem eine Rückkehr zu Kohle und Atomkraft fordert, sei schlecht für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Christian Bruch, Vorstandsvorsitzender von Siemens Energy

Bruch blicke mit großer Sorge auf die Wahl am Sonntag in Sachsen-Anhalt.

Studie des IWH: Tausende Stellen blieben unbesetzt

Bereits einige Tage vor der Wahl hatte der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Reint Gropp, die Folgen eines AfD-Siegs für den Arbeitsmarkt thematisiert. Sollte die AfD die Wahl gewinnen und weiter Stimmung gegen Zuwanderer machen, würden dort „Tausende zusätzliche Stellen unbesetzt bleiben“, sagte Gropp.

In den vergangenen Jahren habe vor allem der Zuzug von Ausländern den Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt stabilisiert, hieß es in einer Studie des IWH.

AfD bei Umfragen klar vorn

Die jüngste Umfrage für das ZDF sieht die AfD bei 41 Prozent, die CDU bei 23 Prozent. Im Sachsen-Anhalt-Trend von Infratest dimap liegt die AfD bei 42 Prozent.

Letzte Umfragewerte vor der Wahl

ZDF-Politbarometer, 3. September 2026

Quelle: ZDF/Infratest dimap

Die derzeitige Koalition aus CDU, SPD und FDP dürfte nach den Umfragen ihre Mehrheit verlieren. Die AfD strebt eine Alleinregierung an, würde die absolute Mehrheit der Sitze jedoch verfehlen; keine der anderen im Landtag vertretenen Parteien will mit ihr koalieren.