Sarah Khalifa: Todesurteil gegen TV-Moderatorin in Ägypten bestätigt
Bild: KI-generiert
Todesstrafe

Sarah Khalifa: Todesurteil gegen TV-Moderatorin in Ägypten bestätigt

Ein Gericht in Kairo bestätigt das Todesurteil gegen Fernsehmoderatorin Sarah Khalifa (39). Die Anklage wirft ihr Drogenhandel im großen Stil vor – sie bestreitet alles und geht in Berufung.

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Sarah Khalifa (39) soll hängen. Das Kairoer Strafgericht bestätigte am Samstag, dem 5. September 2026, das Todesurteil gegen die bekannte ägyptische Fernsehmoderatorin – gemeinsam mit elf Mitangeklagten. Die Anklage wirft ihr vor, eine organisierte Drogenbande geführt zu haben.

Laut der staatlichen Zeitung Al-Ahram wurde Khalifa schuldig gesprochen, eine kriminelle Bande gebildet zu haben, die Rohstoffe für synthetische Drogen importierte, wie France24 über die Schuldsprüche berichtet. Zudem wurden die Verurteilten wegen illegalen Waffen- und Munitionsbesitzes für schuldig befunden.

Ermittler beschlagnahmten laut Al-Ahram mehr als 750 Kilogramm Betäubungsmittel sowie importierte Rohstoffe. Zwei Wohnungen wurden als Drogenlabore genutzt; außerdem fanden die Beamten nicht lizenzierte Schusswaffen. Die Anklage stützte sich auf Aussagen von 20 Zeugen und elektronische Beweise wie Nachrichten, Fotos und Videos.

Wer ist Sarah Khalifa?

Khalifa moderierte die Kriminalitätssendung „Mission Impossible“ auf dem privaten Sender Al-Mehwar TV. Sie betrieb zudem ein Zentrum für Schönheitschirurgie und eine Event-Produktionsfirma. Auf Instagram folgen ihr über 2,5 Millionen Menschen.

Die Moderatorin wurde im April 2025 in Kairo festgenommen. Bei einem Gerichtstermin im September wies sie die Vorwürfe zurück: Sie habe nie Drogen gesehen, bis sie in den Räumen der Anti-Drogen-Behörde mit solchen fotografiert worden sei.

Ich schwöre bei Gott, dass nichts davon je passiert ist
Sarah Khalifa, ägyptische TV-Moderatorin

Urteil nach Mufti-Gutachten bestätigt

Das Todesurteil war bereits im August verkündet worden, wurde aber erst einen Monat später bestätigt – nachdem das Gericht ein Gutachten des Großmuftis von Ägypten eingeholt hatte. Diese religiöse Stellungnahme ist bei Todesurteilen gesetzlich vorgeschrieben, aber für das Gericht nicht bindend.

Khalifas Anwalt kündigte bereits Berufung beim Kassationsgerichtshof an, dem höchsten ägyptischen Strafgericht. Zwei weitere Angeklagte sind noch auf freiem Fuß; gegen sie wurden Reiseverbote verhängt.

Chronologie des Falls

Der Fall zieht sich seit mehr als einem Jahr hin. Die wichtigsten Stationen im Überblick:

Der Fall Sarah Khalifa

  1. April 2025
    Festnahme in Kairo

    Sarah Khalifa wird im Zusammenhang mit Drogenermittlungen festgenommen.

  2. September 2025
    Vorwürfe zurückgewiesen

    Vor Gericht erklärt sie, sie habe nie Drogen gesehen.

  3. August 2026
    Todesurteil verkündet

    Das Kairoer Strafgericht verhängt zunächst das Todesurteil.

  4. 5. September 2026
    Urteil bestätigt

    Das Gericht bestätigt das Todesurteil gegen Khalifa und elf Mitangeklagte.

Kritik an der Todesstrafe

Amnesty International kritisierte den Fall: Die Angeklagten seien wegen Drogenhandels und Vergewaltigung schuldig gesprochen worden – Delikte, die laut dem BBC-Bericht zur internationalen Kritik nicht mit der Todesstrafe geahndet werden dürften, denn diese sei auf vorsätzliche Tötung beschränkt.

Die Ägyptische Kommission für Rechte und Freiheiten verzeichnete für Ägypten im Jahr 2025 insgesamt 541 Todesurteile. Die Vollstreckung erfolgt durch Erhängen. Ob das Urteil gegen Khalifa vollstreckt wird, hängt vom Kassationsgerichtshof ab – ihr Anwalt hat Berufung eingelegt.