Pantisano nennt Chrupalla „größte Flachzange“ im ARD-Talk
Bild: KI-generiert
Wahlabend

Pantisano nennt Chrupalla „größte Flachzange“ im ARD-Talk

Im ARD-Talk nach der Sachsen-Anhalt-Wahl geraten Linken-Chef Pantisano und AfD-Chef Chrupalla heftig aneinander. Pantisano nennt Chrupalla eine „Flachzange“, Chrupalla kontert mit Verweis auf 25 Jahre Arbeit.

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Am Wahlabend der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist der ARD-Talk eskaliert. Linken-Chef Luigi Pantisano attackierte AfD-Chef Tino Chrupalla mit einer persönlichen Beleidigung. Um 20.33 Uhr fiel in der Sendung mit Moderator Markus Preiß der Satz, wie der Bericht über den eskalierten ARD-Talk festhält:

Herr Chrupalla, Sie sind die größte Flachzange, die in Berlin rumläuft.
Luigi Pantisano, Co-Parteivorsitzender der Linken

Dem waren Vorwürfe Pantisanos vorausgegangen: Er hatte der AfD vorgeworfen, den Steuerzahlern am tiefsten in die Tasche zu greifen und selbst zu viel zu kassieren; außerdem warf er Chrupalla ein „dekadentes Leben“ vor. Chrupalla entgegnete: „Im Gegensatz zu Ihnen weiß ich, was wenigstens eine Flachzange ist. Ich habe bereits 25 Jahre gearbeitet. Ich habe mehr Steuern und Abgaben bezahlt als Sie wahrscheinlich in Ihrem ganzen Leben.“

Pantisano konterte erneut: „Sie lügen einfach nur die ganze Zeit, von morgens bis abends. Sie sind einfach nur verlogen.“ Moderator Markus Preiß hatte Mühe, die Streithähne zur Ordnung zu rufen, bat darum, „die Form zu wahren“ und rief zur Mäßigung auf.

Klüssendorf: „Ein bisschen unerträglich“

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf reagierte sichtlich unwohl. Er wandte sich an Moderator Markus Preiß und bat ihn einzugreifen. Seine Worte:

Ich finde es gerade ein bisschen unerträglich. Ich glaube, das Letzte, was die Leute jetzt wollen, ist, dass wir uns hier gegenseitig beschimpfen.
Tim Klüssendorf, SPD-Generalsekretär

Zuvor hatte Klüssendorf Chrupalla vorgeworfen, Russlands Interessen zu vertreten. Der Appell verhallte zunächst, der Ton blieb scharf.

Vorgeschichte: „Flachzange“ aus AfD-Reihen

Der Begriff „Flachzange“ hatte in den Tagen zuvor bereits Karriere gemacht. AfD-Co-Chefin Alice Weidel hatte im ZDF-„Sommerinterview“ alle Regierenden in Deutschland pauschal als „Flachzangen“ bezeichnet. Später nannte der sachsen-anhaltische AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund den Noch-Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) politisch eine „Flachzange“ – auf Nachfrage differenzierte er: „Menschlich nicht, politisch ja“.

Die „Flachzange“-Chronologie

  1. vor dem 6. September 2026
    Alice Weidel nennt Regierende „Flachzangen“

    Im ZDF-„Sommerinterview“ bezeichnet die AfD-Co-Chefin alle Regierenden in Deutschland pauschal als „Flachzangen“.

  2. vor dem 6. September 2026
    Ulrich Siegmund nennt Schulze politisch eine „Flachzange“

    Der AfD-Spitzenkandidat sagt über Noch-Ministerpräsident Sven Schulze: „Menschlich nicht, politisch ja.“

  3. 6. September 2026, 20:33 Uhr
    Pantisano greift Chrupalla an

    In der ARD-Wahlsendung nennt Linken-Chef Pantisano AfD-Chef Chrupalla „die größte Flachzange, die in Berlin rumläuft“.

Brandmauer-Debatte nach dem Wahlergebnis

In einer Hochrechnung um 18.56 Uhr lag die AfD bei 44,4 Prozent, die CDU bei 18,4 Prozent, die Linke bei 9,3 Prozent, die SPD bei 8,4 Prozent, die Grünen bei 8,7 Prozent, das BSW bei 5,0 Prozent und die FDP bei 2,2 Prozent. Die absolute Mehrheit verfehlte die AfD damit knapp. Chrupalla verkündete in der Runde: „Die Brandmauer ist abgewählt worden“ und kündigte an, allen anderen Parteien die Hand auszustrecken, falls die AfD eine absolute Mehrheit verfehle. Die AfD hatte im TV-Duell vor der Wahl eine Alleinregierung in Sachsen-Anhalt gefordert.

Pantisano lehnte das strikt ab: „Wir würden noch nicht mal darauf reagieren. Es ist undenkbar für uns, einer rechtsextremen Partei auch nur die Hand zu geben – geschweige denn, ins Gespräch zu kommen.“ CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann erklärte: „Für uns ist völlig klar: Wir werden mit den Extremen nicht zusammenarbeiten.“ Sie warf der Linken zugleich „ein schweres Antisemitismus-Problem“ vor.

Chrupalla übte zudem scharfe Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz. Dieser habe die Ostdeutschen als „Wutbürger“ beleidigt; das sei „arrogantes Gehabe von einem Bundeskanzler, der die Ostdeutschen immer noch nicht akzeptiert hat“. Chrupallas Fazit: „Er kann abtreten. Dieser Bundeskanzler hat fertig.“