Selenskyj bestätigt Angriffe auf Raffinerien in Rjasan, Perm und Tatarstan
Bild: KI-generiert
Ukraine-Krieg

Selenskyj bestätigt Angriffe auf Raffinerien in Rjasan, Perm und Tatarstan

Ukrainische Langstreckendrohnen treffen in der Nacht zum 7. September Raffinerien tief in Russland. Präsident Selenskyj bestätigt die Angriffe und nennt auch einen Drohnenstützpunkt in Kursk als Ziel.

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Ukrainische Langstreckendrohnen haben in der Nacht zum 7. September 2026 erneut russische Ölraffinerien tief im Hinterland getroffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Angriffe am Montag über Telegram und nannte die Regionen Rjasan, Perm und Tatarstan als Ziele.

Der ukrainische Präsident bestätigte die Treffer persönlich und machte in seiner Botschaft deutlich, dass die Ukraine ihre Angriffe auf russisches Gebiet fortsetzt. Laut der Bestätigung von Präsident Selenskyj bei Ukrinform wurden die Raffinerien in der Region Rjasan, in der Region Perm und in Tatarstan getroffen.

Unsere Kämpfer reagieren weiterhin angemessen auf russische Angriffe auf die Ukraine. In der Region Rjasan ist eine Ölraffinerie getroffen worden. Unsere Langstreckendrohnen wurden gegen Ölraffinerien in der Region Perm und in Tatarstan sowie gegen einen Drohnenstützpunkt in der Region Kursk eingesetzt.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Zusätzlich meldete Selenskyj einen Treffer auf einen Lager- und Startplatz für Kampfdrohnen in der Region Kursk sowie ein Ziel im Schwarzen Meer. Diese Angaben machte er kurz nach dem Abschluss der nächtlichen Angriffswelle.

Ziele tief im russischen Hinterland

Die Raffinerie in Rjasan liegt rund 200 Kilometer südöstlich von Moskau und zählt zu den größten Raffinerien im europäischen Teil Russlands. Bereits am Vortag hatten russische Telegramkanäle von einem Brand in der Anlage berichtet; der Gouverneur der Region, Pawel Malkow, bestätigte einen Angriff.

Noch weiter entfernt liegt die Region Perm am Rande des Uralgebirges – mehr als 1.100 Kilometer östlich von Moskau. Gouverneur Dmitri Machonin meldete dort einen massiven Angriff, bei dem die Luftabwehr 27 ukrainische Drohnen abgefangen habe. Der dpa-Meldung über die Opfer in Perm zufolge wurde ein Mensch getötet und vier weitere verletzt, ein mehrstöckiges Wohnhaus wurde beschädigt.

Auch die Republik Tatarstan, rund 800 Kilometer östlich von Moskau, wurde anvisiert. Die konkreten Schäden an den Raffinerien blieben zunächst unbestätigt.

Weitere Tote auf der Krim und in Belgorod

Die nächtliche Angriffswelle forderte nach russischen Behördenangaben auch in anderen Regionen Todesopfer. In der Stadt Graiworon in der Region Belgorod wurde ein Mann bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet, eine Frau verletzt.

Auf der von Moskau annektierten Halbinsel Krim meldete der eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, dass ein Mann und eine Teenagerin getötet und acht mehrstöckige Wohnhäuser beschädigt worden seien.

Deep-Strike-Strategie der Ukraine

Die Angriffe sind Teil der ukrainischen Deep-Strike-Strategie, die Ziele weit hinter der Front trifft. Erst am 4. September hatten ukrainische Drohnen Treibstofflager von Rosneft in Sotschi.

Im August 2026 griff die Ukraine nach Angaben von Ukrinform russische Ziele bis zu 1.900 Kilometer von der Front entfernt an – darunter zwölf große Raffinerien. Die wiederholten Treffer haben Folgen: In über 30 Regionen rationiert Moskau bereits Benzin, nachdem fast alle großen Raffinerien getroffen wurden.

Eskalation der Angriffe

  1. 1. September 2026
    Selenskyj kündigt Verstärkung an

    Selenskyj kündigt laut UATV eine Verstärkung der Angriffe auf russisches Gebiet an.

  2. 6. September 2026
    Brand in Rjasan

    Russische Telegramkanäle berichten von einem Brand in der Raffinerie von Rjasan; Gouverneur Pawel Malkow bestätigt einen Angriff.

  3. 7. September 2026
    Angriffe bestätigt

    Selenskyj bestätigt die Angriffe auf Raffinerien in Rjasan, Perm und Tatarstan sowie auf einen Drohnenstützpunkt in Kursk.

Russische Gegenschläge und stockende Diplomatie

Parallel meldete das russische Militär Gegenschläge: Nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax wurde ein Schiff im Hafen von Tschornomorsk getroffen, das nach russischer Darstellung Militärgüter an Bord gehabt habe. Am Montagmorgen seien zudem Verladeanlagen im Hafen von Ismajil attackiert worden.

In Dnipro kam bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum ein Arbeiter ums Leben, drei weitere wurden verletzt. Die Angriffe ereigneten sich unmittelbar nach dem Wochenend-Besuch der US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau und Kiew, die über eine Beendigung des Krieges verhandelten – ohne unmittelbare Fortschritte. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow schloss eine Wiederaufnahme trilateraler Gespräche nicht aus.

Die konkreten Schäden an den Raffinerien von Rjasan, Perm und Tatarstan sowie die Namen der betroffenen Anlagen blieben zunächst unbestätigt.