Flugzeugabsturz in Weinheim: Pilot und Passagier sterben
Beim Sommerfest des Luftsportvereins Weinheim-Bergstraße 1932 stürzte am Sonntagnachmittag ein Kleinflugzeug ab. Der Pilot und ein Passagier starben, eine Frau und ein Kind wurden schwer verletzt.
Beim Sommerfest des Luftsportvereins Weinheim-Bergstraße 1932 ist am Sonntag, 6. September 2026, am späten Nachmittag ein Kleinflugzeug abgestürzt. Der Pilot und ein Passagier kamen ums Leben, eine Frau und ein Kind wurden schwer verletzt. Das teilte das Polizeipräsidium Südhessen mit.
Die einmotorige Propellermaschine befand sich im Landeanflug auf den Flugplatz in Weinheim. Die Absturzstelle liegt auf südhessischer Gemarkung im benachbarten Viernheim – zwischen Weinheim und Viernheim verläuft die Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Hessen. Der SWR berichtet in seinem Artikel zum Absturz.
Nach SWR-Informationen zerschellte die Maschine gegen 16:30 Uhr direkt am Anfang der Landebahn. Die BILD nennt einen Absturzzeitpunkt gegen 17 Uhr. Das kleine rot-weiße Flugzeug machte eine Bruchlandung auf einer Rasenfläche direkt neben einer Reihe von Büschen.
Die Opfer
Bei dem Absturz starben zwei Männer: der 67 Jahre alte mutmaßliche Pilot und ein 76 Jahre alter Passagier, beide auf den vorderen Sitzen – sie hatten nach Darstellung der BILD keine Überlebenschance. Eine 40 Jahre alte Frau und ihr dreijähriges Kind wurden mit schwersten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.
Laut Staatsanwaltschaft Darmstadt schweben Frau und Kind nicht in Lebensgefahr. Drei der vier Insassen seien miteinander verwandt gewesen; der Pilot war kein Familienangehöriger. Das Kind musste noch vor Ort reanimiert werden und erlitt Knochenbrüche, befindet sich aber in stabilem Zustand.
Die Maschine
Bei dem Flugzeug handelt es sich um ein Sportflugzeug vom Typ Robin DR400/180 mit vier Sitzplätzen, das offenbar einem Luftsportverein am Flugplatz Rothenberg im Odenwald gehört. Das Modell ist nicht für den Kunstflug geeignet und flog entsprechend keine Vorführung.
Das Fest und die Reaktionen
Das Sommerfest des Luftsportvereins Weinheim-Bergstraße 1932 findet seit 1972 statt und ist in der Region beliebt. An diesem Wochenende waren auch mehrere Kunstflüge angekündigt, zudem verkauften viele Gäste Tickets für Rundflüge über die Bergstraße. Zum Zeitpunkt des Absturzes war das Fest gut besucht.
Für viele Besucher war der Absturz nur schwer zu erkennen, da zwischen Festgelände und Landebahn blickdichtes Gebüsch steht. Die Veranstaltung wurde nach Bekanntwerden des Unglücks sofort abgebrochen; der Verein schaltete wenig später seine Internetseite ab.
„Es war immer ein schönes, unfallfreies Fest. Wir hoffen, dass das auch in Zukunft so sein wird.“
Michael Möslang, Oberbürgermeister von Weinheim (CDU)
Weinheims Oberbürgermeister Michael Möslang (CDU) nannte den Absturz ein „furchtbares Ereignis“. Er lobte die professionelle Arbeit der Einsatzkräfte. Die Feuerwehr musste spezielle Werkzeuge anwenden, um die Personen aus dem Wrack zu befreien. 17 Seelsorgerinnen und Seelsorger betreuten bis in die Abendstunden etwa 60 Personen.
Ermittlungen
Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hat bereits am Sonntagabend gemeinsam mit der Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ordnete laut Polizei die Sicherstellung des Flugzeugwracks an; zur Ursache werden Sachverständige eingeschaltet.
Die BFU ist mit solchen Fällen vertraut: Erst vor wenigen Wochen klärte sie den Absturz eines Schulungsflugzeugs in den Attersee auf. Im Standardverfahren der BFU ist nach etwa zwei bis drei Monaten mit einem Zwischenbericht, mit einem Abschlussbericht zur Unfallursache in der Regel erst nach rund einem Jahr zu rechnen.
Chronologie des Unglücks
6. September 2026
Absturz beim Sommerfest
Gegen 16:30 Uhr stürzt ein Kleinflugzeug beim Landeanflug ab. Zwei Tote, zwei Schwerverletzte.
6. September 2026
Ermittlungen starten
BFU und Kriminalpolizei nehmen am Abend die Arbeit auf, das Fest wird abgebrochen.
7. September 2026
Bergung abgeschlossen
Das THW baut die Maschine auseinander, der Flugbetrieb bleibt eingestellt.
Am Montagmittag waren Bergungs- und Aufräumarbeiten abgeschlossen; etwa ein Dutzend Mitarbeiter des THW bauten die Unglücksmaschine auseinander. Der Flugbetrieb war auch einen Tag nach dem Unglück noch eingestellt. Die Polizei bittet um Zeugenhinweise.