Claudia Obert verlässt nach AfD-Sieg die CDU und rechnet mit Merz ab
Bild: KI-generiert
Promi-Austritt

Claudia Obert verlässt nach AfD-Sieg die CDU und rechnet mit Merz ab

Nach dem AfD-Rekordsieg in Sachsen-Anhalt tritt Reality-TV-Star Claudia Obert (64) aus der CDU aus. Kanzler Merz wirft sie vor, Politik zum Selbstzweck zu machen – künftig will sie FDP wählen.

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Claudia Obert (64) verlässt die CDU – direkt nach dem Rekordsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 7. September 2026. Die Reality-TV-Bekanntheit und Mode-Unternehmerin bestätigte ihren Austritt am 8. September, wie der Kölner Stadt-Anzeiger zu ihrem Austritt berichtet.

Rund fünf Jahre war Obert Mitglied der Partei. Eigener Aussage zufolge trat sie ein, weil sie Friedrich Merz für den richtigen Typ hielt, um die Union voranzubringen – dieses Vertrauen sei inzwischen verloren.

Der Weg aus der CDU

  1. um 2021
    Claudia Obert tritt in die CDU ein

    Eigener Aussage zufolge auch, weil sie Friedrich Merz für den richtigen Typ hält, um die Union voranzubringen.

  2. 7. September 2026
    AfD erzielt Rekordsieg

    Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt endet der Urnengang für die CDU verheerend.

  3. 8. September 2026
    Obert bestätigt Austritt

    Gegenüber der Bild rechnet sie mit Kanzler Merz und der Koalition ab; mehrere Medien berichten.

Abrechnung mit Friedrich Merz

Mit dem Kanzler geht Obert hart ins Gericht: „Weil die CDU versagt hat, hat die AfD Aufwind“, sagte sie der Bild. Die meisten Menschen wüssten gar nicht, was sie wählen – „die kotzt einfach nur alles an“.

Ich habe das Gefühl, er macht Politik zum Selbstzweck. Die Leistung ist mangelhaft. In jedem Unternehmen würde er sofort gefeuert werden. Er hatte nur eins im Sinn: Kanzler zu werden.
Claudia Obert, Reality-TV-Star und Unternehmerin

Besonders die verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Fehltag stößt ihr auf. Die Regel nennt Obert weltfremd und wirft Merz vor, noch nie an der Front gearbeitet zu haben. Ihr eigener Umsatz sei von 5 auf 3,4 Millionen Euro gesunken, während die Kosten stiegen – „Die sind alle unzufrieden. Und ich bin es genauso.“

Koalition ohne Big Points

Auch das Bündnis aus CDU und SPD bekommt ihr Fett weg: „Mit der SPD zusammen wird immer nur der kleinste gemeinsame Nenner gesucht“, sagte Obert. Seit knapp anderthalb Jahren sei die Koalition im Amt, habe aber keinen einzigen Big Point gemacht. „Sie reden über Reformen, aber es finden keine statt.“

Ihre Forderungen: Überstunden und Wochenendarbeit steuerfrei stellen, Beamte in die Rentenkasse einzahlen lassen. Die finanzielle Lage vieler Bürger treffe sie als Unternehmerin direkt – ein Restaurantbesuch sei für viele nicht mehr drin.

Neue politische Heimat FDP

Nach dem Austritt hat Obert eine neue Partei im Blick: „Der Gedanke und das Programm von der FDP sind schon immer die besten gewesen“, sagte sie und ergänzte mit Blick auf den geschassten Ex-Parteichef: „Leider wurde Christian Lindner geschasst, der hat die Burg noch verteidigt.“

Damit reiht sich Obert in prominente Parteiaustritte ein – Parteiaustritte der JU-Landeschefin Strohschneider.

Bundeskanzler Merz zeigte sich am Montag erschüttert und räumte die schwerste CDU-Niederlage seit Jahrzehnten ein. Er kündigte Gespräche mit der SPD an und will den Reformkurs fortsetzen.

Ob weitere prominente CDU-Mitglieder folgen, ist offen. Obert jedenfalls hat ihre Entscheidung getroffen.