An seinem 73. Geburtstag greift Harald Martenstein (73) in seiner neuen BILD-Kolumne den AfD-Verbotsantrag der Union an. Adressat der Mail von Martenstein ist ausgerechnet NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (51) – und der bekommt die volle Breitseite.
Der Journalist, Schriftsteller und Kolumnist wurde am 9. September 1953 in Mainz geboren. Nach 24 Jahren als Autor der Wochenzeitung „Die Zeit“ hat er im September 2026 zu BILD gewechselt – dort erscheint seit Tagen seine tägliche Kolumne „Mail von Martenstein“.
Kurz vor dem Geburtstag wurde Martenstein mit dem Deutschen Sprachpreis ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Bundestagspräsidentin Julia Klöckner – für den Preisträger ein weiterer Höhepunkt in einem bewegten Jahr.
Wechsel nach 24 Jahren zur BILD
Seine letzte Kolumne für die „Zeit“ ist bereits erschienen. Bei BILD schreibt Martenstein seit Anfang September täglich und richtet seine Briefe an prominente Adressaten – darunter Angela Merkel, Hendrik Wüst und Heinrich XIII. Prinz Reuß. Die neue Rubrik heißt schlicht „Mail von Martenstein“.
Zu seinem Wechsel betonte er die Wichtigkeit von Meinungsfreiheit – und beschrieb sich selbst mit einem Satz, der als Motto taugt:
„Ich bin gerne umstritten“
Die Redaktion des „Freitag“ kommentierte den Wechsel spöttisch und fragte, ob Springer das Altenheim der Medienhelden sei. Martenstein hatte zuvor in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ bereits eine faire Chance für die AfD gefordert – wofür ihm Publizist Albrecht von Lucke sofort widersprach.
Geburtstagskolumne spottet über AfD-Verbot
Ausgerechnet an seinem 73. Geburtstag veröffentlichte Martenstein seine Mail an Hendrik Wüst. Darin macht er sich über den von der CDU in Berlin angekündigten AfD-Verbotsantrag lustig: Ein Verbot stehe nicht im Grundgesetz, schreibt er. „Ich habe nachgeschaut: Es steht wirklich nicht drin!“ Und Oppositionsparteien, die mehr Stimmen als die CDU bekämen, könnten dann per „Demokratie-Schutz-Gesetz“ automatisch verboten werden.
Die neue Kolumne hat bereits vor dem Geburtstag für Aufsehen gesorgt. In einer seiner ersten Ausgaben hatte sich Martenstein an Angela Merkel gewandt. Sein Nachfolger bei NDR Kultur, Martin Machowecz, holte sich eigenen Angaben zufolge noch persönlich Rat bei ihm.
Vom Tagesspiegel zum Deutschen Sprachpreis
Martenstein begann seine journalistische Laufbahn 1981 bei der „Stuttgarter Zeitung“ und wechselte 1988 zum Berliner „Tagesspiegel“, wo er später leitender Redakteur wurde. 2002 startete seine Kolumne bei der „Zeit“, zunächst als „Lebenszeichen“, ab 2007 als „Harald Martenstein“ im ZEITmagazin.
Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet: 2004 erhielt er den Egon-Erwin-Kisch-Preis und wurde Journalist des Jahres in der Kategorie Unterhaltung, 2008 folgte der Henri-Nannen-Preis in der Kategorie Humor, 2010 der Curt-Goetz-Ring. Seit 2026 trägt er auch den Deutschen Sprachpreis.
Harald Martensteins Weg zur BILD-Kolumne
- 9. September 1953Geburt in Mainz
Harald Martenstein kommt als Sohn des Ingenieurs Kurt Martenstein zur Welt.
- 2002Start bei der Zeit
Die Kolumne „Lebenszeichen“ erscheint erstmals, ab 2007 im ZEITmagazin.
- 2004Egon-Erwin-Kisch-Preis
Auszeichnung für die Recherche „Siegfrieds Erbin“.
- Februar 2026Deutscher Sprachpreis
Laudatio von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner.
- September 2026Wechsel zu BILD
Nach 24 Jahren bei der Zeit startet die tägliche Kolumne „Mail von Martenstein“.
Ob die neue Kolumne dauerhaft so polarisiert, entscheidet sich in den kommenden Tagen. Am 9. September 2026 jedenfalls hat Martenstein seine umstrittenste Botschaft ausgerechnet an seinem Geburtstag gesendet.
