Prinzessin Astrid (94) stirbt zwei Tage nach Haralds Staatsbegräbnis
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Norwegens Königshaus

Prinzessin Astrid (94) stirbt zwei Tage nach Haralds Staatsbegräbnis

Zwei Tage nach dem Staatsbegräbnis von König Harald V. ist seine Schwester Astrid mit 94 Jahren gestorben. Sie hatte im Rollstuhl am Sarg ihres Bruders Abschied genommen; die Regierung ordnet ein Begräbnis auf Staatskosten an.

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Die Nachricht kam um 14.48 Uhr: Prinzessin Astrid von Norwegen ist tot – zwei Tage, nachdem sie im Rollstuhl am Sarg ihres Bruders Abschied genommen hatte. Der Hof meldete in der offiziellen Todesmeldung des Königshauses, dass Astrid, Frau Ferner, im Alter von 94 Jahren gestorben ist.

Erst am 28. August war König Harald V. mit 89 Jahren gestorben, sein Sohn Haakon VIII. (53) übernahm den Thron. Am Mittwoch, dem 9. September 2026, folgte das Staatsbegräbnis für Harald im Osloer Dom. Astrid saß bei der Trauerfeier im Rollstuhl vor dem Plateau, auf dem die übrige Familie Platz genommen hatte.

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Der letzte Abschied am Sarg des Bruders

Schon am 3. September war Astrid allein in der Schlosskapelle an den Sarg ihres Bruders getreten. Ein Foto der Prinzessin im Rollstuhl vor dem Sarg bewegte viele Menschen. Ein Kranz mit grüner Schleife trug die Worte: „Danke für alles, was wir zusammen hatten. Deine Astrid.“

Über ein langes Leben hinweg hat Prinzessin Astrid das Königshaus auf warme und pflichtbewusste Weise vertreten. Schon mit 22 Jahren musste sie die Rolle der First Lady übernehmen, als meine Großmutter, Kronprinzessin Märtha, starb.
Haakon VIII., König von Norwegen

König Haakon nannte seine Tante in seiner Erklärung eine wichtige Stütze für Harald und die Familie; sie sei nicht davor zurückgeschreckt, ihre Meinung zu sagen, und ihr Tod sei ein großer Verlust. Auch die fünf Kinder verabschiedeten sich öffentlich: „Danke, dass du die beste Mama warst, die wir haben konnten.“

Halbmast im ganzen Land

König Haakon ordnete an, dass am Freitag und am Tag der Beisetzung die Flagge auf dem Schlossbalkon auf halbmast weht. Die Regierung verfügte Halbmastbeflaggung im ganzen Land. Staatsminister Jonas Gahr Støre kündigte ein Begräbnis auf Staatskosten an und dankte Astrid für „ihren Einsatz für Norwegen über ein langes Leben“.

Auch aus dem Ausland kamen Kondolenzen. Schwedens König Carl XVI. Gustaf erklärte, er und Königin Silvia hätten die Nachricht mit großer Trauer aufgenommen – erst wenige Tage zuvor habe man Astrid beim Begräbnis Haralds getroffen.

Die Reaktionen von Regierung und Oberstem Gerichtshof fielen parteiübergreifend aus: Stortingspräsident Masud Gharahkhani sprach von einer unvergesslichen und hoch geschätzten Prinzessin, und Toril Marie Øie hob Astrids Einsatz für Menschen in verletzlichen Situationen hervor.

Mit 22 Jahren wurde sie First Lady

Astrid Maud Ingeborg wurde am 12. Februar 1932 in Oslo als zweites Kind von Kronprinz Olav und Kronprinzessin Märtha geboren. Ihre Geschwister waren Prinzessin Ragnhild (1930 – 2012) und Prinz Harald, der spätere König Harald V. Nach dem deutschen Überfall auf Norwegen 1940 verbrachte die Familie die Kriegsjahre zunächst in Schweden, dann in den USA.

Als Kronprinzessin Märtha 1954 mit 53 Jahren an Krebs starb, übernahm die damals 22-jährige Astrid die Rolle der First Lady Norwegens. Ihre Großmutter Königin Maud war bereits 1938 gestorben, ihre ältere Schwester Ragnhild lebte nach ihrer Heirat in Brasilien. 14 Jahre lang füllte Astrid diese Aufgabe – bis Kronprinz Harald 1968 Sonja Haraldsen heiratete.

Sie selbst beschrieb ihren Einstieg als den einer „Grünschnäbelin“, die nervös gewesen sei: „Es war nie die Frage, ob ich wollte oder nicht – es hieß nur, die Ärmel hochzukrempeln. Es gab ja niemand anderen.“

1961 heiratete sie in der Kirche von Asker den Geschäftsmann und Olympiateilnehmer Johan Martin Ferner. Weil er geschieden war, löste die Hochzeit eine heftige öffentliche Debatte aus; König Olav bestimmte, dass seine Tochter künftig als „Prinzessin Astrid, Frau Ferner“ angesprochen werden sollte. Das Paar bekam fünf Kinder: Cathrine, Benedikte, Alexander, Elisabeth und Carl-Christian. Johan Ferner starb 2015.

Lungenentzündung, Schrittmacher, letzter Auftritt

Zuletzt ging es ihr gesundheitlich schlecht. Im März 2026 wurde bekannt, dass sie an einer Lungenentzündung litt; König Harald und Königin Sonja besuchten sie im Rikshospitalet.

Am 15. Mai 2026 wurde sie mit Herzinsuffizienz eingeliefert und erhielt einen vorübergehenden Herzschrittmacher; der Hof erklärte damals, sie sei „in den besten Händen“. Anfang August 2026 wurde sie entlassen und beim Einkaufen im Osloer Stadtteil Frogner gesichtet.

Bis zuletzt blieb sie eine aktive Vertreterin des Königshauses. Sie hatte zwölf Schirmherrschaften, führte den Kronprinzessin-Märtha-Gedenkfonds und engagierte sich für Kinder mit Legasthenie, für soziale Anliegen, Sport und Tierwohl. Am 15. Mai 2026 nahm sie am 100-Jahr-Jubiläum der Blindern og Vinderen Sanitetsforening teil – es wurde ihr letzter offizieller Auftrag.

Astrids Leben in Daten

  1. 12. Februar 1932
    Geburt in Oslo

    Astrid Maud Ingeborg kommt als zweites Kind von Kronprinz Olav und Kronprinzessin Märtha zur Welt.

  2. 1954
    First Lady mit 22 Jahren

    Nach dem Krebstod ihrer Mutter übernimmt sie die Rolle der First Lady Norwegens.

  3. 1961
    Hochzeit in Asker

    Sie heiratet den Geschäftsmann und Olympiateilnehmer Johan Martin Ferner.

  4. 15. Mai 2026
    Letzter Auftrag, dann Klinik

    Sie nimmt am 100-Jahr-Jubiläum der Blindern og Vinderen Sanitetsforening teil; am selben Tag wird sie mit Herzinsuffizienz ins Rikshospitalet eingeliefert.

  5. 28. August 2026
    Harald V. stirbt

    König Harald V. stirbt mit 89 Jahren, sein Sohn Haakon VIII. übernimmt den Thron.

  6. 9. September 2026
    Staatsbegräbnis im Osloer Dom

    Astrid nimmt im Rollstuhl an der Trauerfeier für ihren Bruder teil – ihr letzter öffentlicher Auftritt.

  7. 11. September 2026
    Astrid stirbt mit 94 Jahren

    Der Hof meldet ihren Tod um 14.48 Uhr, König Haakon ordnet Halbmastbeflaggung an.

Die Thronfolge blieb ihr verwehrt

Nach den heutigen Regeln der norwegischen Thronfolge wäre Astrid als älteres Kind vor ihrem jüngeren Bruder Harald an die Reihe gekommen. Die Verfassung von 1814 sah jedoch ausschließlich männliche Erben vor; erst die Reform von 1990 mit Übergangsregeln für ältere Jahrgänge änderte das – zu spät für Astrid und ebenso für Haralds ältere Tochter Märtha Louise, die hinter ihrem jüngeren Bruder Haakon steht.

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Für die nächste Generation gilt die Gleichstellung: Haakons Tochter Ingrid Alexandra steht vor ihrem jüngeren Bruder Sverre Magnus. Wann und wo Prinzessin Astrid beigesetzt wird, ist offen. Mit ihr ist das letzte Kind von König Olav V. gestorben – und das letzte Mitglied der ältesten Generation des norwegischen Königshauses.