Margrethe II. wird früher entlassen und verpasst Haralds Staatsakt
Vier Tage statt einer Woche: Königin Margrethe II. hat das Rigshospitalet verlassen – früher als angekündigt. Doch der Klinikaufenthalt kostete sie den Staatsakt für Norwegens König Harald V., einen ihrer engsten royalen Freunde.
Königin Margrethe II. (86) hat das Kopenhagener Universitätskrankenhaus Rigshospitalet am Donnerstagvormittag verlassen und ist zurück auf Schloss Fredensborg. Vier Tage lag sie in der Klinik – nach der Einlieferung hatte der Palast mit einer ganzen Woche gerechnet.
Der Hof hatte angekündigt, die 86-Jährige werde „die kommende Woche zur Beobachtung und Behandlung“ im Krankenhaus bleiben. Am 10. September 2026 meldete der Palast die Entlassung: Margrethe gehe es gut, sie solle es künftig ruhig angehen lassen. So steht es in der Pressemitteilung des Königshauses zur Entlassung.
Der frühe Termin ist nur die eine Hälfte der Nachricht. Die andere: Der Aufenthalt hat Margrethe den Abschied von einem ihrer engsten royalen Freunde gekostet. Am Mittwoch, dem 9. September 2026, wurde Norwegens König Harald V. (89) im Osloer Dom beigesetzt – ohne die Dänin, die mitreisen wollte.
Schwächeanfall am Sonntag, zwei Befunde
Eingeliefert worden war Margrethe am Sonntag, dem 6. September 2026, nach einem plötzlichen Unwohlsein. Im Dänischen heißt es „ildebefindende“, deutsche Medien übersetzten das als Schwächeanfall. Die Ärzte stellten zwei Befunde: eine neue Blutansammlung in der Hüftregion und eine leichte Dehydrierung. Beide wurden stationär behandelt.
Der Hof benannte die Befunde selbst in der Mitteilung des Hofes zur Einlieferung ins Rigshospitalet. Zugleich hieß es, die 86-Jährige sei „ved godt mod“ – bei guter Laune – und es gehe ihr „den Umständen entsprechend gut“. Für ein Königshaus war das ungewöhnlich konkret.
Dieselbe Mitteilung enthielt die Botschaft, die den eigentlichen Konflikt auslöst: Margrethe würde bei Haralds Beisetzung fehlen. Verbreitet hat sie Nina Z. Munch-Perrin, die Kommunikationschefin des dänischen Königshauses – von ihrer Hand stammen auch alle weiteren Angaben der folgenden Tage.
„Es wurde eine neue Blutansammlung in der Hüftregion sowie eine leichte Dehydrierung festgestellt, die beide behandelt werden. Königin Margrethe ist bei gutem Mut und hat es den Umständen entsprechend gut. Königin Margrethe wird voraussichtlich die kommende Woche zur Beobachtung und Behandlung im Krankenhaus bleiben. Das bedeutet, dass Ihre Majestät leider nicht an der Beerdigung von König Harald V. am Mittwoch in Oslo teilnimmt.“
Nina Z. Munch-Perrin, Kommunikationschefin des dänischen Königshauses
Ein Abschied, den sie nicht miterlebte
Am Mittwoch, dem 9. September 2026, wurde Harald V. im Osloer Dom beigesetzt. Eigentlich wollten König Frederik X., Königin Mary, Kronprinz Christian und Prinzessin Benedikte gemeinsam mit Margrethe nach Norwegen reisen. Die Altkönigin sagte krankheitsbedingt ab; die vier vertraten Dänemark ohne sie.
Die Absage traf sie hart. Margrethe und Harald verband eine jahrzehntelange Freundschaft – gemeinsame Skiurlaube, ein ähnlicher Humor, ein enges Verhältnis auch zu Königin Sonja. Verwandt waren die beiden ebenfalls: Beide waren Urenkel des dänischen Königs Frederik VIII. und damit Cousins dritten Grades.
Während der Beisetzung lag Margrethe den vierten Tag in Folge im Rigshospitalet. An jenem Mittwoch gab es keine neuen Angaben zum Gesundheitszustand; der Hof verwies auf seine letzte, über die Nachrichtenagentur Ritzau verbreitete Mitteilung und kündigte an, „wenn es Neuigkeiten gibt“, zu informieren. Sie kamen am Donnerstagvormittag.
Ein Hof, der offen spricht
Der dänische Palast kommunizierte ungewöhnlich offen. Der Royal-Experte Niels Thulesen Dahl erklärte, der Hof habe die Situation bewusst „entdramatisieren“ wollen – deshalb spreche man so genau darüber, was mit Margrethe los sei. Die Transparenz solle Spekulationen vorbeugen.
Getragen wird diese Linie von Nina Z. Munch-Perrin, der Kommunikationschefin des Hauses. Über sie liefen sowohl die Einlieferungs- als auch die Entlassungsmitteilung. Weitere Angaben zu künftigen öffentlichen Terminen machte das Königshaus zunächst nicht.
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Der dritte Klinikaufenthalt in diesem Jahr
Für Margrethe war es 2026 bereits der dritte stationäre Aufenthalt. Im Mai kam sie mit Herzkrämpfen ins Rigshospitalet – Angina pectoris, Brustschmerzen durch eine Durchblutungsstörung des Herzens. Am 14. Mai wurde sie eingeliefert, die Ärzte dehnten eine Herzkranzarterie mit einem Ballon; am 19. Mai durfte sie das Krankenhaus verlassen.
Margrethes Krankenhausjahr 2026
14. Mai 2026
Einlieferung mit Herzkrämpfen
Angina pectoris: Die Ärzte weiten eine Herzkranzarterie mit einem Ballonkatheter.
19. Mai 2026
Erste Entlassung
Nach der Ballondilatation darf Margrethe das Rigshospitalet verlassen.
Mai/Juni 2026
Rückkehr in die Klinik
Eine CT zeigt eine größere Blutansammlung im Hüftbereich nach einem früheren Sturz; fünf weitere Tage stationär.
28. August 2026
Harald V. stirbt
Norwegens König stirbt im Alter von 89 Jahren.
6. September 2026
Dritte Einlieferung
Nach einem Schwächeanfall kommen eine neue Blutansammlung und leichte Dehydrierung hinzu; der Hof meldet, dass sie bei Haralds Beisetzung fehlen wird.
9. September 2026
Staatsbegräbnis ohne sie
Harald V. wird im Osloer Dom beigesetzt; Dänemark vertreten Frederik X., Mary, Christian und Benedikte.
10. September 2026
Entlassung nach vier Tagen
Margrethe kehrt auf Schloss Fredensborg zurück – früher als angekündigt.
Kurz nach der Entlassung im Mai musste sie zurück in die Klinik und blieb weitere fünf Tage. Eine CT-Untersuchung hatte eine größere Blutansammlung im Hüftbereich gezeigt, die auf einen früheren Sturz zurückgeführt wurde. Königin Mary erklärte anschließend, ihre Schwiegermutter habe deshalb einen kleineren Eingriff vornehmen lassen.
Der September-Aufenthalt endet damit als der erste des Jahres, bei dem die Entlassung früher kam als angekündigt. Wann Margrethe wieder öffentliche Aufgaben übernimmt, ließ der Hof offen; für September stehen nach Angaben des dänischen Senders DR keine offiziellen Termine in ihrem Kalender.