AfD erreicht 38 Prozent in MV und liegt fünf Punkte vor der SPD
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Sonntagsfrage

AfD erreicht 38 Prozent in MV und liegt fünf Punkte vor der SPD

Zehn Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD laut ARD-Vorwahlumfrage bei 38 Prozent, fünf Punkte vor der SPD. Doch Ministerpräsidentin Schwesig gewinnt das Personenduell klar – und die CDU fällt auf 7 Prozent, so schlecht wie nie.

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Zehn Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern baut die AfD ihren Vorsprung aus: 38 Prozent – fünf Punkte vor der regierenden SPD. Die CDU stürzt zugleich auf einen Wert, den sie in dem Bundesland noch nie erreicht hat.

Die ARD-Vorwahlumfrage für Mecklenburg-Vorpommern von infratest dimap sieht die AfD bei 38 Prozent (+3 gegenüber der Vorwoche) und die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei 33 Prozent (+1). Der Abstand der beiden Hauptkonkurrenten wächst damit von drei auf fünf Punkte.

Befragt wurden 1.556 Wahlberechtigte zwischen Montag, 7. September, und Mittwoch, 9. September – 861 am Telefon, 695 online. Die Schwankungsbreite liegt bei zwei Prozentpunkten bei einem Anteilswert von 10 Prozent und drei Prozentpunkten bei 50 Prozent.

Sonntagsfrage in Mecklenburg-Vorpommern

ARD-Vorwahlumfrage von infratest dimap, Feldzeit 7. bis 9. September 2026

Quelle: infratest dimap für die ARD

CDU fällt auf 7 Prozent – schlecht wie nie

Mit 7 Prozent (−1) würde die CDU ihr schlechtestes Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern erzielen; ihr bisheriger Landestiefstand liegt bei 13,3 Prozent aus dem Jahr 2021. In der Woche zuvor hatte infratest dimap die Partei noch bei 8 Prozent gesehen.

Nach der NDR-Analyse zum MV-Trend wäre es zugleich das schwächste Ergebnis der CDU bei einer bundesdeutschen Landtagswahl überhaupt; den bisherigen Tiefstand markiert Bremen 1951 mit 9,0 Prozent.

Für die Linke geht es auf 9 Prozent (−2). Die Grünen liegen mit 5 Prozent exakt auf der Fünf-Prozent-Hürde, das erstmals antretende BSW bleibt bei 4 Prozent. Die FDP wird nicht separat ausgewiesen und würde den Wiedereinzug verpassen – 2021 kam sie auf 5,8 Prozent.

Schwesig gewinnt das Duell der Personen

Parteipräferenz und Personalfrage fallen auseinander. Bei einer Direktwahl der Ministerpräsidentin würden sich 59 Prozent für Amtsinhaberin Manuela Schwesig entscheiden (−1), 28 Prozent für AfD-Herausforderer Leif-Erik Holm (+3). 13 Prozent wissen es nicht oder machten keine Angabe.

Mit Schwesigs politischer Arbeit sind 58 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden, 36 Prozent weniger oder gar nicht. Holm erreicht 27 Prozent Zufriedenheit bei 37 Prozent Unzufriedenheit. CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters kommt auf 13 Prozent Zufriedenheit bei 28 Prozent Unzufriedenheit – die Mehrheit kennt ihn nicht.

55 Prozent wollen eine von der SPD geführte Landesregierung (−1), 32 Prozent eine von der AfD geführte (+1). Selbst unter den Anhängern von Grünen (94 Prozent), Linken (92) und CDU (75) spricht sich eine Mehrheit für eine SPD-Führung aus.

Direktwahl der Ministerpräsidentin in MV

Wen würden Sie wählen?

Quelle: infratest dimap für die ARD, September 2026

Erstmals nur mit einem Dreierbündnis

Nach diesen Zahlen verliert die bisherige rot-rote Koalition ihre rechnerische Mehrheit: SPD (33) und Linke (9) kommen zusammen auf 42 Prozent. Bereits im Juli hatte eine andere Erhebung eine rot-rot-grüne Mini-Mehrheit in MV mit 46 zu 45 Prozent gesehen.

Eine knappe Mehrheit käme nun für SPD, Linke und Grüne zusammen (33 + 9 + 5 Prozent). Ein Bündnis aus SPD, CDU und Grünen würde die Mehrheit knapp verfehlen.

Rechnerisch möglich, aber politisch ausgeschlossen ist SPD plus CDU plus Linke: Der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU mit der Linken steht dem entgegen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD haben nach Angaben der tagesschau alle Parteien ausgeschlossen; laut WDR ergibt sich auch für eine AfD-plus-CDU-Konstellation kein Weg, solange die CDU die Koalition mit der AfD ausschließt.

Umfrage
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Warum Sachsen-Anhalt die Stimmung verschiebt

Die Feldzeit begann am Montag nach dem Urnengang in Sachsen-Anhalt. Dort gewann die AfD am 6. September deutlich, die Wahlbeteiligung schnellte von 60,3 auf 77,8 Prozent. Nach den Erkenntnissen der ARD-Wahltagsbefragung profitierte die AfD am stärksten, weil sie mit Abstand die meisten Stimmen von Menschen erhielt, die fünf Jahre zuvor nicht gewählt hatten.

Dass die AfD dort auf 43,8 Prozent kommen würde, hatte die AfD bei 43 Prozent in Sachsen-Anhalt schon wenige Tage vor dem Urnengang angedeutet. Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet der Wert von 38 Prozent den Spitzenwert der AfD seit September 2025; gegenüber der Landtagswahl 2021 (16,7 Prozent) könnte sie ihr Ergebnis mehr als verdoppeln. Die SPD bliebe mit 33 Prozent deutlich hinter ihren 39,6 Prozent von 2021.

Schwesig reagierte auf die Lage mit einem neuen Wahlplakat: „Die Frau gegen blau“. Sie setzt nach eigenen Worten auf ihren Amtsbonus und eine Mobilisierung gegen die AfD – ein Muster, mit dem sich etablierte Länderchefs in der Vergangenheit gegen die AfD durchgesetzt haben.

Ich bitte um die Stimmen von allen, die verhindern wollen, dass die AfD die Macht übernimmt. Ich bin eure Frau gegen Blau!
Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern (auf X am 7. September 2026)

Keine Prognose – und ein zweites TV-Duell

Die Institute weisen darauf hin, dass die Sonntagsfrage kein Ergebnis vorwegnimmt, sondern einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess zeigt. 10 Prozent der Wahlberechtigten geben an, ihre Parteipräferenz könne sich noch ändern; für 74 Prozent steht die Entscheidung fest, 16 Prozent tendieren zur Nichtwahl oder haben noch keine Neigung.

Der Weg zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

  1. 29. Juli 2025
    Wahltag wird festgelegt

    Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern bestimmt den 20. September 2026 als Termin für die Landtagswahl.

  2. 29. August 2026
    Merz macht Wahlkampf in MV

    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) tritt gemeinsam mit CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters in Mecklenburg-Vorpommern auf.

  3. 6. September 2026
    AfD gewinnt in Sachsen-Anhalt

    Die AfD kommt dort auf 43,8 Prozent, die Wahlbeteiligung steigt von 60,3 auf 77,8 Prozent.

  4. 7. September 2026
    „Frau gegen blau“ und Start der Feldzeit

    Manuela Schwesig stellt ihr neues Wahlplakat vor; am selben Tag beginnt die Befragung von infratest dimap.

  5. 9. September 2026
    Feldzeit endet, erstes TV-Duell

    Die Befragung wird abgeschlossen; am Abend treffen Schwesig und Holm im Schweriner Schloss aufeinander.

  6. 10. September 2026
    ARD-Vorwahlumfrage veröffentlicht

    AfD 38, SPD 33, Linke 9, CDU 7, Grüne 5, BSW 4, Sonstige 4 Prozent; im Direktwahl-Duell liegt Schwesig bei 59 Prozent.

  7. 20. September 2026
    Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

    Rund 1,3 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen; am selben Tag wird auch das Berliner Abgeordnetenhaus gewählt.

Am selben Abend veröffentlichte auch das ZDF ein „Politbarometer Extra“ für Mecklenburg-Vorpommern mit abweichenden Werten: AfD 37, SPD 34, CDU 7 Prozent. Vier Tage vor der Wahl treffen Schwesig und Holm am 16. September zum zweiten TV-Duell aufeinander. Am 20. September entscheiden rund 1,3 Millionen Wahlberechtigte, ob der AfD-Vorsprung hält – oder ob Schwesigs Mobilisierung ihn noch dreht.