Dianas Rachekleid kommt bei Sotheby's unter den Hammer
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Modegeschichte

Dianas Rachekleid kommt bei Sotheby's unter den Hammer

Sotheby's versteigert Dianas berühmtes „Rachekleid“ am 9. Dezember 2026 in New York – Schätzwert: bis zu 300.000 Dollar. Verkäuferin ist die Frau, die das Kleid 1997 bei Dianas eigener Charity-Auktion für 39.098 Pfund ersteigert hatte.

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Eines der berühmtesten Kleider der Modegeschichte kommt unter den Hammer: Sotheby's kündigte am Donnerstag, 10. September 2026, an, Prinzessin Dianas (1961 – 1997) schwarzes „Rachekleid“ am 9. Dezember 2026 in New York zu versteigern. Das Auktionshaus schätzt den Erlös auf 150.000 bis 300.000 US-Dollar – rund 128.700 bis 257.500 Euro.

In britischen Medien wird die Obergrenze mit bis zu 220.000 Pfund angegeben, umgerechnet rund 298.000 Dollar, wie aus dem BBC-Bericht zur geplanten Versteigerung hervorgeht. Es ist der Startschuss für einen Bieterwettbewerb um ein Einzelstück, das fast drei Jahrzehnte in Privatbesitz lag und dessen Preis die Schätzung deutlich übertreffen könnte.

Verkäuferin ist Briege Mackenzie aus Glasgow. Sie und ihr Mann Graeme hatten das schulterfreie Seiden-Cocktailkleid 1997 bei einer Charity-Auktion von Diana selbst ersteigert – für 39.098 Pfund. „Mein verstorbener Mann und ich wussten, dass dieses Kleid etwas Besonderes ist“, sagte Mackenzie in einer von Sotheby's verbreiteten Erklärung.

Ein schwarzes Kleid als Antwort auf die Beichte

Am Abend des 29. Juni 1994 erschien Diana zu einer Wohltätigkeitsgala der Londoner Serpentine Gallery in dem Design der griechischen Designerin Christina Stambolian. Am selben Abend räumte Prinz Charles im britischen Fernsehen öffentlich ein, seine Frau mit Camilla Parker Bowles betrogen zu haben. Nach Angaben der BBC sahen 13 Millionen Menschen zu.

Diana und Charles waren seit knapp zwei Jahren getrennt, aber noch nicht geschieden; die Ehe war längst zerrüttet. Die aufgetauchten Liebesbriefe Dianas an Charles sollen davon zeugen.

Schwarz galt für Mitglieder der Königsfamilie damals nur bei Traueranlässen als schicklich – Diana brach mit dieser Konvention. Das Kleid aus schwarzem Seidenkrepp mit plissiertem Oberteil, asymmetrischem Saum und Chiffon-Schleppe hatte sie eigenen Angaben zufolge drei Jahre ungetragen im Schrank gelassen, weil es ihr „zu gewagt“ erschien. Kurzfristig wechselte sie von einem Valentino-Kleid zu dem Stambolian-Design.

Kombiniert war es mit schwarzen High Heels, einer Clutch, auffällig rotem Nagellack und einem Juwelen-Choker, den Sotheby's zufolge aus einer antiken Diamant-Saphir-Brosche entstand – ein Hochzeitsgeschenk der Queen Mother von 1981. Für ihre damalige Stylistin Anna Harvey war klar, was der Auftritt leisten sollte:

Sie wollte wie eine Million Dollar aussehen. Und sie tat es.
Anna Harvey, damalige Stylistin von Prinzessin Diana

1997 zahlten die Mackenzies 39.098 Pfund

1997 ließ Diana das Stambolian-Kleid zusammen mit 79 weiteren Kleidern aus ihrer Garderobe für Krebs- und AIDS-Hilfsorganisationen versteigern. Es erzielte 39.098 Pfund und ging an Briege und Graeme Mackenzie; der Erlös kam der Organisation Children First zugute.

Mackenzie sagte damals, sie habe das Kleid nicht zum Tragen gekauft – „ich passe nicht hinein“ –, sondern wegen des guten Zwecks. Wenige Wochen später, am 31. August 1997, starb Diana mit 36 Jahren in Paris bei einem Autounfall nach einer Verfolgungsjagd mit Paparazzi; die Ermittlungsakten zu dem Fall – Geheimakte zu Dianas Tod – sind bis heute gesperrt.

Fast 30 Jahre blieb das Kleid in der Familie Mackenzie; vor rund drei Jahrzehnten war es im Paisley Museum ausgestellt. Nach dem Tod ihres Mannes entschied sich Briege Mackenzie zum Verkauf. Mitversteigert wird ein seltenes Exemplar des Auktionskatalogs von 1997, das Diana und Christina Stambolian signiert haben und in dem Prinz William als Ideengeber der damaligen Versteigerung genannt wird.

Der Markt rechnet mit einem Vielfachen

Dass der Schätzwert deutlich übertroffen wird, gilt in der Branche als möglich: Dianas „schwarzes Schaf“-Pullover erzielte 2023 bei Sotheby's in New York 920.000 Pfund – mehr als 1,1 Millionen Dollar. Ein schwarzes Samtkleid Dianas brachte bei Julien's Auctions in Hollywood 1.148.080 Dollar, mehr als das Elffache seines Schätzpreises.

Auch der Mythos drumherum wird gehandelt: Der grüne Jaguar XJ40, aus dem Diana 1994 vor der Serpentine Gallery ausstieg, wurde im Juni 2026 für 66.250 Pfund versteigert. Kostümversionen des Kleides, etwa aus der Netflix-Serie „The Crown“, und eine von Stambolian selbst gefertigte Nachbildung kamen ebenfalls bereits zum Aufruf.

Erlöse und Schätzungen für Diana-Stücke

Angaben der Auktionshäuser in US-Dollar; der Pullover erzielte mehr als 1,1 Mio. Dollar

Quelle: Sotheby's, Julien's Auctions

Vier Städte als Bühne vor dem Zuschlag

Bevor der Zuschlag fällt, tourt das Kleid um die Welt: Vom 18. bis 24. September 2026 ist es im Sotheby's-Showroom in London zu sehen, während der London Fashion Week, vom 1. bis 15. Oktober in Hongkong, vom 6. bis 11. November in Genf und ab dem 2. Dezember in New York. Damit sollen auch Fans ohne Millionenbudget das Original sehen.

Die Versteigerung findet im Rahmen von Sotheby's „Luxury Week“ statt; laut Vogue ist sie als eigenständige Abend-Auktion für Mode angelegt. Termine und Stationen der Reise stehen in der Übersicht über die Stationen der Welttournee.

Dianas Rachekleid: Stationen bis zur Auktion

  1. 29. Juni 1994
    Diana trägt das Stambolian-Kleid

    Am selben Abend räumt Prinz Charles im britischen Fernsehen seine Untreue ein; 13 Millionen Zuschauer sehen zu.

  2. Juni 1997
    Versteigerung für den guten Zweck

    Das Kleid erzielt 39.098 Pfund und geht an Briege und Graeme Mackenzie.

  3. 31. August 1997
    Diana stirbt in Paris

    Die 36-Jährige kommt bei einem Autounfall nach einer Verfolgungsjagd mit Paparazzi ums Leben.

  4. 10. September 2026
    Sotheby's kündigt die Auktion an

    Schätzpreis: 150.000 bis 300.000 Dollar; das Kleid tourt anschließend durch London, Hongkong, Genf und New York.

  5. 9. Dezember 2026
    Versteigerung in New York

    Der Verkauf läuft im Rahmen der „Luxury Week“ des Auktionshauses.

Wer bietet – und wohin fließt das Geld

Wer am Ende den Zuschlag erhält, entscheidet sich erst am 9. Dezember in New York. Im Zentrum steht ein Bieterwettbewerb um ein singuläres Sammlerobjekt: Die langjährige Privatbesitzerin bietet das Kleid an, Sotheby's vermarktet und versteigert es, weltweite Diana-Sammler und Institutionen konkurrieren um den Zuschlag.

Ein Teil des Erlöses geht an die NHS Lothian Charity zugunsten des Royal Edinburgh Hospital in Schottland, laut „Presse“ eine bekannte Fachklinik für Psychiatrie. Damit setzt die Auktion die karitative Tradition der Versteigerung von 1997 fort.

Sotheby's-Expertin Morgane Halimi, Leiterin des Bereichs Taschen & Mode, rahmte den Verkauf als kulturhistorisches Ereignis: Das Kleid habe „jeden – insbesondere Frauen – ermächtigt, Mode bewusst und bedeutungsvoll einzusetzen: als Schild, als Waffe oder als beides“.

Ob am Ende ein privater Sammler oder ein Museum zum Zuge kommt, entscheidet sich am 9. Dezember 2026 in New York – und damit auch, ob das Kleid dauerhaft öffentlich zu sehen sein wird.

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