Für Prinz Harry (41) und Herzogin Meghan (45) ist der Weg zur Schule das gefährlichste Stück ihres neuen Lebens in Großbritannien. Archie (7) und Lilibet (5) starteten Anfang September an einer neuen britischen Prep School – und genau dieser Schulweg ist laut dem Bericht über den Schulweg als größte Gefahr die zentrale Sorge des Paares.
Die Familie war am 26. August 2026 auf dem Flughafen Birmingham gelandet, mit einem gemieteten Privatjet vom Typ Bombardier Global Express XRS. Empfangen wurden die Sussexes nicht von einem Polizeikonvoi, sondern von ihrem privat finanzierten Sicherheitsteam; weggefahren wurden sie in einem Mercedes-Benz V220d. Zunächst wohnen sie laut Berichten im Haus eines Freundes, gesucht wird eine Immobilie in den Cotswolds, wo die Nachbarn gespalten reagieren.
Der Grund für die Sorge liegt in der Struktur des Weges: Er führt jeden Tag zur selben Zeit zum selben Ort und zurück. Diese ständige Wiederholung macht ihn berechenbar – anders als ein Terminkalender, den Personenschützer kurzfristig verlegen können.
Ein Weg, den man kaum variieren kann
Scott Hamer war bis 2022 vierzehn Jahre lang in der Royalty and Specialist Protection Unit der Metropolitan Police und beschützte fünf Jahre lang König Charles. Er erklärt, warum der Schulweg ein Problem bleibt, das sich kaum lösen lässt.
„Der ganze Sinn von Schutz besteht darin, den Terminkalender so eng wie möglich zu halten, um sicherzustellen, dass Personen, die Böses im Sinn haben, keine Gelegenheit dazu bekommen. Beim Schulweg kann man die Route beliebig variieren, aber Start- und Endpunkt sind fast immer dieselben. Es ist wirklich, wirklich schwierig.“
Hamer hält es für „absolut unglaublich“, dass Harry keinen staatlich finanzierten Schutz erhält: Acht ehemalige Premierminister würden auf Kosten der Öffentlichkeit geschützt, die Risiken für Harry seien weitaus größer.
Sein privat bezahltes Team darf in Großbritannien keine Schusswaffen tragen und hat keinen Zugang zu Erkenntnissen von MI5 oder MI6. Einer Harry nahestehenden Quelle zufolge bliebe den Schützern im Ernstfall nichts als „wütende Worte und ihre körperliche Stärke“.
Ravec, Innenministerium und die Kosten
Zuständig ist das Gremium Ravec, in dem rund zehn Vertreter aus Regierung, Polizei, Sicherheitsdiensten und Königshaus die Sicherheitsstufen für Royals und andere britische VIPs festlegen. Für Harry gilt seit 2020 eine Einzelfallprüfung – Begründung: Er lebt im Ausland und ist kein arbeitendes Mitglied der Königsfamilie.
Im Juli 2026 wurde Harry mitgeteilt, dass die lang geforderte Risikobewertung endlich durchgeführt worden sei. Seither schrieb er mehrfach an Ravec und an Innenministerin Shabana Mahmood und bat um Auskunft über die Ergebnisse; eine Woche ohne Antwort quittierte er mit einem weiteren Brief.
Das Ergebnis blieb dürftig: Wie ITV News über die verweigerte Aufstockung berichtet, wurde der Schutz nicht über die Aushändigung der Telefonnummer eines Polizei-Verbindungsbeamten hinaus erhöht. Harrys Anwälte baten Mahmood, persönlich in das Verfahren einzugreifen. Das Innenministerium prüfe den Fall „aktiv“, sagte ein Regierungsinsider dem Daily Mirror.
Bezahlt wird der Schutz privat: In Montecito kostete er laut n-tv bis zu 4 Millionen US-Dollar pro Jahr, in Großbritannien rechnet der Adelsexperte Michael Begasse mit 3,5 bis 6 Millionen Euro jährlich. Verantwortlich ist Harrys Sicherheitsberater David Langdown, ein langjähriger Freund.
Was in Montecito schon passierte
Die Sorge ist nicht abstrakt. Im Mai 2023 stellte das Sicherheitsteam in Montecito einen Mann, der mit Hammer und Klebeband bewaffnet in das Familienhaus einbrechen wollte. Eine 40-seitige Risikoanalyse kam laut Telegraph zu dem Schluss, dass Harry in Großbritannien einem „erhöhten Risiko“ ausgesetzt ist – fünf der sechs bekannten heimischen Terrorpläne gegen ihn hatten dort ihren Ursprung.
Meghan hatte schon 2022 in ihrem Interview mit The Cut gesagt, sie könne den Schulweg in Großbritannien nicht bewältigen, ohne dass daraus ein Medienrummel werde – „ein königlicher Fototermin mit einem Pressestab von 40 Leuten“. Sie verteidigte ihre Haltung damit, dass sie ihr Kind schütze. Schon vor der Ankunft warnten Vertraute vor der Medienbelastung.
Wie es zum Sicherheitsstreit kam
- 2020Megxit und Entzug des Schutzes
Harry und Meghan treten als arbeitende Royals zurück; das Innenministerium entzieht Harry den ständigen, steuerfinanzierten Polizeischutz.
- Mai 2023Eindringling in Montecito
Das Sicherheitsteam stellt einen mit Hammer und Klebeband bewaffneten Mann, der in das Familienhaus einbrechen wollte.
- 2025Gericht bestätigt die Ablehnung
Ein Berufungsgericht entscheidet, dass Harry kein automatischer Polizeischutz in Großbritannien zusteht.
- Juli 2026Risikobewertung liegt vor
Harry erfährt, dass die lang geforderte Risikobewertung durchgeführt wurde, und schreibt mehrfach an Ravec und Innenministerin Mahmood.
- 26. August 2026Landung in Birmingham
Die Sussexes kommen mit Archie und Lilibet an, empfangen von ihrem privaten Sicherheitsteam statt von der Polizei.
- 1. September 2026Erster Schultag
Das britische Schuljahr beginnt, Archie und Lilibet starten an ihrer neuen Prep School.
- 7. September 2026Bericht über den Schulweg
Der Telegraph macht den täglichen Schulweg als größte Sicherheitssorge des Paares bekannt.
Das Paar will den Schulweg deshalb so oft wie möglich selbst übernehmen, trotz mitgereister Nanny. Den Namen der Schule wollen Harry und Meghan nicht öffentlich machen. Laut Berichten hat die Schule bereits Vorkehrungen getroffen und Lehrkräfte geschult.
Wie Briten und Kommentatoren reagieren
Royale Kommentatoren wie Robert Jobson verweisen auf die strengen Privatsphäre-Regeln der britischen Presse, das „Royal Rota“-System: Prinz William und Prinzessin Kate absolvierten jahrelang den Schulweg ohne Paparazzi-Präsenz. Die Kinder der Wales' werden während der Schulzeit unauffällig von bewaffneten Beamten geschützt, ansonsten aber wie alle anderen Schüler behandelt.
In der britischen Öffentlichkeit ist die Stimmung gegen einen steuerfinanzierten Schutz. In einer Umfrage der Times sprachen sich 71 Prozent der Briten dagegen aus, nur 2 Prozent fanden, der Staat solle die Sicherheit des Paares komplett bezahlen.
Haltung der Briten zum Polizeischutz für Harry und Meghan
Zustimmung und Ablehnung in Prozent
Privatbürger mit einer Telefonnummer
Nach den Morden an drei Politikern, darunter Ann Widdecombe im Juli 2026, hatte Innenministerin Mahmood eine Überprüfung der Sicherheit für hochrangige öffentliche Personen zugesagt. Harry ist Fünfter in der Thronfolge, Archie und Lilibet stehen an sechster und siebter Stelle.
Ein Schreiben im Auftrag von König Charles stellte über den Lord Chamberlain zugleich klar, dass Harry und Meghan nach ihrer Rückkehr keine arbeitenden Royals sind, keine HRH-Titel führen und „Privatbürger“ bleiben. Charles könnte mit einem Wort Polizeibeamte zur Verfügung stellen – tut es laut Berichten aber nicht.
Die frühere BBC-Royalkorrespondentin Jennie Bond sagte dem Mirror, sie sei sich nicht sicher, ob Harry die öffentliche Ablehnung verstehe. Einen staatlichen Beitrag hält sie dennoch für angemessen:
„Ich persönlich glaube, dass er ein moderates Maß an steuerfinanzierter Sicherheit verdient. Allein eine Nummer zu haben, die man im Notfall anrufen kann, scheint nicht ausreichend.“
Harrys Team argumentiert, die Risikofaktoren hätten sich durch den dauerhaften Wohnsitz in Großbritannien erheblich verändert. Er hat erklärt, weitere formelle Anträge auf Polizeischutz könne man nicht von ihm verlangen, solange seine Fragen unbeantwortet sind. Offen ist, ob Ravec neu bewertet – bis dahin fahren Archie und Lilibet jeden Morgen dieselbe Strecke.
