Die wichtigste offene Frage vor dem Staatsbegräbnis von König Harald V. (89) ist beantwortet: Königin Mette-Marit (53) nimmt an der Beisetzung ihres Schwiegervaters teil – aber nicht zu Fuß. Der norwegische Königshof veröffentlichte am Sonntag, dem 6. September, das Protokoll für das Staatsbegräbnis und plant die gesundheitlich angeschlagene Königin darin fest ein.
Für die Prozession gilt eine Sonderregelung: Während König Haakon VIII. (53), Kronprinzessin Ingrid Alexandra, Prinz Sverre Magnus und Prinzessin Märtha Louise dem Sarg zu Fuß vom Königlichen Schloss zum Osloer Dom folgen, fährt Mette-Marit gemeinsam mit Königinwitwe Sonja im königlichen Wagen mit dem Kennzeichen A-2.
Der Grund liegt in ihrer Gesundheit: Mette-Marit befindet sich knapp drei Monate nach einer Lungentransplantation im Juni 2026 in der Genesungsphase und kann derzeit nur eingeschränkt offizielle Termine wahrnehmen. Am 1. September musste sie ihre Teilnahme an der Vereidigung ihres Mannes vor dem Storting kurzfristig absagen – wie Haakon seine Frau ins Krankenhaus brachte.
Drei Monate nach der Transplantation
Nach der Transplantation waren Komplikationen aufgetreten, weshalb die Königin medizinisch beobachtet werden musste. Welche Probleme genau vorlagen, machte der Hof nicht öffentlich. Haakon brachte seine Frau persönlich ins Osloer Rikshospitalet und verließ die Klinik am Abend des 1. September gegen 18:22 Uhr offenbar allein – Mette-Marit blieb zur weiteren Beobachtung vor Ort.
Schon beim Trauergottesdienst für Harald in der Asker Kirche hatte sie gefehlt, an ihrer Stelle trat Kronprinzessin Ingrid Alexandra an der Seite ihres Vaters auf. Mitte August soll Mette-Marit erstmals nach dem Eingriff wieder öffentlich zu sehen gewesen sein – der erste öffentliche Auftritt nach der Transplantation.
Von der Transplantation zum Staatsbegräbnis
- Juni 2026Lungentransplantation
Königin Mette-Marit wird operiert und beginnt die Genesungsphase.
- 17. August 2026Harald kommt ins Krankenhaus
Wegen Flüssigkeitseinlagerungen infolge einer Cortison-Behandlung wird der König ins Rikshospitalet eingeliefert.
- 28. August 2026Der König stirbt
Harald V. stirbt mit 89 Jahren im Rikshospitalet. Sein Sohn Haakon folgt ihm als Haakon VIII. auf den Thron.
- 30. August 2026Gottesdienst ohne die Königin
Bei den Gedenkgottesdiensten in Asker fehlt Mette-Marit.
- 1. September 2026Absage am Vereidigungstag
Mette-Marit sagt ihre Teilnahme an Haakons Eid vor dem Storting ab und wird im Rikshospitalet behandelt.
- 6. September 2026Protokoll veröffentlicht
Der Hof bestätigt Mette-Marits Teilnahme mit Sonderregelung.
- 9. September 2026Staatsbegräbnis
Der Sarg verlässt um 12 Uhr das Schloss, um 13 Uhr beginnt der Trauergottesdienst im Osloer Dom.
Ein Tag, drei Termine, 930 Gäste
Der Sarg König Haralds verlässt am Mittwoch um 12 Uhr mittags das Königliche Schloss. Auf einer Lafette, gezogen von einem schwarzen Mercedes, wird er in einem feierlichen Trauerzug durch die Straßen der Hauptstadt zum Osloer Dom begleitet.
Um 13 Uhr beginnt dort der Trauergottesdienst. Geleitet wird er vom Leitenden Bischof der Kirche Norwegens, Olav Fykse Tveit, und der Osloer Bischöfin Sunniva Gylver; Domorganist Marcus André Berg verantwortet mit dem Domchor das musikalische Programm. Rund 930 Gäste werden im Dom erwartet.
Zu Beginn schweigt ganz Norwegen eine Minute lang, eingeleitet und beendet durch drei Glockenschläge. Der Parlamentspräsident und der Premierminister halten Gedenkreden, dazu ist eine Kerzenzeremonie mit Vertretern verschiedener Glaubensrichtungen geplant.
Auch danach bleibt Mette-Marit im Programm: Nach der privaten Beisetzung in der Schlosskirche der Festung Akershus ist sie für einen gemeinsamen Auftritt mit Haakon im Innenhof vorgesehen – beim Hissen der Flaggen und beim doppelten Königssalut.
Um 16.45 Uhr soll das neue Königspaar zusammen mit Ingrid Alexandra, Sonja und Sverre Magnus auf dem Balkon des Schlosses erscheinen. Anschließend richten Haakon und Mette-Marit einen Empfang für Vertreter Norwegens, angereiste Staatsoberhäupter, Royals und Familienmitglieder aus.
Die größte Gefahr ist die Ansteckung
Mette-Marits Anwesenheit war keine Selbstverständlichkeit. Marthe Gundersen, Gesundheitsberaterin beim norwegischen Herz-Lungen-Verband LHL, verwies gegenüber der Zeitung Dagbladet auf die Gefahr der Trauerfeier für Mette-Marit. Transplantierte erhalten Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, damit das neue Organ nicht abgestoßen wird – das schwächt die Abwehrkräfte erheblich.
„Die größte Gefahr ist eine Ansteckung, insbesondere mit Atemwegsinfektionen.“
Für den Tag bedeutet das mehr als eine Ansteckungsgefahr: Transportwege, Wartezeiten, viel Bewegung, Menschenmengen und die emotionale Anspannung kommen zusammen. Nach einer solchen Operation müsse die Aktivität schrittweise gesteigert werden, ausreichende Pausen seien wichtig, so Gundersen.
Halt für Haakon
Für Mette-Marit war die Beerdigung ihres Schwiegervaters ein tief persönlicher Moment – und eine gesundheitliche Zerreißprobe. Während des Trauergottesdienstes griff sie nach der Hand ihres Mannes, drückte sie und sah ihn liebevoll an; Haakon nickte ihr zu. Beide trugen über dem Herzen die offizielle Porträtnadel von König Harald V. als Teil ihrer königlichen Auszeichnungen.
An ihrer Seite waren bei Trauerfeier und Sargüberführung nach Akershus auch ihre Mutter Marit Tjessem, ihr Bruder Espen Høiby und dessen Ehefrau Renate Jonassen Høiby.
König Harald V. war am 28. August 2026 im Rikshospitalet gestorben, wo er seit dem 17. August behandelt worden war. Es ist das erste Staatsbegräbnis eines norwegischen Monarchen seit dem Tod seines Vaters König Olav V. im Jahr 1991.
Ob die Königin die geplanten Termine vom Trauerzug am Mittag bis zum Balkonauftritt am Nachmittag durchhält, entscheidet sich erst am Tag selbst. Bei kürzlich aufgetretenen Komplikationen müsse die Belastung besonders sorgfältig von den behandelnden Ärzten beurteilt werden, so Gundersen.
