Durek Verrett (51) ging am Mittwoch, dem 9. September 2026, in der Osloer Domkirche an seiner Schwiegermutter Königin Sonja (89) vorbei, ohne ihr die Hand zu schütteln. Die Szene lief live im norwegischen Fernsehen. Zuschauer filmten sie vom Bildschirm ab, in den sozialen Netzwerken wuchs daraus schnell die Rede von einem Zerwürfnis in der Königsfamilie.
Anders als ihr Mann ergriff Prinzessin Märtha Louise (54) die Hand ihrer Mutter, Verrett blieb einen Schritt zurück. Auf den Aufnahmen hält Sonja ihre Hand sichtlich zurück, wie deutsche und österreichische Medien übereinstimmend berichten – als kenne sie den Grund für die ausbleibende Geste.
Denn hinter dem vermeintlichen Affront steckt ein medizinischer Grund: Verrett hatte sich erst wenige Wochen zuvor, Ende August 2026, am Osloer Universitätsklinikum Rikshospitalet einer Nierentransplantation unterzogen. Zuvor litt er über längere Zeit an einer schweren Nierenerkrankung und war regelmäßig auf die Dialyse angewiesen. Der ARD-Königshausexpertin Leontine von Schmettow fiel bei der Übertragung vor allem eines auf:
„Durek Verrett kämpfte immer wieder mit den Tränen; er erholt sich von einer Nierentransplantation.“
Warum ein Handschlag für Verrett gefährlich ist
Nach einer Organtransplantation müssen Medikamente das Immunsystem unterdrücken, damit der Körper das Spenderorgan nicht abstößt. Die Anfälligkeit für Infektionen steigt dadurch erheblich. Der Nephrologe Kristian Heldal, Sektionsoberarzt an der Abteilung für Transplantationsmedizin des Osloer Universitätsklinikums, erklärte gegenüber Nettavisen.no:
„Immunsupprimierte können Infektionen mit längerer Dauer und schwerere Infektionen bekommen. Wir streben an, dass Transplantierte Ansteckungssituationen so weit wie möglich vermeiden.“
Die Vorsichtsmaßnahmen erinnern an die Corona-Pandemie: Maske, keine Umarmungen, kein Händeschütteln – in dieser Phase gilt jede Person als potenzielle Infektionsquelle, also auch Königin Sonja. Der Verzicht auf den Händedruck sei deshalb kein Zeichen von Kälte, sondern von Vernunft und gegenseitiger Rücksichtnahme, heißt es in den Berichten über Durek Verretts Handschlag-Verzicht.
Ein Kraftakt bis zur letzten Minute
Dass Verrett überhaupt teilnehmen konnte, war bis kurz zuvor offen. Noch am Montag, dem 7. September 2026, wurde er nach dem Eingriff im Rikshospitalet behandelt; bei früheren öffentlichen Momenten des Abschieds hatte er seine Frau nicht begleiten können. Schon am 1. September 2026 war die Teilnahme an der Trauerfeier fraglich, wie Nettavisen.no über die wackelnde Teilnahme Verretts berichtete.
Der Oberarzt Ivar Anders Eide hatte gegenüber TV 2 vorab erklärt, Verretts Körper müsse sich nach der Operation noch regenerieren, eine mehrstündige Trauerfeier sei körperlich sehr anstrengend. „Was wir tun sollten, ist, keinerlei Erwartungen daran zu haben, dass er es schafft, an der Beisetzung teilzunehmen. Denn das wäre völlig unvernünftig.“
Von der Diagnose bis zur Trauerfeier
- 17. August 2026König Harald V. wird im Rikshospitalet behandelt
Der König liegt wegen einer hämolytischen Anämie und einer bakteriellen Blutinfektion im Osloer Universitätsklinikum.
- 28. August 2026Harald V. stirbt mit 89 Jahren
Der König stirbt um 06:35 Uhr. Am selben Tag entschuldigt sich Königin Mette-Marit vor Schloss Skaugum, den Trauernden nicht die Hand geben zu können.
- Ende August 2026Durek Verrett wird nierentransplantiert
Die Operation am Rikshospitalet verläuft erfolgreich; Verrett und Märtha Louise danken dem Spender öffentlich.
- 1. September 2026Teilnahme an der Trauerfeier ist unsicher
Der Nephrologe Kristian Heldal erläutert generell die Infektionsrisiken nach einer Transplantation.
- 7. September 2026Verrett wird noch im Krankenhaus behandelt
Oberarzt Ivar Anders Eide rät gegenüber TV 2, keine Erwartungen an eine Teilnahme zu haben.
- 8. September 2026Entlassung und Dinner auf dem Königlichen Schloss
Verrett wird aus dem Krankenhaus entlassen und gegen 19:15 Uhr mit Märtha Louise auf dem Weg zum Schloss gesehen.
- 9. September 2026Staatsbegräbnis in der Osloer Domkirche
Verrett geht an Königin Sonja vorbei, ohne ihr die Hand zu reichen; Sonja hält ihre Hand zurück.
Erst am Dienstag, dem 8. September 2026, wurde Verrett aus dem Krankenhaus entlassen und gegen 19:15 Uhr gemeinsam mit Märtha Louise auf dem Weg zum Königlichen Schloss gesehen, wo am Vorabend der Beisetzung ein Dinner für die internationalen Trauergäste stattfand. Am Mittwochmorgen trafen beide gegen 8:30 Uhr auf dem Schloss ein.
In der Domkirche kam Verrett gegen 12:30 Uhr gemeinsam mit Märtha Louises Töchtern Maud Angelica Behn, Leah Isadora Behn und Emma Tallulah Behn sowie Marius Borg Høiby an. Er gehört nicht zum offiziellen Trauerzug und hat als Ehemann der Prinzessin keinen royalen Titel; Märtha Louise hatte bereits 2022 ihre offiziellen royalen Aufgaben abgegeben.
Kein Einzelfall im Königshaus
Verrett ist mit seiner Vorsicht nicht allein. Königin Mette-Marit hatte sich am 17. Juni 2026 einer Lungentransplantation unterzogen und bat danach mehrfach darum, auf Händeschütteln zu verzichten – unter anderem am 28. August 2026, als sie und Prinz Sverre Magnus vor Schloss Skaugum Blumen und Kerzen von Trauernden entgegennahmen.
Beim Trauerzug ging Märtha Louise hinter dem Sarg ihres Vaters, gemeinsam mit ihrem Bruder König Haakon VIII., Kronprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus. Königin Mette-Marit und Königin Sonja folgten im Wagen an Sonjas Seite. Nach der Beisetzung zog sich Mette-Marit beim Empfang auf dem Königlichen Schloss zurück; in ihrer Vertretung empfing Königin Sonja rund 320 Gäste zu einer privaten Zusammenkunft.
Verständnis statt Empörung
In der königlichen Familie stieß das vorsichtige Verhalten auf breites Verständnis. Verrett hatte nach Haralds Tod öffentlich Abschied genommen und seinen Schwiegervater in einer Instagram-Story als „Papa“ bezeichnet: „Ich liebe dich, Papa, ich werde unsere gemeinsamen schönen Zeiten vermissen.“
Nach dem Eingriff zeigte er sich über TV 2 dankbar und erklärte, er habe eine menschliche Wärme im Gesundheitswesen erlebt wie nirgendwo sonst auf der Welt. Märtha Louise ließ über ihre Managerin Carina Scheele Carlsen mitteilen, das Paar empfinde eine enorme Dankbarkeit gegenüber jemandem, der bereit sei, Spender zu sein; sie bat um Ruhe.
Wie lange Verrett auf Körperkontakt verzichten muss, ist offen – die Familie hat dazu nichts mitgeteilt. Offen ist damit auch, ob er beim nächsten großen Anlass des Königshauses erneut auf den Handschlag verzichtet und ob die Öffentlichkeit die Geste dann wieder als familiäre Kälte liest.
