Die offene Hand landet auf der Lehne des Sessels, in dem Miley (13) sitzt. Das Mädchen zuckt zusammen und hebt abwehrend die Hand. Kurz zuvor hat ihre Mutter Anne Wünsche (35) in einem gemeinsamen TikTok-Livestream den Kommentar eines Zuschauers laut vorgelesen: „Sie wirkt undankbar!“
Miley widerspricht sofort: „Ich bin nicht undankbar. Ich will einfach nur auf eine normale Schule gehen.“ Ihre Mutter lässt das nicht gelten – und gibt dem Fremden aus dem Netz recht.
„Doch, du bist sehr oft undankbar. Das kann ich hier mal offen droppen. Doch, doch.“
Danach setzt Anne Wünsche zu einer Erklärung an: „Ich würde mir wünschen, wenn du mal mehr… Egal.“ Sie bricht den Satz ab und wechselt das Thema. Eine Einordnung, warum ihre Tochter undankbar sein soll, bleibt aus.
Der Wunsch nach einer normalen Schule
Auslöser der Auseinandersetzung ist die Schulwahl nach dem Umzug nach Mallorca. Miley hätte nach eigenen Worten gern eine reguläre Schule vor Ort besucht. Ihre Mutter entschied sich stattdessen für eine Online-Schule. Der Wunsch, den eigenen Schulweg mitzubestimmen, ist auch in anderen prominenten Familien ein Streitthema – der Internatswunsch einer 13-Jährigen brachte Anna-Maria Ferchichi in Tränen.
„Ich habe Miley bewusst in eine Online-Schule gesteckt, die bedürfnisorientiert fördert und auf Schwächen beziehungsweise Stärken mehr achtet“, sagt Anne Wünsche. Neben Hauptfächern wie Deutsch und Mathe stehen Wahlangebote auf dem Stundenplan: Kochen, Mindset, Krypto und KI. Der Unterricht umfasst rund acht Stunden pro Woche.
„Miley ist selbst aktuell mit ihren 13 Jahren in der Findungsphase. Wir wohnen erst seit vier Monaten auf Mallorca und natürlich ist alles noch sehr neu für sie, auch das neue Schulsystem“, sagt sie. Wie Anne Wünsche die Hintergründe ihrer Entscheidung erklärt, wird daran auch ihre Skepsis gegenüber dem klassischen Bildungsweg deutlich: In der zehnten Klasse wisse man noch nicht, was man für den Rest des Lebens machen wolle, und „nicht für jeden Job ist zwingend eine Ausbildung notwendig“.
Rückhalt für Miley, Kritik an der Mutter
In den Kommentarspalten zu dem Mitschnitt solidarisierten sich zahlreiche Follower mit Miley. Ihr Wunsch nach einer Schule mit Gleichaltrigen sei verständlich, ihre Reaktion keineswegs undankbar. Ein Teil der Community kritisierte, dass der Konflikt überhaupt vor großem Publikum ausgetragen wurde.
Teure Geschenke könnten den Wunsch nach Kontakten nicht ersetzen, hieß es in einzelnen Reaktionen; andere bemängelten, dass Anne ihre Tochter nicht in Schutz genommen habe. Selbst wenn sie Miley für undankbar halte, gehöre ein solcher Satz nicht vor die Kamera. Einzelne Kommentare verwiesen auf das Jugendamt.
Die Aktivistin Myriam von M. ordnete den Mitschnitt unter dem Schlagwort Kinderschutz ein: Ein Kind habe in so einer Situation nicht dieselbe Machtposition wie der Erwachsene, der die Kamera, die Plattform, die Reichweite und die Kontrolle über den Stream habe. Dem Mädchen bleibe womöglich nur dieser eine Satz.
Schulvorwürfe begleiten die Familie seit 2023
Der Vorwurf, sich zu wenig um die Bildung ihrer Kinder zu kümmern, ist nicht neu. 2023 warf Annes Ex-Partner Henning Merten ihr in einer Instagram-Story vor, „haufenweise Schultermine“ nicht wahrzunehmen und teilweise nicht einmal abzusagen. Anne Wünsche konterte: „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.“
Schon zu Mileys Einschulung hatte Anne Wünsche öffentlich erzählt, ihre Tochter komme als einziges Kind der Klasse mit den Buchstaben noch nicht zurecht und hänge „einfach ziemlich hinterher“; sie habe Miley eigentlich erst ein Jahr später einschulen wollen. Die Reaktionen fielen auch damals scharf aus – die damalige Kritik an Mileys Einschulung war heftig.
Vom Umzug nach Mallorca bis zum Livestream
- 2023Vorwurf der versäumten Schultermine
Ex-Partner Henning Merten wirft Anne Wünsche in einer Instagram-Story vor, zahlreiche Schultermine nicht wahrzunehmen und teilweise nicht einmal abzusagen.
- 23. April 2026Bericht über die Distanz zu den jüngeren Kindern
Promiflash berichtet, dass Anne Wünsche die räumliche Distanz zu Juna und Savio belastet und sie die kritischen Kommentare aus dem Netz beschäftigen.
- Anfang September 2026Der Livestream mit Tochter Miley
In einem gemeinsamen TikTok-Livestream liest Anne Wünsche den Kommentar „Sie wirkt undankbar!“ vor und gibt dem Zuschauer recht.
- 8. September 2026Der Mitschnitt macht die Runde
Ausschnitte aus dem Stream werden verbreitet und von weiteren TikTok-Creatorinnen aufgegriffen.
- 10. September 2026Anne Wünsche erklärt die Hintergründe
Im Interview spricht sie über die Online-Schule, den Umfang des Unterrichts und ihre Kritik am klassischen Bildungsweg.
Pendeln zwischen Berlin und Mallorca
„Ich fliege am Freitag nach Berlin und sehe Juna wieder. Am Sonntag geht es zurück nach Mallorca und ich nehme Savio wieder für zwei Wochen mit. In den Oktoberferien werde ich Juna wieder mit auf die Insel nehmen. Darauf freue ich mich wirklich sehr“, beschreibt Anne Wünsche das Pendeln. Juna und Savio leben in Deutschland, nur Miley zog mit auf die Insel; von Juna, deren Vater Henning Merten ist, lebt Anne Wünsche getrennt.
Auch Gesten wurden öffentlich: Anne Wünsche überraschte ihre Tochter mit einer Babykatze namens Hazel, die sich Miley schon länger gewünscht hatte. Für dieses Geschenk hatte sie im Juli 2026 Gegenwind bekommen und daraufhin eine neue Entscheidung getroffen. Im selben Monat kam ein weiterer Abschied hinzu: Abschied von Hund Spot mit Tochter Miley.
An der Online-Schule hält Anne Wünsche fest. Ob Miley doch noch auf eine reguläre Schule vor Ort wechseln darf, bleibt offen – und mit ihr die Frage, wie oft die 13-Jährige künftig noch gemeinsam mit ihrer Mutter vor der Kamera sitzt.
