Vier Monate nach dem größten Erfolg seiner Karriere steht Menowin Fröhlich (39) wieder ohne Plattenfirma da. Am Mittwoch, dem 17. September 2026, wurde bekannt: Der Vertrag mit dem Berliner Label Embassy of Music ist aufgelöst – in einem formellen Aufhebungsvertrag, den beide Seiten unterschrieben haben.
Zuerst publik gemacht hat die Trennung Bericht über das Ende der Zusammenarbeit. Ein führender Mitarbeiter des Labels bestätigte sie auf Nachfrage knapp mit „Einvernehmlich, ja.“ Zu den konkreten Vorwürfen, zu geplanten Projekten oder zu möglichem Streit wollte er sich nicht äußern.
Ein Sieg, der nichts auslöste
Am 9. Mai 2026 hatte Fröhlich im Finale der 22. Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ in den MMC-Studios in Köln gewonnen – im dritten Anlauf, nach gescheiterten Versuchen 2005 und 2010. Neben dem Titel „DSDS-Sieger 2026“ erhielt er 100.000 Euro Preisgeld.
Geblieben ist davon bislang wenig. Veröffentlicht wurde nur die Siegersingle „Mercy On Me“, die den Einstieg in die Top 100 der offiziellen deutschen Single-Charts deutlich verfehlte. Ein Album, weitere Veröffentlichungen oder größere Promo folgten nicht.
Die Abrechnung mit der Plattenfirma
Fröhlich macht für die Flaute seine Umgebung verantwortlich. „Ganz ehrlich: Ich hätte mir nach meinem DSDS-Sieg wesentlich mehr vorgestellt“, sagte er. Er habe eigene Outfits entwickelt, Songideen eingebracht und selbst Songs geschrieben: „Was mir gefehlt hat, war die Umsetzung.“
„Am Ende hat es teilweise nicht einmal dafür gereicht, eine vernünftige Management-Struktur um mich herum aufzubauen.“
Sein Vorwurf zielt damit nicht auf einzelne Songs, sondern auf die Struktur dahinter. Den Verdacht, er selbst sei untätig geblieben, weist er zurück: „Ich lasse mir nicht erzählen, dass ich einfach dagestanden und nichts gemacht hätte.“ Dass aus dem geplanten Schlager-Album so wenig wurde, sei „irgendwann schwer nachvollziehbar“ gewesen.
Kein einziger Auftritt? Ein Widerspruch
Eine Aussage Fröhlichs wird in der Berichterstattung relativiert: Er behauptet, nach dem DSDS-Sieg habe es „keinen einzigen musikalischen Auftritt“ gegeben. Der Bericht zur gescheiterten Karriere nach dem DSDS-Sieg verweist dagegen auf seinen Auftritt bei der Show „SchlagerOlymp“ am 30. Mai 2026.
Über die 100.000 Euro Siegprämie und seine finanzielle Lage verriet Fröhlich nichts.
Mit Dieter Bohlen klappte es nicht
Auch die erhoffte Zusammenarbeit mit DSDS-Juror Dieter Bohlen kam nach dem Finale nicht zustande. Fröhlich zufolge herrschte danach Funkstille: „Nach dem Finale kam von seiner Seite aus nichts mehr.“ Einen Streit habe es nicht gegeben.
Bohlen hatte zuvor erklärt, er habe „einfach nicht die Zeit, mich um so eine komplexe Aufgabe wie Menowin zu kümmern“. Für Schlagzeilen sorgte zuletzt auch Mark Medlocks Abrechnung mit Dieter Bohlen.
Der Neustart: ein Song mit Cousin Sido
Die größte Hoffnung des Neustarts ist familiär. Fröhlichs Großcousin – ein Cousin zweiten Grades – ist der Berliner Rapper Sido (45), bürgerlich Paul Würdig. Zwischen den beiden herrschte jahrelang Funkstille: 2010, während der siebten DSDS-Staffel, wurde ihre Verwandtschaft bekannt, Sido wollte Fröhlich unterstützen, brach das aber ab, weil der Münchner Termine und Studiosessions wiederholt verspätet oder gar nicht wahrnahm.
Erst der DSDS-Sieg 2026 brachte die Familie wieder zusammen. Am 22. Juni 2026 wurde die Versöhnung öffentlich, Sido nannte Fröhlich seinen „richtigen Cousin“. Konkret ist Fröhlich mit einem gemeinsamen Song auf Sidos zehntem Studioalbum „Frieden“ vertreten, das am 27. November 2026 erscheint.
„Für mich steht im ersten Moment nicht der Song oder das Album im Vordergrund, sondern das Familiäre, das Vertrauen und die gemeinsame Zeit. Gerade nach allem, was in meinem Leben passiert ist, bin ich dafür besonders dankbar.“
SchlagerPlanet berichtet zusätzlich, an dem Song sei auch Xavier Naidoo beteiligt – in keiner anderen der geprüften Quellen findet sich diese Angabe. Dass er auf dem Album vertreten ist, hatte Fröhlich zuvor auf Instagram verkündet.
Drei Anläufe bis zum Titel
Fröhlich ist kein Neuling im Geschäft: Bekannt wurde er Ende der 1990er-Jahre mit der Band V9. 2005 brach er seine erste DSDS-Teilnahme wegen einer Verhaftung ab, 2010 erreichte er das Finale und unterlag Mehrzad Marashi. 2012 folgte das Album „White Chocolate“ mit Platz 11 und dem Nummer-eins-Hit „Round ’n’ Round“.
Menowin Fröhlich: Die Stationen seiner Karriere
- 2005Erste DSDS-Teilnahme
Fröhlich bricht die Teilnahme wegen einer Verhaftung ab.
- 2010Finale und Platz zwei
Er unterliegt Mehrzad Marashi; öffentlich wird, dass Sido mit ihm verwandt ist.
- 2012Album „White Chocolate“
Platz 11 der Charts, dazu der Nummer-eins-Hit „Round ’n’ Round“.
- 9. Mai 2026Sieg in der 22. DSDS-Staffel
Finale in den MMC-Studios in Köln, 100.000 Euro Preisgeld.
- 22. Juni 2026Öffentliche Versöhnung mit Sido
Nach jahrelanger Funkstille.
- 17. September 2026Labeltrennung wird bekannt
Fröhlich und Embassy of Music unterschreiben einen Aufhebungsvertrag.
20 Zirkusshows und ein zweiter Anlauf
Für Dezember 2026 hat Fröhlich 20 Shows im Erfurter Weihnachtszirkus vereinbart. Anschließend will er neue Musik veröffentlichen – einen Mix aus Schlager und Gospel-Elementen.
Aufgeben ist für ihn keine Option. „Ich bin jetzt wieder frei, meinen Weg so zu gehen, wie ich ihn für richtig halte“, sagte er. Und: „Ich weiß, dass ich einer der Besten in Deutschland bin.“
Bereits im August hatte er sich öffentlich um einen Jury-Platz bei DSDS bemüht: Menowin Fröhlich will in die DSDS-Jury, doch die Plätze sind vergeben.
Ob der zweite Anlauf trägt, entscheidet sich an zwei Terminen: am 27. November, wenn Sidos Album „Frieden“ erscheint, und im Dezember, wenn die 20 Zirkusshows laufen. Mit welchem Label Fröhlich danach veröffentlichen will, ist offen.
