Eine Metastase im Bauch ist bei Patrice Aminati (31) spürbar kleiner geworden – und diese Nachricht steht dort, wo niemand sie erwartet hätte: in einer Antwort unter einem Instagram-Foto. Die Dresdnerin kämpft seit 3,5 Jahren gegen schwarzen Hautkrebs, seit Mai 2025 in palliativer Behandlung.
Am Mittwoch, dem 16. September 2026, veröffentlichte sie eine Fotoreihe, die sie nur mit dem Wort „Spätsommer“ betitelte. Zu sehen ist sie mit medizinischem Zugang am Arm auf einer Behandlungsliege, beim Kuscheln und Spielen mit ihrer vierjährigen Tochter Charly Malika, auf einer Wiese am Wasser und mit einem Hund.
Unter dem Beitrag fragte eine Followerin schlicht: „Patrice, wie geht es dir?“ Aminati antwortete öffentlich und ausführlich. Ihre Antwort wurde von mehreren Redaktionen wörtlich übernommen – sie ist der eigentliche Inhalt dieser Meldung.
„Endlich wieder besser, danke der lieben Nachfrage – die letzten Wochen waren schwer – die Tumormarker waren wieder hochgegangen (Ich traue mich schon gar nicht mehr, das zu erzählen – Ich wollte keine Schlagzeile provozieren).“
Der Befund, den sie selbst ertastet
Zuvor waren die Tumormarker wieder hochgegangen. Um die Werte zu regulieren, erhielt sie nach eigener Schilderung ein zusätzliches Medikament – und fürchtete sich vor dessen Folgen. Sie habe „so schreckliche Angst vor den Nebenwirkungen“ gehabt, die aber „glücklicherweise bisher unbegründet“ geblieben seien.
„Eine Metastase im Bauch unter der Haut ist schon spürbar kleiner geworden – die Therapie scheint momentan anzuschlagen und ich bin soweit fit gerade und so, so froh.“
Sie beschreibt damit einen Erfolg, den sie ertastet, nicht einen Messwert: Wie BILD über die geschrumpfte Metastase berichtet, spricht sie von einer „guten Phase“, von der aber nicht sicher sei, „wie lange das hält“. Welches Präparat sie bekommt und welche Metastasen genau betroffen sind, nennt sie nicht.
Erschöpft, wütend – und trotzdem weiter
Der Therapieerfolg steht neben einer Dauerbelastung, die Aminati nicht beschönigt: Seit 3,5 Jahren bekommt sie ununterbrochen Behandlung. Was das mit ihr macht, formuliert sie selbst – und nimmt dabei kein Wort zurück.
„Ich bin unfassbar erschöpft und wütend und traurig nach 3,5 Jahren ununterbrochener Krebstherapie. Da gibt es nichts zu beschönigen. Umso dankbarer bin ich für jeden einzelnen schönen Augenblick – von einer Tasse Kaffee bis zu einem Sonnenstrahl oder einem schönen Blumenbeet – ich erfreue mich an wirklich allem.“
Den Grund, weiterzumachen, benennt sie ebenfalls: „Oft bin ich traurig, verzweifelt und unendlich müde… dann schaue ich meine Tochter an und weiß: Immer weiter.“ Charly Malika kam am 22. August 2022 zur Welt, wenige Monate vor der Diagnose. Sie wünsche sich, dass es „endlich vorbei ist“ und sie wieder volle Kraft habe – „für mein Kind, fürs Leben“.
Von der Diagnose bis zum Hoffnungsschimmer
Das Update liest sich vor dem Hintergrund einer Serie von Rückschlägen anders, als es ein einzelner Satz vermitteln kann. Die Stationen der vergangenen dreieinhalb Jahre:
Patrice Aminatis Krankheitsverlauf
- Frühjahr 2023Diagnose schwarzer Hautkrebs
Die Diagnose kommt wenige Monate nach der Geburt ihrer Tochter Charly Malika.
- Juli 2024Die Erkrankung wird öffentlich
Aminati macht ihre Krebserkrankung publik; sie hat sich auf mehrere Organe ausgebreitet.
- Mai 2025Krebs gilt als nicht mehr heilbar
Kurz nach ihrem 30. Geburtstag erklärt sie, sie werde palliativ behandelt.
- April 2026Erneute Verschlechterung
Im SWR-Format „Nachtcafé“ berichtet sie von neuen Metastasen in weiteren Organen.
- Juli 2026Spezialtherapie keine Option
Sie erklärt, eine viel beachtete Therapie komme wegen ihrer genetischen Körperzellenstruktur für sie nicht infrage.
- Sommer 2026Story aus dem Krankenhaus
Aus dem Krankenbett meldet sie sich im OP-Kittel, an mehrere Schläuche angeschlossen – und lächelnd.
- 16. September 2026„Spätsommer“-Post mit Krebs-Update
Eine Metastase im Bauch ist tastbar kleiner geworden, die befürchteten Nebenwirkungen des neuen Medikaments sind ausgeblieben.
Erst im Juli 2026 musste sie erklären, dass die für sie nicht anwendbare experimentelle Krebstherapie keine Option ist: „Meine genetische Körperzellenstruktur springt darauf leider nicht an“, sagte sie damals.
Wie schnell eine gute Phase kippen kann, zeigt das erste Halbjahr 2026: Damals brachte ein MRT die Gewissheit, dass Metastasen nicht mehr auf die Therapie ansprechen und sie erneut bestrahlt werden musste.
Hoffnung gegen die Unumkehrbarkeit
Der Konflikt dieser Geschichte spielt nicht zwischen zwei Menschen, sondern im Körper einer Krebspatientin: Die Therapie zeigt Wirkung, obwohl die Erkrankung unverändert palliativ ist. Seit Mai 2025 ist öffentlich, dass der schwarze Hautkrebs als nicht mehr heilbar gilt.
In t-onlines Bericht über die anzuschlagende Therapie beschreibt sie ihre Lage als „stabile Phase“: Metastasen und Nebenwirkungen der Therapien könnten derzeit „in Schach gehalten“ werden.
Die Ruhe und die Zeit auf dem Land hätten ihr „viel Kraft“ geschenkt, sagt sie. In schwierigen Zeiten ziehe sie sich zurück, nun aber teile sie bewusst die schönen Momente: „Jetzt ist eine gute Zeit und ich teile die schönen Momente, für die ich sehr dankbar bin.“
Erleichterung in den Kommentaren – und ein privater Neuanfang
In den Kommentaren reagierte die Community mit Erleichterung. Zitiert werden Sätze wie „Das ist eine sehr schöne Nachricht“ und „Ich freue mich so sehr“. Eine Nutzerin schrieb, es sei „unglaublich, wie man so krank sein kann und gleichzeitig so strahlend natürlich schön sein kann“. Die kommentierenden Nutzerinnen und Nutzer bleiben in allen Berichten anonym.
Parallel zur Krankheit steht die Trennung von Moderator Daniel Aminati (53). Im Dezember 2025 wurde das Ende der rund dreijährigen Ehe bekannt; Patrice Aminati erklärte, sie habe ihn am 23. September 2025 verlassen. Öffentlich wurde damit auch die Trennung, die Daniel Aminatis 53. Geburtstag überschattete. Beide Elternteile teilen weiterhin getrennt Fotos mit ihrer Tochter.
Wie lange die gute Phase hält, weiß niemand – auch Aminati nicht. Sie selbst hat formuliert, was für sie daraus folgt: „Was alle Palliativpatienten vereint, ist, dass man die Zeit, die man hat, sehr genießt.“ Ob die Therapie weiter anschlägt, wird die nächste Untersuchung zeigen; einen Termin hat sie nicht genannt.
